Prof. Bernhard Klapprott | Foto: Martin Schwabe

An Originalen

Exkursion und Konzert der Cembaloklassen von Prof. Bernhard Klapprott aus Weimar und Bremen

Studierende der Cembaloklassen von Prof. Bernhard Klapprott an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar und an der Hochschule für Künste Bremen werden vom 24. bis 27. November 2025 gemeinsam die Welt originaler Tasteninstrumente in der berühmten Beurmann-Sammlung im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg erkunden.

Dort erhalten sie die Chance, an Cembali, Virginalen, Clavichorden und Fortepianos des 16. bis 18. Jahrhunderts zu spielen und Unterricht bei Prof. Klapprott zu erhalten. Am Donnerstag, 27. November um 18:00 Uhr spielen die Studierenden im Rahmen der Veranstaltungsreihe des Museums ein Abschlusskonzert (Museumseintritt). 

Die Sammlung historischer Tasteninstrumente des Museums für Kunst und Gewerbe setzt sich zu großen Teilen aus einer Schenkung des Hamburger Sammlers Prof. Dr. Andreas Beurmann zusammen. Dank dieser mäzenatischen Großzügigkeit stellt sie eine der bedeutendsten Tasteninstrumentensammlungen überhaupt dar und spiegelt die Geschichte der Tasteninstrumente von ca. 1540 bis ins 20. Jahrhundert wider. 

Für das Konzert mit Werken u.a. von John Bull, Girolamo Frescobaldi, Louis und François Couperin, Jean-Philippe Rameau sowie Johann Sebastian und Carl Philipp Emanuel Bach werden aus den zahlreichen klingenden Schätzen mehrere dem Repertoire entsprechende Instrumente ausgesucht und schon vor Beginn der Exkursion vom dortigen Restaurator vorbereitet und gestimmt. 

Im ersten Teil des Programms erklingt das älteste Cembalo der Sammlung von ca. 1540. Dieses Instrument ist original erhalten, da es in einem italienischen Kloster mehrere Jahrhunderte lang praktisch ungenutzt stand und somit weitgehend unberührt blieb. Weiterhin zu erleben ist ein Cembalo des in Deutschland geborenen Johann Daniel Dulcken aus dem 18. Jahrhundert. Dulcken begründete in Flandern eine Clavierbauer-Dynastie, in der drei Generationen seiner Familie Cembali und Fortepianos bauten. 

Der zweite Teil des Programms umfasst französische Musik aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Sie wird auf dem vermutlich ältesten erhaltenen französischen Cembalo von ca. 1630 (anonym) und am berühmten Cembalo von Pascal Taskin (Paris) aus dem Jahr 1787 interpretiert. „In Hamburg sollte der Weimarer Carl Philipp Emanuel Bach nicht fehlen, da er in der Hansestadt seinen letzten Lebensabschnitt verbracht hatte“, erklärt Prof. Bernhard Klapprott. „Seine Musik wird an einem mitteldeutschen Clavichord von 1788 des Dresdner Joseph Gottfried Horn erklingen.“

Durch CD-Aufnahmen von Prof. Bernhard Klapprott bestehen gute Verbindungen zu einigen prominenten Instrumentensammlungen in Deutschland. Die Studierenden können durch die intensive Arbeit an originalen Instrumenten deren charakteristische Klangfarben erleben und spieltechnische Erfahrungen sammeln.

Besonders durch die Alterung sind Originalinstrumente im Gegensatz zu Nachbauten nicht immer ganz so zuverlässig, was die Spieltechnik herausfordert und eine große Flexibilität erfordert. Solche Exkursionen sind darum ein wichtiger Bestandteil des Studiums der historischen Tasteninstrumente. 

[18.11.2025]