Herzlich Willkommen ...

… auf der Seite des Instituts für Musikwissenschaft Weimar-Jena!

Die Tea Time findet im Sommersemester endlich wieder in Präsenz statt! Das Institut freut sich auf Lehrende, Studierende, Mitarbeitende und Gäste und lädt dafür immer mittwochs von 16 bis 17 Uhr in das Büro des Institutsleiters (Raum 404) am hochschulzentrum am horn zum gemütlichen Kaffee- und Teetrinken und zu entspannten Unterhaltungen ein.


Das Kolloquium zu aktuellen Fragen in der Musikforschung findet ab dem 20.04.2022 jeden Mittwoch um 18:30 Uhr über WebEx statt.

Die Themen der Vorträge sowie die Termine sind hier zu finden.


In diesem Semester, genau am 24. Juni 2022, begeht unsere Hochschule ihren 150. Geburtstag. Einhundertfünfzig Jahre Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar bedeutet zugleich einhundertfünfzig Jahre Pflege des Kanons abendländischer Musik und meint somit nicht nur Verpflichtung gegenüber den Meisterwerken der europäischen Tonkunst, sondern zugleich auch Ausbildung „im Dienste“ an dieser Musik. So jedenfalls lassen sich einige Äußerungen von an unserer Hochschule tätigen Musikdozentinnen und -dozenten verstehen.

Wenn 1877 der Beginn gemacht wurde, Nachwuchs für das kurfürstliche Weimarer Orchester auszubilden, dann werden allerdings heute die Studierenden unserer Hochschule auf eine viel weltläufigere, musikalisch differenziertere Karriere im Bereich der Musik vorbereitet, die zwar künstlerische Exzellenz einschließt, doch zugleich über das instrumentale oder vokale Musizieren weit hinaus geht. Es sind tatsächlich nicht mehr nur Musizierende im engeren Sinne, die die Hochschule verlassen, sondern auch Absolvierende von pädagogischen und wissenschaftlichen Studiengängen, inklusive des Kulturmanagements und der Musiktheorie.

„Lautenspielerin“ von Hendrick Terbrugghen, Utrecht, ca. 1626. Sammlung Kunsthistorisches Museum, Wien.
© 2022 Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena

Als Beispiel für die vielfältige Sichtweise auf Musik, auf das differenzierte Verstehen, wie es am Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena vermittelt wird, soll ein Gemälde des niederländischen Malers Hendrick Terbrugghen (1588-1629) dienen. Die „Lautenspielerin,“ die der Künstler porträtiert hat, ist dabei ihr Instrument zu stimmen. Gleichzeitig scheint sie auch zu singen, oder zumindest vokale Laute von sich zu geben. Vor ihr liegt eine umfangreiche Sammlung an gebundenen Notenblättern, ein Repertoire, aus dem sie vortragen wird. Die Laute, die sie in den Händen hält, geht auf entsprechende Instrumente aus dem osmanisch-arabischen Kulturraum zurück: der nach hinten gekippte Wirbelkasten, die Verzierungen des Schalllochs weisen darauf hin. Zugleich sprechen andere Merkmale dafür, dass das Instrument ein europäisches Modell darstellt: die Bünde, die acht doppelchörig angebrachten Saiten (bei den arabischen Lauten dominieren sechs doppelchörig bespannte Saiten). Schließlich haben wir es mit einer Musikerin zu tun. Wer ist sie, was ist ihre Rolle in der Musikkultur, die sie hier repräsentiert?
Allein schon diese Beobachtungen und Fragen weisen in verschiedene Teilbereiche der Musikwissenschaft: Notations- und Instrumentenkunde, Musikgeschichte, Gender- und Performance-Studies, Stimmungen und Modi, Tonsysteme und Akustik, Organologie und musikalische Kulturgeschichte, Transcultural Music Studies und Systematische Musikwissenschaft – aus all diesen Gebieten und vielen mehr wird am Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena gelehrt und geforscht.             

Gemeinsam verorten Musikwissenschaft und Musikpraxis die musikalische Kultur immer wieder neu in ihrer Zeit und auch in ihrem jeweiligen sozio-kulturellen Kontext. Somit nimmt Musikwissenschaft einen zentralen Platz im Lehrplan einer Musikuniversität wie unserer ein, mit grundlegenden Angeboten auch an eine traditionsreiche Universität wie die Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Nach langer Pandemiepause hoffen wir in diesem Semester wieder auf unsere gemeinsame „Tea-Time“ jeden Mittwoch von 16-17 Uhr. Kommen Sie einfach vorbei!

Auf ein gutes Sommersemester 2022 !

Prof. Dr. Tiago de Oliveira Pinto
Direktor