Szenenfoto aus "Messias" | Foto: Anke Neugebauer

Trost und Triumph

Prof. Jochen Biganzoli inszeniert Händels “Messias” am Deutschen Nationaltheater Weimar

Worauf dürfen wir hoffen, wenn wir in Gemeinschaft leben? Was passiert, wenn man die dramatische und bildhafte Kraft von Georg Friedrich Händels Oratorium “Messias” in unsere Gegenwart übersetzt? Wie können unsere heutigen Erfahrungen von Verkündigung, Angst, Trost und Triumph im Werk widerhallen? 

Dem geht Jochen Biganzoli, Regisseur und Professor für Musiktheater/Szene an der Weimarer Musikhochschule, in seiner Inszenierung des Messias als „Gemeinschafts-Oratorium“ am Deutschen Nationaltheater (DNT) nach. “Der Messiah erzählt in drei Teilen eine universelle Geschichte von Verheißung, Opfer und Erlösung, deren biblische Sprache sich überraschend direkt mit heutigen Themen wie Medienüberflutung, Vereinsamung, Radikalisierung, aber auch Solidarität und Hoffnung verbinden lässt”, so der Regisseur. 

Unter der musikalischen Leitung von Musikdirektor Daniel Carter kommen mehr als 100 Stimmen auf der Bühne zusammen. Neben den professionellen Ensembles des DNT wirkt ein Bürger*innen-Chor mit – und macht die Grenzen zwischen Bühne und Stadtgesellschaft bewusst durchlässig. Premiere feiert die Produktion am Samstag, 5. September um 19:30 Uhr im Großen Haus des DNT. 

Auch Studentinnen der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar sind Teil dieses Chores. Sie sammeln Bühnenerfahrung, lernen Probenprozesse kennen und stellen sich gemeinsam mit vielen anderen der Herausforderung, Neues zu wagen und die Angst davor abzulegen. Das partizipative Chorprojekt findet im Rahmen des Kunstfests Weimar statt.

„Es ist eine tolle Möglichkeit, mal reinzuschnuppern in den ganzen Probenprozess. Jochen Biganzoli hat dem ganzen Institut die Möglichkeit offengelegt, mitzumachen", sagt Katharina Riel, die im dritten Bachelorsemester in der Weimarer Gesangsklasse von Prof. Silke Evers-Osthoff studiert. „Ich habe zum Beispiel gelernt, was der Unterschied zwischen musikalischen und szenischen Proben ist und was es für einen Unterschied macht, dann auch noch schauspielern zu müssen und wie das manchmal sogar hilft.“

[28.08.2026]