
Debüt an der Metropolitan Opera
Gesangsabsolvent Nils Wanderer macht als Countertenor internationale Karriere
Dieses Engagement wird seine weitere Karriere beflügeln: Der Weimarer Gesangsalumnus Nils Wanderer debütiert in der Spielzeit 2025/26 an der berühmten Metropolitan Opera (Met) in New York in einer Oper über Frida Kahlo.
Er singt die Rolle des Leonardo in der Met-Premiere der Oper „El Último Sueño de Frida y Diego“ der amerikanischen Komponistin Gabriela Lena Frank im Mai und Juni 2026. Am Pult steht der international renommierte Dirigent Yannick Nézet-Séguin als amtierender Musikdirektor der Met.
„Es ist surreal: Als Künstler und Sänger, welcher sich zwischen den Welten der klassischen Musik und der modernen Kultur bewegt, bin ich unendlich dankbar, gesehen und verstanden zu werden“, sagt Nils Wanderer sichtlich bewegt über sein Engagement.
„Dieses Debüt an der Metropolitan Opera war ein langer und besonderer Weg, der ohne meine Familie, Freunde und Wegbegleiter niemals möglich gewesen wäre“, ergänzt der Countertenor, der Operngesang in der Klasse von Prof. Siegfried Gohritz an der Weimarer Musikhochschule studierte.
Komponistin Gabriela Lena Frank debütiert an der Met mit ihrer ersten Oper, einem magisch-realistischen Porträt des mexikanischen Malerpaares Frida Kahlo und Diego Rivera, mit einem Libretto des mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Dramatikers Nilo Cruz.
Die Geschichte ist eine Umkehrung des Orpheus- und Euridice-Mythos: Frida verlässt am Tag der Toten die Unterwelt und trifft sich wieder mit Diego. Das berühmt-berüchtigte Paar durchlebt noch einmal kurz ihre turbulente Liebe, umarmt die Leidenschaft und den Schmerz, bevor es sich endgültig aus dem Land der Lebenden verabschiedet.
Nils Wanderer, Gewinner des Bundeswettbewerbs Gesang 2022 und Zweitplatzierter des weltweit renommiertesten Opernwettbewerbs „Operalia“ im Jahr 2022, wurde für seine „schöne, dunkle, gut entwickelte und bernsteinfarbene Stimme, die während der gesamten Handlung eine breite Palette von Farben entfaltet, mit Ironie, Zärtlichkeit, Groll, Autorität, Großmut, alles mit einer bemerkenswerten Aussprache und einer magnetischen Bühnenpräsenz“ (Olyrix) gelobt.
Zu den Höhepunkten der aktuellen Spielzeit 2024/25 gehören Engagements als Oberon in Benjamin Brittens „A Midsummer Night's Dream“ beim Glyndebourne Opera Festival, beim Ozawa Festival in Japan sowie auch an der Staatsoper Hannover.
Außerdem singt Nils Wanderer den Tolomeo in Händels „Giulio Cesare“ an der Opéra National du Capitole, Mary Sunshine in Kanders „Chicago“ an der Komischen Oper Berlin, Dido in „Dido and Aeneas“ am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin – und Athamas in Händels „Semele“ an der Atlanta Opera. Hinzu kommt eine Performance beim „Lollapalooza Berlin“ mit seinem Programm „Wanderer“.
In der Spielzeit 2023/24 war Nils Wanderer als Hauptdarsteller in der Weltpremiere „Don't you Nomi?“ zu erleben, die dem deutschen Countertenor Klaus Nomi gewidmet ist und von Julia Lwowski an der Staatsoper Berlin inszeniert wurde. Mit Jordi Savall als Partner trat er zudem in Händels „Messiah“ bei den Salzburger Festspielen sowie in Bachs „Matthäus-Passion“ in der Pariser Philharmonie, der Chapelle Royale de Versailles und dem Barcelona Auditori auf.
Als Solist hat er mit Orchestern wie der Akademie für Alte Musik Berlin, Le Concert des Nations, La Folia, dem Stuttgarter Kammerorchester, dem Karlsruher Barockorchester und La Sfera Armoniosa zusammengearbeitet.
Als Liedsänger gab Nils Wanderer Liederabende mit renommierten Pianisten wie Daniel Heide, Craig Terry und Marcelo Amaral. Sein Konzert- und Oratorienrepertoire umfasst Werke aus vier Jahrhunderten, von Purcell, Bach, Händel und Pergolesi über Berlioz, Wagner und Elgar bis hin zu Bernstein und Cage.
Mehrere seiner Konzerte wurden von der BBC, dem Bayerischen Rundfunk, dem SWR, Arte, Mezzo und Medici.tv aufgezeichnet. Nils Wanderer ist Botschafter und Vorstandsmitglied der Deutschen AIDS-Stiftung und ein Vertreter der queeren Musikkultur in Deutschland.
[04.03.2025]
