Teamwork, Praxiserfahrung und die nötige Disziplin: Das Erfolgsrezept der Weimarer Dirigentenschmiede
Reiche Praxiserfahrungen sind das A und O in der Ausbildung. Da sind sich die beiden Professoren für Orchesterdirigieren einig. „Von den Weimarer Möglichkeiten konnten wir in unserer eigenen Ausbildung nur träumen“, sagt Prof. Gregor Bühl. „Basis des Erfolgs ist neben der extensiven professoralen Betreuung eindeutig der hohe Unterrichtsanteil vor einem Orchester“, bekräftigt Prof. Ekhart Wycik.
Dieser Erfolg, dessen Grundstein schon vor vielen Jahren durch die Arbeit der emeritierten Professoren Gunther Kahlert und Nicolás Pasquet gelegt wurde zeigt sich zum einen in den zahlreichen Auszeichnungen der Studierenden und Alumni:
Sie reichen vom 1. Preis im Dirigierwettbewerb des MDR-Sinfonieorchesters für die mitteldeutschen Musikhochschulen, der in 13 Jahren 13 mal nach Weimar ging, bis hin zu Erfolgen bei bedeutenden internationalen Wettbewerben, so zum Beispiel beim
- Concours international de jeunes chefs d’orchestre de Besançon
- Donatella-Flick-Wettbewerb des London Symphony Orchestra
- Georg-Solti-Wettbewerb in Frankfurt
- Gustav-Mahler-Wettbewerb der Bamberger Symphoniker
- German Conducting Award
- Dimitri-Mitropoulos-Wettbewerb in Athen
- Wettbewerb des Korean National Symphony Orchestra in Seoul
- Witold-Lutosławski-Wettbewerb in Białystok
Arturo-Toscanini-Wettbewerb in Parma
Und wenn in deutschen Orchestern oder Opernhäusern Dirigentinnen und Dirigenten gesucht werden, wandern suchende Blicke gern zum Nachwuchs gen Weimar.
Zu den Absolventinnen und Absolventen der „Weimarer Dirigentenschmiede“, die allein in den vergangenen Jahren Chefpositionen übernommen haben, zählen u.a.
- David Afkham (Spanisches Nationalorchester Madrid)
- Vitali Alekseenok (Deutsche Oper am Rhein)
- Felix Bender (Theater Ulm)
- Dominik Beykirch (Musiktheater Deutsches Nationaltheater Weimar / Staatskapelle Weimar)
- Martijn Dendievel (Hofer Symphoniker / ab 2026 Sinfonieorchester Flandern)
- Valentin Egel (Kroatisches Nationaltheater Rijeka)
- Gábor Hontvári (Theater Nordhausen / Loh-Orchester Sondershausen)
- Marie Jacquot (Königlich Dänische Oper Kopenhagen / ab 2026 WDR Sinfonieorchester)
- Johannes Klumpp (Folkwang Kammerorchester / Heidelberger Sinfoniker)
- Martin Rajna (Ungarische Staatsoper, ab 2026 auch Philharmonie Luxemburg)
- Clemens Schuldt (Münchener Kammerorchester / Orchestre symphonique de Québec)
Lorenzo Viotti (Gulbenkian Sinfonieorchester Lissabon / Niederländische Philharmonie und Oper Amsterdam / ab 2026 Tokyo Symphony Orchestra)
Die drei Säulen der in höchstem Maße praxisorientierten Ausbildung:
- Das hauseigene, großzügig durch externe Sponsoren geförderte „Orchester für den praktischen Dirigierunterricht“ (OPD) aus etwa 40 Instrumentalstudierenden ist einer der Bausteine im Weimarer Ausbildungskosmos: Etwa viermal pro Semester bietet es den Dirigierstudierenden die Möglichkeit, Standardrepertoire nicht nur mit Klavier, sondern unter realen Probebedingungen zu erarbeiten und dabei in einem „geschützten Raum“ auch etwas auszuprobieren und zu experimentieren.
- Professionelle Hauptpartner der Dirigentenklassen sind Thüringer Orchester, an erster Stelle die Jenaer Philharmonie, dicht gefolgt von der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach und der Staatskapelle Weimar. Die Studierenden stehen regelmäßig bei Proben und auch bei Aufführungen am Pult dieser hochrangigen Berufsorchester.
Exkursionen und mehrtägige Studienreisen zu weiteren Orchestern und Theatern im In- und Ausland bilden die dritte Säule. Praxispartner in den Bereichen Musiktheater, Sinfonik und Kammerorchester sind – meist mit Abschlusskonzerten bzw. Opernaufführungen – u.a. das Landestheater Coburg, das Anhaltische Theater Dessau, die Hofer Symphoniker, das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim und gleich drei Orchester in Tschechien (Hradec Králové, Karlovy Vary, Teplice).
Auch hier betreuen meist beide Dirigierprofessoren die Proben und Konzerte. Die Weimarer Studierenden wissen das zu schätzen:
„Die Studierenden, die hier in Weimar ihren Abschluss machen, haben schon unheimlich viel Orchestererfahrung“.
"Die Menge an Praxis ist hier viel üppiger als in meiner früheren Musikhochschule. Weimar ist die Top-Adresse in Deutschland."
In die Praxisprojekte werden neben Gastdozierenden etwa aus Mailand, Amsterdam, Wien oder Vancouver auch die Studierenden der Instrumentalklassen für Soli eingebunden, was den fachübergreifenden Nutzen für die Ausbildung an der Weimarer Hochschule nochmals erheblich steigert. Das bedeutet großen Koordinations- und Organisationsaufwand, der aber aufgrund kurzer, gut gepflegter Kommunikationswege erfolgreich gemeistert wird.
Die Dirigierprofessoren Gregor Bühl und Ekhart Wycik teilen sich die Ausbildungsarbeit innerhalb des Instituts für Dirigieren und Opernkorrepetition: Sie unterrichten die Klasse gemeinsam. Von ihrer engen Zusammenarbeit und ihrer internationalen Expertise in der Sinfonik und im Musiktheater-Repertoire profitieren alle Studierenden. Darüber hinaus haben alle Studierenden des Studienganges Orchesterdirigieren auch Unterricht im Fach Chordirigieren bei Prof. Jürgen Puschbeck.
Das integrative und fachübergreifende Prinzip "Alles im Team" und der gemeinsame Praxisunterricht schaffen für die Studierenden exzellente Möglichkeiten. Sind sind zwei der zahlreichen Schlüssel für den Erfolg der „Weimarer Dirigentenschmiede“.
