Die Preisträger*innen (v.l.n.r.) Chia-Yang Hsu, Viktoria Baskakova und Zhonghua Wei | Foto: Thomas Müller

Die Jury hat entschieden

Die Preisträger*innen des 11. Internationalen FRANZ LISZT Klavierwettbewerbs Weimar – Bayreuth stehen fest

Als Krönung einer spannenden Wettbewerbswoche gab es nach dem Finalkonzert nun die Entscheidung der Jury: Die Preisträger*innen des 11. Internationalen FRANZ LISZT Klavierwettbewerbs Weimar – Bayreuth stehen fest.

Den mit 12.000 Euro dotierten 1. Preis, gestiftet von der NEUEN LISZT STIFTUNG, und den Publikumspreis (Stifter: Ulrich Bergmann) gewann der erst 16-jährige Zhonghua Wei aus China. Den mit 8.000 Euro dotierten 2. Preis erspielte sich der 25-jährige Chia-Yang Hsu aus Taiwan, und der 3. Preis in Höhe von 5.000 Euro ging an die 27-jährige Viktoria Baskakova aus Russland.

Zusätzlich gab es eine Reihe von Sonderpreisen zu gewinnen: Mit dem Sonderpreis für die beste Interpretation einer klassischen Sonate wurde Chia-Yang Hsu (Taiwan) ausgezeichnet. Damit verbunden ist das Engagement zu einem Klavierabend im Steingraeber Haus, gestiftet von der Klaviermanufaktur Steingraeber & Söhne.

Den Sonderpreis für die beste Interpretation einer Liedtranskription von Franz Liszt, gestiftet von Gilbert Hönig, gewann Zhonghua Wei (China). Der ebenfalls von Gilbert Hönig gestiftete Sonderpreis für die beste Interpretation eines Kammermusikwerks wurde geteilt und ging an Chia-Yang Hsu (Taiwan) sowie an den Semifinalisten Sébastien Somorjai-Pellet (Frankreich). 

Im Finalkonzert am 31. Oktober in der Weimarhalle wurden die Preisträger*innen von der Staatskapelle Weimar unter der Leitung von Johannes Klumpp begleitet. Nachdem die erste Wertungsrunde des Wettbewerbs in Bayreuth und die weiteren Runden in Weimar stattgefunden hatten, kehrt der Wettbewerb für das Konzert der Preisträger*innen am 1. November um 19:30 Uhr im „Zentrum“ noch einmal nach Bayreuth zurück. Eintrittskarten gibt es bei der Theaterkasse Bayreuth und an der Abendkasse. 

Der in Kooperation mit der Stadt Bayreuth ausgerichtete Liszt-Wettbewerb gilt als einer der international wichtigsten, die das Werk Franz Liszts ins Zentrum stellen. Zum elften Mal hatten nun die Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar und die Stadt Bayreuth vom 21. bis zum 31. Oktober 2024 dazu eingeladen. 

Zur internationalen Jury unter Vorsitz des Weimarer Klavierprofessors Michail Lifits gehörten Michel Dalberto (Frankreich), Wolfgang Döberlein (Deutschland), Norma Fisher (Großbritannien), Leslie Howard (Großbritannien | Australien), Mariya Kim (Deutschland), Vivian Li (China), Boris Petrushansky (Italien) und Lilya Zilberstein (Österreich). 

Das verlangte Wettbewerbs-Repertoire legte in der ersten und zweiten Wertungsrunde einen deutlichen Fokus auf das Klavierwerk Franz Liszts. Im Semifinale gab es eine Neuerung: Erstmals wurden Klavierquintette von Robert Schumann und César Franck gemeinsam mit dem Karol Szymanowski Quartett zur Aufführung gebracht. Im Finale stand dann der Namenspatron des Wettbewerbs mit seinem Klavierkonzert Nr. 1 in Es-Dur im Fokus.

Der vor 30 Jahren von der Weimarer Musikhochschule ins Leben gerufene Liszt-Wettbewerb wird maßgeblich vom Freistaat Thüringen und der Stadt Bayreuth finanziert. Große Unterstützung leistet auch die NEUE LISZT STIFTUNG. 

Zonghua Wei (1. Preis, China) gab sein Solodebüt mit 10 Jahren und hatte bereits als 12-Jähriger das komplette Wohltemperierte Klavier von Bach, sämtliche Etüden von Chopin und Liszt sowie alle Klaviersonaten Mozarts studiert. Geboren 2008 in Guangzhou (China), reüssierte er zunächst bei den nationalen chinesischen Wettbewerben Pearl River Kayserburg und Xinghai Cup sowie mit einem 2. Preis beim Steinway National Competition.

Im Jahr 2023 wagte er erstmals den Schritt in einen internationalen Wettbewerb und wurde gleich mit dem 1. Preis beim Hilton Head International Piano Competition for Young Artists ausgezeichnet. Er erspielte sich zudem den 3. Preis beim Cleveland International Piano Competition for Young Artists.

Chia-Yang Hsu (2. Preis, Taiwan) wurde nach der ersten pianistischen Ausbildung in seiner Heimat als 16-Jähriger in die Klasse von Prof. Stepan Simonian an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg aufgenommen, wo er seinen Master absolvierte und aktuell im Konzertexamen studiert. Mehrfach wurde der 1999 in Yilan (Taiwan) geborene Pianist bereits zu Solorezitals in China, Deutschland, Italien, Bulgarien und den Vereinigten Arabischen Emiraten eingeladen.

Auftritte mit Orchester führten ihn u.a. zum Xiamen Youth Symphony Orchestra und dem Kaliningrad Symphony Orchestra. 2017/18 gewann er den 1. Preis und den C.P.E. Bach-Sonderpreis beim ICoM- Klavierwettbewerb sowie den Sonderpreis für Liedgestaltung beim Gustav-Mahler-Liedwettbewerb in Hamburg.

Viktoria Baskakova (3. Preis, Russland) erhielt ihre Ausbildung primär am Staatlichen Rimsky-Korsakov-Konservatorium in St. Petersburg sowie am Staatlichen Tschaikowsky-Konservatorium in Moskau, studierte aber 2018 eine Zeitlang auch in der Weimarer Klavierklasse von Prof. Christian Wilm Müller.

1997 in Nyagan (Russland) geboren, war sie bereits vielfach bei internationalen Klavierwettbewerben erfolgreich. So erspielte sie sich im Jahr 2021 den 1. Preis beim „Sigismund Halberg“-Wettbewerb und 2023 den 3. Preis beim „RPM – Sanremo“-Wettbewerb. Konzertauftritte führten sie u.a. bereits in den Münchner Gasteig, das Bolschoi-Theater in Moskau, die St. Catherine’s Church in Vilnius (Litauen) sowie das Tel Aviv Museum of Art (Israel). 

Nähere Informationen:www.hfm-weimar.de/liszt 

[31.10.2024]