
Mitreißender Klangrausch
Geigerin Larissa Cidlinsky spielt ihr Konzertexamen unter Stardirigent Vladimir Jurowski
Mit dem selten aufgeführten 1. Violinkonzert des polnischen Komponisten Karol Szymanowski schließt eine junge Geigerin ihr Konzertexamen als höchster künstlerischer Abschluss an der Weimarer Musikhochschule ab: Larissa Cidlinsky ist die Solistin im Hochschulsinfoniekonzert am Donnerstag, 12. Dezember um 19:30 Uhr in der Weimarhalle. Die Leitung hat Stardirigent Vladimir Jurowski, der im Festsaal Fürstenhaus bereits intensiv mit dem Orchester probt.
„Die Klangsprache von Szymanowski liebe ich besonders“, sagt Larissa Cidlinsky über den Komponisten ihrer Solostücks. „Er verwendet so viele unterschiedliche Charaktere und Farben, wodurch ein sehr sinnliches Werk entsteht. Das Werk ist großartig orchestriert – mit einem riesigen sinfonischen Apparat, der den Hörer unmittelbar in einen Klangrausch mitreißt.“
Die Geige habe ihr Leben in jeder Hinsicht geprägt, verrät die Musikerin. „Die Violine eröffnet unendlich viele Möglichkeiten und ein riesiges Repertoire, das einen lebenslang inspiriert. Doch der Zauber in der Musik liegt für mich darin, immer weiter nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten zu suchen.“
Neben Szymanowskis Violinkonzert erklingt im Sinfoniekonzert auch Anton Bruckners beschwingte „Nullte“ Sinfonie in d-Moll sowie Arnold Schönbergs expressive „Begleitmusik zu einer Lichtspielszene“. Eintrittskarten zu 20 Euro, ermäßigt 15 Euro, gibt es im Vorverkauf bei der Tourist-Information Weimar sowie an der Abendkasse.
Die internationale Preisträgerin Larissa Cidlinsky baut sich einen Ruf als herausragende und vielseitige Geigerin auf. Zuletzt wurde sie als Stipendiatin des Deutschen Musikwettbewerbs und dem „EMF Pirastro Young Artist Award“ ausgezeichnet. Sie nahm am Festival „Chamber Music Connects the World“ der Kronberg Academy teil, wo sie mit Gidon Kremer, Tabea Zimmermann, Jörg Widmann und Christian Tetzlaff auftrat. 2020 gewann sie beim Wettbewerb der Deutschen Stiftung Musikleben eine Violine von Nicolas Lupot (Paris 1810).
Zusammen mit dem Cellisten Anton Spronk ist sie Initiatorin und künstlerische Leiterin des Festivals „Eggenfelden klassisch“. Während ihrer Stipendiatenzeit an der Villa Musica Rheinland-Pfalz konzertierte sie mit Fazil Say, Baiba und Lauma Skride, Martin Beaver, Wen Xiao Zheng, Roland Glassl und dem Calidore Streichquartett.
Die junge Geigerin war zu Gast bei internationalen Festivals wie dem Krzyzowa Music Festival, dem IMS Prussia Cove, Kammermusikfestival Regensburg, Dynamikfest Salzburg, Schleswig-Holstein Musikfestival, dem Rheingau Musikfestival, der Kronberg Academy, dem Nordischen Kammermusikfestival und Zeeland Klassiek (Holland).
Larissa Cidlinsky studierte bei Igor Ozim (Mozarteum Salzburg), Donald Weilerstein (Juilliard School in New York), Ulf Wallin (HfM Hanns Eisler), Ana Chumachenco (Escuela Superior de Música Reina Sofía) und Janine Jansen (HEMU Vaud-Valais). Ihr Master- und Konzertexamensstudium absolvierte sie bei Friedemann Eichhorn in Weimar. Stipendien erhielt sie von der Neuen Liszt Stiftung, Jürgen-Ponto-Stiftung, DAAD-Stiftung und Deutschen Stiftung Musikleben.
[10.12.2024]
