
Zum 100. Gründungsjahr
Kammerchor der Hochschule singt Bachs h-Moll-Messe in Ohrdruf, Erfurt und Weimar
Er wurde 1926 als Madrigalchor von Walter Rein gegründet und entwickelte sich rasch zu einem Spitzenensemble: Der Kammerchor der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar führt anlässlich seines 100-jährigen Bestehens gleich dreifach die Messe in h-Moll BWV 232 Johann Sebastian Bachs auf. Unter der Leitung von Prof. Jürgen Puschbeck erklingt die Messe zunächst am Freitag, 26. Juni um 19:00 Uhr in der St. Trinitatiskirche in Ohrdruf.
Es folgt eine Aufführung am Samstag, 27. Juni um 19:00 Uhr in der Erfurter Thomaskirche, bevor der Kammerchor zum Abschluss am Sonntag, 28. Juni um 17:00 Uhr in der Herz-Jesu-Kirche in Weimar auftritt. Es spielt das Hochschulorchester, es singen Studierende verschiedener Gesangsklassen. Der Eintritt zu allen Konzerten ist frei, in Weimar ist allerdings eine vorherige Ticketreservierung über die Tourist-Information erforderlich.
Die h-Moll-Messe Johann Sebastian Bachs zählt zu den bedeutendsten Werken der europäischen Musikgeschichte. Sie gilt als ein Höhepunkt der geistlichen Musik des Barock. Erste Teile schrieb Bach bereits 1733, die endgültige Fassung entstand kurz vor seinem Tod im Jahr 1750. Bach wirkte als lutherischer Kirchenmusiker in Leipzig, vertonte jedoch den lateinischen Text der katholischen Messe. Dadurch überschritt er konfessionelle Grenzen und schuf ein Werk von universeller Bedeutung.
Dem Kammerchor der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar gehören vorwiegend Studierende der Studiengänge Schulmusik, Dirigieren und Kirchenmusik an. Nach seiner Gründung 1926 setzte zunächst Prof. Günter Fredrich, ab den 1970er Jahren dann Prof. Gerd Frischmuth die chorische Arbeit fort. Seit 1997 leitet Frischmuths einstiger Schüler Prof. Jürgen Puschbeck das Ensemble. Puschbeck war selbst Mitglied des Dresdner Kreuzchors, studierte in Weimar und wurde 1986 zunächst Chordirektor der Jenaer Philharmonie, bevor er 1997 die künstlerische Leitung des Kammerchors der Weimarer Musikhochschule übernahm – und 1998 zum Professor für Chordirigieren berufen wurde.
Der Kammerchor folgt regelmäßig Einladungen zu nationalen und internationalen Festivals und Wettbewerben, etwa in Marktoberdorf, Graz, Belfort, Spittal/ Drau, Riva del Garda, Tolosa oder Tours. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen zeugen von der Qualität des Klangkörpers. Zudem weist der Chor eine rege Konzerttätigkeit auf: Gastspielreisen führten ihn bereits in fast alle europäischen Länder, in die USA, nach Japan und Israel. Das Ensemble wird seit vielen Jahren auch als Botschafter Thüringens und Deutschlands wahrgenommen.
So gehören Konzerte für die thüringischen Landesvertretungen in Berlin und Brüssel bereits zur Tradition; ebenso gestaltete der Chor mehrfach Adventskonzerte im Auftrag der deutschen Botschaft in Wien, Bratislava und Košice. Der Kammerchor der Hochschule pflegt in erster Linie die a-cappella-Literatur des 16. bis 21. Jahrhunderts, daneben gehört aber auch die Vokalsinfonik zum festen Bestandteil des Repertoires. Hier, wie auch bei anderen Projekten, arbeitete der Chor mit namhaften Dirigenten wie z.B. Kurt Masur, Fabio Luisi, Helmuth Rilling, Georg Christoph Biller, Ton Koopman, Konrad Junghänel oder John Butt zusammen.
[12.06.2026]
