Prof. Bernhard Klapprott | Foto: Martin Schwabe

Wie im Paradies

Exkursion der Cembaloklassen von Prof. Bernhard Klapprott nach Hamburg

Zwölf Studierende aus den Cembaloklassen von Prof. Bernhard Klapprott an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar und an der Hochschule für Künste Bremen trafen sich in Hamburg: Im Rahmen einer Exkursion vom 24. bis 27. November erkundeten sie originale Cembali, Clavichorde und Fortepianos des 16. bis 18. Jahrhundert in der berühmten Beurmann-Sammlung des Museums für Kunst und Gewerbe. Unterricht bei Prof. Klapprott, eine Einführung durch den Kurator der Sammlung - Olaf Kirsch - sowie Übemöglichkeiten füllten die Tage. Ein gemeinsames Konzert am 27.11. in der Veranstaltungsreihe des Museums bildete den Abschluss.

Für die Studierenden war es „wie ein Aufenthalt in einem Paradies“, so konnte man es von den begeisterten Studierenden hören. Instrumente, zu denen Instrumentenbauer aus aller Welt pilgern, um sie zu studieren und nachzubauen, standen mehrere Tage zur Verfügung. Dabei war es besonders spannend den so unterschiedlichen originalen Klangcharakter der einzelnen Cembali jeweils in Verbindung mit dem Anschlag und Spielgefühl musikalisch zu erspüren und als Inspiration für das entsprechende Repertoire aufzunehmen.

Die Sammlung historischer Tasteninstrumente des Museums für Kunst und Gewerbe, die sich zum großen Teil aus einer Schenkung des Hamburger Sammlers Prof. Dr. Andreas Beurmann zusammensetzt, ist zu einem beachtlichen Teil in einem gut erhaltenen und spielbaren Zustand, nicht zuletzt dank umsichtiger Restaurierungen. Vor Beginn der Exkursion wurden einige ausgesuchte klingende Schätze vom dortigen Restaurator vorbereitet und gestimmt.

Das Konzertprogramm der Weimarer und Bremer Klassen bot einen Querschnitt durch Teile des Cembalorepertoires, passend zu einigen der Instrumente. Zuerst erklang das älteste Cembalo der Sammlung von ca. 1540 aus Italien mit Werken von Girolamo Frescobaldi, William Byrd, Jan Pieterszoon Sweelinck und John Bull. Ein flämisches Cembalo des in Deutschland geborenen Johann Daniel Dulcken aus dem 18. Jahrhundert war aufgrund seiner besonderen Transparenz geeignet für Werke Johann Sebastian Bachs. 

Der zweite Teil des Programms umfasste französische Musik aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Einzigartig in dieser Sammlung ist die Koexistenz eines französischen Cembalos aus dem 17. und eines aus dem 18. Jahrhundert, worauf sich zusammen genommen ein Großteil des französischen Cembalorepertoires optimal abbilden lässt. Das nutzten die Studierenden reichlich aus, in dem sie Werke von Louis Couperin, Marin Marais, Jean-Henri d´Anglebert, François Couperin, Jean-Philippe Rameau und Claude Balbastre spielten.

Nicht zuletzt rundete ein Werk aus Carl Philipp Emanuel Bachs Hamburger Zeit, gespielt auf dem Clavichord von 1788 des Dresdner Joseph Gottfried Horn, das Programm ab. Mit wertvollen Erfahrungen bepackt und sicherlich vielfältigen wundervollen Klängen im Ohr verließen die Studierenden inspiriert und beglückt die Hansestadt. 

[02.12.2025]