Foto: Guido Werner

Schmerz und Liebe

Hochschulorchester taucht in die Welten der Romantik und der Moderne ein

In großer Besetzung lädt die Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar zu einem Sinfoniekonzert ein, das ursprünglich schon am 23. April stattfinden sollte: Der neue Termin für die opulente Sinfonik zwischen Romantik und Moderne mit dem Hochschulorchester unter der Leitung von Prof. Ekhart Wycik ist nun Donnerstag, 7. Mai um 19:30 Uhr in der Weimarhalle.

Eintrittskarten zu 20 Euro, ermäßigt 15 Euro, gibt es bei der Tourist-Information Weimar sowie an der Abendkasse. Gegen Vorlage der thoska gibt es für Studierende 5-Euro-Karten und für Mitarbeitende 10-Euro-Karten bei der Tourist-Information Weimar. 

Auf dem Programm stehen unter anderem Auszüge aus Richard Wagners Oper „Tristan und Isolde“ – Wagners selbst erstelltes Arrangement von Vorspiel und Schlussszene (Isoldes Liebestod) als instrumentales Orchesterstück. Rund drei Jahre lang arbeitete der Komponist an diesem Musikdrama und verarbeitete vor allem die intensiven Gefühle der Charaktere musikalisch: tiefe Sehnsucht, unausweichliche Liebe und schließlich der Tod einer geliebten Person.

Im klanglichen Kontrast zu Wagners harmonisch kühner Musik mit ihrem berühmten „Tristan-Akkord“ erklingt Johannes Brahms‘ Sinfonie Nr. 2 in D-Dur op. 73. Inspiriert von der Landschaft des Wörter Sees schuf Brahms ein Werk, das nur so sprudelt von naturnahen, heiteren und pastoralen Melodien. Gerade im Vergleich zur tragischen und düsteren ersten Sinfonie gelingt es dem Komponisten, die Naturidylle Kärntens zum Leben zu erwecken.

Abgerundet wird der sinfonische Abend durch Olivier Messiaens „Les Offrandes oubliées“. Der Beiname „Méditation symphonique“ beschreibt den Sinn des Werkes als eine tiefe religiöse Versenkung. Besonders seinen kompositorischen Farbvorstellungen verlieh Messiaen dabei – passend zur Metapher des dreigeteilten Altarbildes – tiefen Ausdruck. Eine Verbindung zwischen diesem Werk und Richard Wagners „Tristan und Isolde“ ist anhand von zwei Leitmotiven erkennbar: Schmerz und Liebe. Der Schmerz von Tristan und Isolde, die ohneeinander nicht leben können und als letzten Ausweg den gemeinsamen Liebestod wählen, wird dem Schmerz vom „süßen Jesus“, der aller Menschen Sünden auf sich nimmt, gegenübergestellt. 

[09.04.2026]