Henri Christofer Aavik beim "German Conducting Award" | Foto: WDR / Sirmin Kianmehr

Doppelerfolg in Köln

Weimarer Dirigierabsolvent Henri Christofer Aavik gewinnt den „German Conducting Award“

Gleich doppelt waren Absolventen der „Weimarer Dirigentenschmiede“ beim „German Conducting Award“ erfolgreich: Im Finalkonzert am Montagabend, 20. Oktober in der Kölner Philharmonie überzeugte der Este Henri Christofer Aavik die Jury und gewann den mit 15.000 Euro dotierten 1. Preis – sowie auch den Kurt-Masur-Publikumspreis in Höhe von 3.000 Euro.

Auch der mit 5.000 Euro dotierte 3. Preis ging mit Friedrich Praetorius (Deutschland) an einen Alumnus der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar. Den 2. Preis (10.000 Euro) gewann der Chilene Luis Toro Araya.  

„Damit kommen zum ersten Mal gleich zwei der drei Preisträger eines der inzwischen wichtigsten internationalen Dirigentenpreise aus unserem Institut für Dirigieren und Opernkorrepetition“, freut sich der Weimarer Dirigierprofessor Ekhart Wycik. Bei den letzten Wettbewerben hatten die Weimarer Dirigieralumni Claudio Novati den 3. Preis (2023), Martijn Dendievel den 1. Preis (2021) und Dominik Beykirch den 2. Preis (2017) gewonnen.

„Der Clou und die Besonderheit des Wettbewerbs liegt in seinem einzigartigen Anforderungsprofil: nur der Deutsche Dirigentenpreis gewichtet und wertet gleichermaßen Sinfonie und Oper“, so Wycik, der eigens zum Finale nach Köln reiste.

Dem Finalkonzert in der Kölner Philharmonie mit Werken von Mozart bis Strawinsky war ein einwöchiger Wettbewerb vorausgegangen. Aus 234 Bewerber*innen waren zwölf Dirigent*innen aus der ganzen Welt für die Teilnahme ausgewählt worden, die im Laufe der Wertungsrunden mit dem Gürzenich-Orchester Köln, dem WDR Sinfonieorchester sowie Sänger*innen der Oper Köln arbeiteten.

Zum 1. Preis gehören Engagements beim WDR Sinfonieorchester, Gürzenich-Orchester Köln, Oper Köln, Konzerthausorchester Berlin, Dresdner Philharmonie, Philharmonisches Staatsorchester Hamburg und Münchner Symphoniker.

Der German Conducting Award fand vom 14. bis 20. Oktober zum fünften Mal als internationaler Wettbewerb für Konzert- und Operndirigat statt. Zuvor war er ab 1995 als „Deutscher Dirigentenpreis“ für Stipendiat*innen des Forums Dirigieren des Deutschen Musikrats ausgerichtet worden. Der Mitschnitt des Finalkonzerts wird am Mittwoch, 22. Oktober 2025 um 20:03 Uhr als „ARD Konzert“ ausgestrahlt.

Der in Estland geborene Dirigent Henri Christofer Aavik ist 2. Preisträger des 5. Internationalen E. Svetlanov Wettbewerbs (2022) und 1. Preisträger des 8. Internationalen J. Panula-Wettbewerbs (2021). In den vergangenen Spielzeiten debütierte Aavik beim Orchestre National des Pays de la Loire, dem Nordniederländischen Symphonieorchester, den Bergischen Symphonikern und der Israel Camerata Jerusalem. Im September 2024 übernahm er die Position des Chefdirigenten des Pärnu City Orchestra (Estland).

Seit 2020 ist er regelmäßiger Gast an der Estnischen Nationaloper. Bereits in jungen Jahren besuchte Aavik die Dirigierkurse von Prof. Jorma Panula in Finnland. Später studierte er an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar bei Prof. Nicolás Pasquet und Prof. Ekhart Wycik, in der Schweiz an der ZHdK bei Prof. Johannes Schlaefli und im nationalen Masterprogramm der Konservatorien in Amsterdam und Den Haag bei Jac van Steen, Ed Spanjaard und Kenneth Montgomery.

Friedrich Praetorius ist seit dieser Spielzeit Kapellmeister an der Deutschen Oper Berlin. Zuvor war er in gleicher Funktion am Deutschen Nationaltheater Weimar sowie am Theater Chemnitz engagiert. Er ist mehrfacher 1. Preisträger, u.a. des 10. Dirigierwettbewerbs für Operndirigenten Orvieto, des 11. Dirigierwettbewerbs der Mitteldeutschen Musikhochschulen und des Internationalen Dirigierwettbewerbs 2021 an der Universität Almería. Seit 2023 ist er sowohl Chefdirigent als auch künstlerischer Leiter des Festivals „SommerMusikAkademie Schloss Hundisburg”.

Er erhielt seine erste musikalische Ausbildung im Thomanerchor Leipzig und studierte Orchesterdirigieren in der Klasse von Prof. Nicolás Pasquet und Prof. Ekhart Wycik an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar. Praktische Zusammenarbeit führte ihn bereits zum WDR und MDR Sinfonieorchester, zum Beethoven Orchester Bonn, zum Gürzenich-Orchester Köln, zu den Stuttgarter Philharmonikern und dem Orchestra Sinfonica di Milano Giuseppe Verdi.

[21.10.2025]