Stipendiat*innen
Evelyn Tainá Silva
Von Februar bis Juni begrüßt die Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar Gastdoktorandin Evelyn Tainá Silva der Bundesuniversität Pará (UFPA), Brasilien. Im Rahmen eines Forschungsaufenthalts widmet sich das Projekt den Bois de Máscaras von São Caetano de Odivelas, einer lebendigen Ausdrucksform amazonischer populärer Kultur. Im Zentrum stehen Fragen der musikalischen Archive, der klanglichen Erinnerung sowie der Transformationen und Kontinuitäten innerhalb des Repertoires dieser Tradition.
Während des Aufenthalts in Weimar erfolgt die Teilnahme an den Seminaren des Lehrstuhls für Transcultural Music Studies. Zudem wird intensiv mit der Sammlung von Prof. Dr. Tiago de Oliveira Pinto gearbeitet, die historische Aufnahmen aus Schwarzen Gemeinschaften der Amazonasregion umfasst. Dieses Material bietet wertvolle Impulse für die Untersuchung von Bewahrung, Dokumentation und Weitergabe musikalischer Praktiken.
Der Aufenthalt versteht sich auch als Einladung zum Austausch. Interessierte sind herzlich willkommen, in einen Dialog über das Forschungsprojekt und seine Themen einzutreten.
Kontakt: Evelyn.Taina.Silva(@)hfm-weimar.de
From February to June, the University of Music FRANZ LISZT Weimar welcomes doctoral researcher Evelyn Tainá Silva, from the Federal University of Pará (UFPA), Brazil. The research project focuses on the Bois de Máscaras of São Caetano de Odivelas, a vibrant expression of Amazonian popular culture. Central to the work are questions of musical archives, sonic memory, and the transformations and continuities within this tradition’s repertoire.
During the stay in Weimar, the researcher will participate in the seminars of the Chair of Transcultural Music Studies and work with the collection of Prof. Dr. Tiago de Oliveira Pinto, which includes historical recordings made in Black communities in the Amazon region. This material offers valuable insights for exploring issues of preservation, documentation, and the safeguarding of musical heritage.
The visit is also an invitation to exchange ideas. Those interested are warmly encouraged to engage in dialogue about the project and its themes.
Contact: Evelyn.Taina.Silva(@)hfm-weimar.de
Dr. Jessica Kaiser

Stipendiatin im Rahmen des Thüringer Programms für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchskünstlerinnen an der HfM Weimar
Forschungsthema:
Kammermusik als Sozialutopie? Ethik, Verantwortung und das Potential Künstlerischer Forschung
In einer Welt, die von politischer Polarisierung, ökologischen und humanitären Krisen und rasantem technologischen Wandel geprägt ist, drängt sich eine zentrale Frage auf: Wie können wir angesichts dieser Herausforderungen Gesellschaft neu denken und ein empathisches, konstruktives Miteinander gestalten, das uns handlungsfähig macht? Dieses künstlerisch-wissenschaftliche Forschungsvorhaben widmet sich dieser Frage in und durch Musik und lotetTitel des Forschungsprojektes: Kammermusik als Sozialutopie? Ethik, Verantwortung und das Potential Künstlerischer Forschung“ dabei das ethische Potential kammermusikalischer Praxis aus.
Die Arbeitshypothese des Projektes ist, dass anspruchsvolle kammermusikalische Praxis durch ihre intersubjektive Qualität eine besondere ethische Kraft entfaltet, die das praktische Hinterfragen, Formen und Weiterentwickeln zwischenmenschlicher Werte ermöglicht. Ein künstlerisch-forschender Ansatz kombiniert erkenntnisorientierte musikalische Praxis und theoretische Reflexion, um diese intersubjektiven Phänomene und ethischen Prozesse im Ensemble aufzuzeigen, zu analysieren und schließlich mit gesellschaftlich relevantem Bezug weiterzudenken. Ziel ist es, neue ästhetische wie intersubjektive Handlungs- und Erfahrungsräume entstehen zu lassen. Kontrapunktische Auseinandersetzung findet darin ebenso Platz wie Empathie und Dialog. Mehr noch eröffnet sich hier das Potential zur künstlerischen Entfaltung sozialer Utopien: Kollektive, künstlerische Visionen neuer Formen des Miteinanders werden musikalisch erdacht und erprobt.
Darüber hinaus wird das Projekt in künstlerischer Hinsicht innovative Aufführungsformen und performative Strategien entwickeln, die auch das Publikum aktiv in die Aufführungssituation miteinbeziehen. Der Raum des gemeinsamen Erlebens weitet sich damit auch auf die Zuhörenden aus, sowohl in ästhetischer Hinsicht als auch im Hinblick auf die gesellschaftliche Fragestellung. Sozial-utopische Ideen werden für das Publikum ästhetisch erfahrbar. Dies eröffnet neue Perspektiven auf die soziale Verantwortung, die musikalische Praxis—auch im Sinne von artistic citizenship (Elliot et al. 2016)—übernehmen kann: Wie sieht eine musikalische Praxis aus, die gesellschaftliche Transformation nicht nur begleitet, sondern aktiv kommentiert, herausfordert oder sogar anstößt?
Mohammad Naseem Fazel

Stipendiat der Martin-Roth-Inititative
Herr Fazel forscht zum Thema „Archivarbeit als Kulturerhalt“ und blickt auf eine lange Zusammenarbeit mit dem Archiv des Afghanistan Music Research Centre (AMRC) der Hochschule für Musik Franz Liszt zurück. Bevor er Afghanistan verlassen musste, war er in leitender Position beim staatlichen Rundfunk Afghanistans tätig. In der Zusammenarbeit mit dem AMRC setzt Herr Fazel seine Erfahrung mit Musikarchiven ein und baut seine wertvolle Expertise im Austausch mit einer international renommierten Forschungsinstitution aus. Ziel seiner Arbeit ist die technische und inhaltliche Überprüfung der Beschaffenheit des Archivmaterials. Durch diese bedeutende Arbeit schafft Herr Fazel eine Basis, die es ermöglichen wird, wichtige Aufnahmen zu erschließen. Darüber hinaus wird der Stipendiat an einem inhaltlich verknüpften Forschungsvorhaben zum Thema „Modern Ways of Archiving as a Form of Preservation of Cultural Heritage“ arbeiten.
Kamai Freire M.A.

Stipendiat des Graduiertenförderstipendiums der HfM Franz Liszt
Dissertationsprojekt: Music and Spirituality in the Haitian Revolution
Eine transdisziplinäre Untersuchung über Musik und Spiritualität in der haitianischen Revolution, die als Modell für die Vollendung der afrikanischen Revolution dienen kann.
Yichen Jiang
Stipendiatin des China Scholarschip Council
Dissertationsprojekt "Heinrich I. Musikleben und chinesische Poetry Art Song Works"
Die Arbeit wird von Prof. Dr. Michael Klaper betreut.
Mohsen Saifi

Stipendiat der Martin-Roth-Inititative
Mohsen Saifi ist Musikforscher und Musiker mit umfassenden Kenntnissen der afghanischen Musik in Theorie und Praxis. Er hat als Kursleiter des Deutsch-Afghanischen Seminars „Collaborative Research" fungiert, das Studierende der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar mit Studierenden der Kabul Universität zu Austausch und gemeinsamer Forschung zusammenbrachte. Damit hat er in entscheidender Weise zum interkulturellen Dialog der beiden Länder im Hinblick auf Musik und Kulturerbe beigetragen. Als Stipendiat bringt Herr Saifi seine wissenschaftlichen und künstlerischen Fähigkeiten in der Arbeit am multimedialen Archiv des Afghanistan Music Research Centre (AMRC) des TMS-Lehrstuhls ein und entwickelt diese weiter. Gleichzeitig wird Herr Saifi an einem Forschungsvorhaben zu „Orchestal Practices of Afghanistan and the Current Challenges" arbeiten. Damit wird es dem Stipendiaten möglich, seine musikalischen Fachkompetenzen einzusetzen und im Austausch mit den Forscher/-innen des AMRC weiterzuentwickeln.
Yijun Si
Stipendiatin des China Scholarship Council
Dissertationsprojekt "The Sphere of Eastern and Western Arts Synthesis at the Shanghai"
Die Arbeit wird von Prof. Dr. Michael Klaper betreut.
Mohammad Sediq Zarifyar

Stipendiat der Martin-Roth-Inititative
Mohammad Sediq Zarifyar arbeitet im Bereich Kulturerhalt und war jahrzehntelang beim staatlichen Rundfunk Afghanistans tätig, bevor er Afghanistan verlassen musste. Sein außergewöhnliches Engagement für Musikarchive hat bereits entscheidend zur Erhaltung des afghanischen Musikerbes beigetragen. Als Stipendiat wird Herr Zarifyar im multimedialen Archiv des Afghanistan Music Research Centre (AMRC) des TMS-Lehrstuhls arbeiten. Mit dem AMRC verbindet ihn eine langjährige Zusammenarbeit in Forschung und Lehre und seine detaillierten Kenntnisse über die Musikaufnahmen des Archivs machen Herrn Zarifyar zu einem unabdingbaren Partner. Ziel der Arbeit ist die inhaltliche Überprüfung und Bearbeitung von Digitalisaten, die eine Voraussetzung für die langfristige Nutzbarkeit ist. Die zentralen Tätigkeiten von Herrn Zarifyar sind die Aufarbeitung und Zusammenstellung des Archivmaterials, das in einem weiteren Schritt über das AMRC sichtbar und zugänglich gemacht werden soll.
