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Workshop
„Ethnographische Praxis im Wandel: kollaborativ, kooperativ, dekolonial?“

Der Workshop „Ethnographische Praxis im Wandel: kollaborativ, kooperativ, dekolonial?“ wird von Edilson Kuruaya und Bruno Britto geleitet. Ziel des Workshops ist es, die an der Universidade Federal do Pará (UFPA) sowie am Labor für Ethnomusikologie (LABETNO) angesiedelte Forschung von Edilson Kuruaya zu Musik und Instrumenten der Kuruaya zu diskutieren, sowie die Zusammenarbeit zwischen Edilson und dem Projekt „Resocialization of Sound: Collaboration in Research, Archiving and Dissemination with Amazonian Collectives“ im Sinne aktueller Konzepte ethnographischer Praxis zu thematisieren.
Die Kuruaya leben sowohl im urbanen Kontext der Stadt Altamira als auch in Dörfern am Curuá und am Iriri, die Nebenflüsse des Xingu-Flusses sind. Altamira ist eine Gemeinde in der Region Médio Xingu im Bundesstaat Pará im amazonischen Gebiet Brasiliens.
Derzeit führt Edilson Kuruaya als Student der UFPA und Forscher am LABETNO einen Teil seiner Forschung unter der Betreuung von Professorin Liliam Cristina Barros Cohen in Zusammenarbeit mit dem Projekt „Resocialization of Sound: Collaboration in Research, Archiving and Dissemination with Amazonian Collectives“ durch, an dem auch das Ethnologische Museum Berlin und die Hochschule für Musik Franz Liszt beteiligt sind. Im Rahmen dieses Projekts unternimmt Edilson einen Forschungsaufenthalt am Ethnologischen Museum Berlin mit Fokus auf die Kuruaya-Xipaya-Sammlung, die im 20. Jahrhundert von Emilie Snethlage zusammengetragen wurde. Anschließend besucht Edilson das IAI – Ibero-Amerikanisches Institut, wobei der Schwerpunkt auf den Tagebüchern von Emilie Snethlage liegt, insbesondere auf dem von ihr dokumentierten Wörterbuch mit Kuruaya-Begriffen.
Während des Museumsbesuchs analysiert Edilson Musikinstrumente sowie weitere Artefakte aus der Sammlung, um Objekte von besonderer kultureller Relevanz für das Kuruaya-Volk zu identifizieren und zugleich zu prüfen, ob im Museum erhaltene Objektmodelle vorhanden sind, die mit Praktiken, Wissensbeständen und Erinnerungen zusammenhängen, die heute nicht mehr in ihrem ursprünglichen Gebiet präsent sind oder sich derzeit in einem Revitalisierungsprozess innerhalb der Gemeinschaften befinden.
Beim Besuch an IAI recherchiert Edilson im Kuruaya-Wörterbuch gezielt nach Begriffen, die mit Musikinstrumenten und kulturellen Praktiken des Kuruaya-Volkes verbunden sind, vor dem Hintergrund, dass die Kuruaya-Sprache im Laufe der Jahre immer weniger innerhalb der Gemeinschaft gesprochen wird.
Der Workshop bietet eine kritische Reflexion über kollaborative und dekoloniale ethnografische Praktiken. Insbesondere wird die aktive Rolle indigener Forschender in Prozessen kollaborativer Forschung, Interpretation sowie der Zirkulation akademischen und museologischen Wissens Hervorgehoben. Zudem eröffnet der Workshop eine Diskussion über ethische Protokolle im Umgang mit Musik und mit dem Zugang zu in Museen bewahrten Objekten und Artefakten.
Der Workshop wird von der Swiss National Science Foundation (SNSF) im Rahmen des Projekts „Resocialization of Sound: Collaboration in Research, Archiving and Dissemination with Amazonian Collectives“ finanziert, das von Prof. Dr. Matthias Lewy koordiniert wird, der derzeit Inhaber der Professur für Transcultural Music Studies (TMS) an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar ist.
Datum: 24.01.2026
Uhrzeit: 10:00 Uhr
Ort: Seminarraum 168, Hauptgebäude der Universität Jena – Am Fürstengraben 1
Für das Seminar ist keine vorherige Anmeldung erforderlich; es richtet sich an alle Interessierten.
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:
Bruno Britto: bruno.maues.de.lemos.britto(@)hfm.uni-weimar.de
9. Collegium Musicum Populare an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar

Vom 21. bis 22. Juni 2024 fand das Collegium Musicum Populare (CMP) an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar statt. Die Organisation lag bei Sean Prieske, UNESCO Chair on Transcultural Music Studies, und Prof. Dr. Martin Pfleiderer, Lehrstuhl für Geschichte des Jazz und der populären Musik. Das CMP ist ein jährlich stattfindender Workshop des deutschsprachigen Zweiges der International Association for the Study of Popular Music (IASPM D-A-CH), der den fachlichen und persönlichen Austausch zwischen Studierenden, Absolvent*innen und Professor*innen im Forschungsfeld Popular Music Studies fördert. Zum neunten Mal fanden sich Forschende zu diesem Anlass zusammen und befassten sich mit einer großen Vielfalt unterschiedlicher Themen. Auch die Mitglieder des Vorstands und Beirats von IASPM D-A-CH waren zahlreich vertreten. In diesem Jahr wurden alle Beiträge von Promovierenden vorgestellt - den Anfang machte dabei Elke Reichel mit ihrem Forschungsprojekt zu Satz- und klangtechnischen Klischees in aktueller Open Source Music. Es folgte eine Analyse verschiedener Konzerte aus filmpsychologischer Perspektive durch Johann Pibert, sowie ein Vortrag zum »Punctum« durch medientechnische Signaturen in der Popmusik von Joshua Wick. Im letzten Tagesblock leiteten Pascal Rudolph, Monika Schoop und Christopher Zysik einen Workshop zu wissenschaftlichen Laufbahnen in den Popular Music Studies. Die Themen umfassten Promovieren, Publizieren und Vernetzen.
Am zweiten Tag begann Tristan Essing mit einer Präsentation musikpsychologischer Studien zur Korrelation von Musikgeschmack und psychotropen Substanzen, gefolgt von Helene Elisabeth Heusers Vortrag zu theoretischen und methodischen Zugängen an der Schnittstelle von Ecomusicology und Popular Music Studies. Das letzte Thema präsentierte Valentin Ris, der eine historische Perspektive auf die Entstehung und Entwicklung der Digital Audio Workstation (DAW) vorstellte. Das CMP endete mit einem offenen Austausch über Qualifikant*innenförderung und weitere Vernetzungsmöglichkeiten.
Workshop mit Mohammad Daud Sadozai
Der UNESCO Lehrstuhl für Transcultural Music Studies freute sich, am Dienstag, den 12.Dezember 2023 die afghanischen Musiker Mohammad Daud Sadozai und Waheedullah Saghar an unserer Hochschule begrüßen zu dürfen.
Im Hochschulzentrum am Horn haben sie einen Workshop angeboten, der sich in zwei Sessions unterteilte:
Session 1: u.a. Musikgeschichte Afghanistans, Grundlagen & Techniken des Rubab-Spiels
Session 2: Vertiefung der Rubab-Spieltechniken und musikalische Zusammenarbeit mit HfM Studierenden, die ein anderes Instrument spielen.
Vortrag in der Kronberg Academy
Mensch und Musik: eine notwendige Verbindung

Zum geistigen Legat von Pablo Casals
Am Sonntag, den 24. September 2023 hielt Prof. Tiago de Oliveira Pinto einen Vortrag in der Kronberg Academy.
Das diesjährige Festival stand unter dem Motto „Zuerst Mensch“. Im Vortrag von Prof. Dr. Tiago de Oliveira Pinto war dieses Motto zugleich Ausgangspunkt für die Betrachtung der Rolle des weltberühmten Cellisten Pablo Casals als Musiker und Humanist. Mit seinem musikalischen Wirken hat Pablo Casals die Musik in den Mittelpunkt des Kulturerbes der Menschheit gestellt. Sein Musizieren, sein pädagogisches Wirken, vor allem aber seine humanistische Einstellung zur Musik haben ihm dazu verholfen, gesellschaftlichen und politischen Einfluss zu nehmen, der vor allem dem Frieden unter den Völkern dienen sollte.
Prof. Pintos Fazit des Vortrags: "Pablo Casals hat mit seinem Wirken und seinem Einfluss die Idee eines lebendigen und gesellschaftlich relevanten Musikerbes, im Sinne der UNESCO Kulrurerbekonvention von 2003, Jahrzehnte voraus bereits praktiziert.


Workshop mit Othman El Kheloufi
Chaâbi und marokkanische Rhythmen

Der marokkanische Komponist, Sänger, Saxophonist, Regisseur und vielseitige Künstler Othman Elkheloufi sprach in seinem Workshop über Chaâbi und führte die Studierenden in marokkanische Rhythmen ein. Zunächst gab es eine theoretische und historische Einführung, dann wurden einzelne Rhythmen gelernt und schließlich gemeinsam gespielt. Dabei wurde Othman El Kheloufi von dem Musikwissenschaftler Eric Petzold begleitet. Als Autodidakt entwickelt er Kompositionen, Melodien und eine sehr persönliche Sprache, die verschiedene Einflüsse miteinander verbindet: vom Jazz über den marokkanischen Chaâbi und andere populäre Musiktraditionen aus dem Maghreb bis hin zur elektronischen Musik. In seiner neuen Kreation MAZMOUT ("das Ersticken") geht es in seinen in zeitgenössischem marokkanischem Arabisch geschriebenen, poetischen Texten um soziale Probleme.
Circulating Knowledges Symposium - Sabres Circulantes
Universidade del Valle, Cali: 16. - 21.01.2023

Vorträge, Workshops, Konzerte
In Kooperation mit dem UNESCO Lehrstuhl für Transcultural Music Studies führte das Music Department der Universidad del Valle, Cali, Kolumbien, ein erstes Treffen mit Meister:innen der traditionellen Musik der Pazifikküste durch, mit seinem afro-kolumbianischen Repertoire. Ein zentrales Musikinstrument dieser Region ist die Marimba, ein Xylophon mit 18 – 28 Holzplatten. Diese Musikpraxis wurde 2015 in die Repräsentative Liste der UNESCO als immaterielles Kulturerbe der Menschheit eingetragen.
Die Studierenden der Uni Valle hatten eine ganze Woche lang Gelegenheit sich mit den Meistern dieser Musikkulturen auszutauschen. Es ging um das traditionelle Wissen in der Region, das hiermit erstmals in die Universität gelangte. Außerdem gab es Vorträge von Professorinnen der Uni Valle und von Gastprofessoren. Den Eröffnungsvortrag hielt Prof. Tiago de Oliveira Pinto: „Die Präsenz afrikanischer Geschichte in der Musik Südamerikas und der Karibik“.
Die 91 eingeschriebenen Teilnehmer:innen hatten zudem Gelegenheit Grundlagen des Spiels auf der Marimba auszuprobieren und auch Repertoire zu erarbeiten. Unterschiedliche Ensembleformationen bestanden aus Marimbas, Trommeln, Rasseln und Gesang. In den Workshops wurden die unterschiedlichen Genres der Musik der Pazifikküste erlernt und vorgetragen.
Im Zentrum stand immer wieder das kulturelle Wissen der Menschen von der Pazifikküste, ihre Musikauffassung und die Einbindung des von Generation zu Generation getragenen Wissens in die Natur.
Die Veranstaltung in Cali ist die Umsetzung eines Teils des Projekts „Circulating Knowledges“ des UNESCO Lehrstuhls für Transcultural Music Studies, das vom DAAD finanziert wird.
Gesprächskonzert in der Brasilianischen Botschaft in Berlin
"Musik im Modernismo Brasileiro"

Im Juni 2022 reiste Prof. Dr. Tiago de Oliveira Pinto mit einer Gruppe Studierender nach Berlin. Anlass war das vorlesungsrelevante Gesprächskonzert "Musik im Modernismo Brasileiro" in der Brasilianischen Botschaft. Prof. Pinto führte das Gespräch zum Werk "Ciclo Brasileiro" von Heitor Villa-Lobos, dass Pianist José Navarro Silberstein erklingen lies.
Musikgeschichte und ihr Kanon
Impulsvortrag: Prof. Dr. Fabien Lévy (HMT Leipzig)

„Um welche Musik geht es nach 150 Jahren Hochschule für Musik?“
Mindestens genauso anregend war der Impulsvortrag von Prof. Dr. Levy im Saal am Palais. Gemeinsam diskutierten Prof. Levy, Prof. Pinto und Prof. von Massow den musikgeschichtlichen Kanon und 150 Jahre Musikwissenschaft an der Hochschule.
Impulsvortrag: Prof. Dr. Fabien Lévy (HMT Leipzig)
Moderation:
Prof. Dr. Tiago de aoliveira Pinto,
Prof. Dr. Albrecht von Massow
Montag, 20.Juni 2022
19:30 Uhr
Saal am Palais




