
Wichtige Persönlichkeit
Fagottist Klaus Thunemann verstarb im Alter von 88 Jahren
Die Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar trauert um Prof. Klaus Thunemann, der am 29. August 2025 im Alter von 88 Jahren verstarb. Der inspirierte und inspirierende Künstler und Pädagoge lehrte über viele Jahre bei den Weimarer Meisterkursen. So war er durchgängig jeden Sommer vom Weimarer Kulturstadtjahr 1999 bis zum Jahr 2005 und dann erneut 2007 zu Gast an der Weimarer Musikhochschule, um jungen Musiker*innen aus der ganzen Welt wichtige Impulse für ihr Fagottspiel zu geben.
"Herr Thunemann war für die Weimarer Meisterkurse über viele Jahre eine wichtige Persönlichkeit", sagt sein früherer Schüler, der Weimarer Fagottprofessor Frank Forst. "Sein Einfluss auf mehrere Generationen von Fagottist*innen war einzigartig und seine zahlreichen Einspielungen haben mich und viele meiner Kollegen in ihrer musikalischen Entwicklung stark beeinflusst. Persönlich hat er mich, erst als sein Student und später über mehrere Jahre als sein Assistent, maßgeblich geprägt."
Klaus Thunemann begann seine musikalische Ausbildung in seiner Heimatstadt Magdeburg an der Georg Philipp Telemann Fachschule für Musik. 1957 verließ er die DDR, um an der Hochschule für Musik in West-Berlin bei Prof. Willy Fugmann Fagott zu studieren. 1962 wurde er Solo-Fagottist im NDR Sinfonieorchester. 1965 zeichnete man ihn beim ARD-Wettbewerb in München als Preisträger aus. Als Solist und Orchestermusiker arbeitete er mit den bedeutendsten Dirigenten seiner Zeit zusammen und nahm das gesamte Solorepertoire für Fagott auf.
Ab 1978 war Thunemann Professor für Fagott an der Hochschule für Musik und Theater Hannover und gab Meisterkurse in Deutschland, Österreich, Italien, Spanien, Dänemark, Schweden, Großbritannien, Japan, Argentinien und den USA . 1996 übernahm er eine Professur an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" in Berlin, wo er auch nach seiner Emeritierung 2005 weiterhin unterrichtete. 2008 wurde er Professor an der Escuela Superior de Música Reina Sofía in Madrid sowie an der Barenboim-Said-Akademie in Berlin.
[11.09.2025]
