Foto: Volker Beinhorn

Leidenschaftlicher Pädagoge

Jochen Biganzoli wird Professor für Musiktheater/Szene in Weimar

Das Institut für Gesang | Musiktheater freut sich über kompetente Verstärkung: Zum 1. Januar 2024 folgt Jochen Biganzoli einem Ruf als neuer Professor für Musiktheater/Szene an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar. Zu seinen Kernaufgaben zählt die Erteilung von szenischem Unterricht in den Bachelor- und Masterstudiengängen Gesang. Ihm obliegt zudem die künstlerische und organisatorische Leitung des Studienbereichs mit eigenen szenischen Projekten und Präsentationen insbesondere im hochschuleigenen Studiotheater Belvedere. 

„Wir schätzen uns glücklich, eine derart profilierte Künstlerpersönlichkeit für den Bereich der Szenischen Ausbildung und des Musiktheaters gewonnen zu haben“, sagt der Direktor des Instituts für Gesang | Musiktheater, Prof. Christoph Ritter.

„Die Berufungskommission hat mit Jochen Biganzoli einen leidenschaftlichen Pädagogen kennengelernt, der sie mit seinem innovativen und zukunftsweisenden Lehrkonzept zu überzeugen wusste. Wir dürfen auf ein musiktheatralisches Feuerwerk gespannt sein. Gerade auch seine unbedingte Offenheit Neuer Musik und zeitgemäßen musiktheatralischen Darstellungsformen gegenüber macht neugierig.“

„Es ist mir ein wichtiges Anliegen mit fast 30 Jahren Theatererfahrung die Studierenden auf die Herausforderungen der sich verändernden Theaterlandschaft vorzubereiten, denn sie sind die nächste Generation, die die Zukunft des Musiktheaters maßgeblich mitgestalten werden“, äußert sich Jochen Biganzoli. „Das Gesamtkunstwerk Musiktheater möchte ich den Studierenden als lebendige, zeitgenössische und innovative Kunstform näherbringen und ihre persönliche, künstlerische und handwerkliche Entwicklung begleiten.“

Schon während seines Studiums der Theater- und Musikwissenschaft an der Universität Erlangen-Nürnberg wechselte Jochen Biganzoli in die praktische Theaterarbeit – zunächst als Regieassistent, Oberspielleiter und Spartenleiter, bald jedoch schon mit eigenen, überaus erfolgreichen Arbeiten als Musiktheater-Regisseur u.a. an den Theatern Bielefeld, Detmold, Pforzheim, Flensburg, Augsburg, Osnabrück, Regensburg, Lübeck, Hagen, Halle und Leipzig sowie an der Hamburgischen Staatsoper, der Semperoper Dresden, dem Kongelige Teater Kopenhagen und dem Gran Teatre del Liceu Barcelona. Immer gehören auch die Thüringer Theater in Gera, Eisenach und Meiningen zu den Stationen seiner Karriere. 

Im September 2013 debütierte Jochen Biganzoli erfolgreich an der Hamburgischen Staatsoper und inszenierte dort „Der Meister und Margarita“ von York Höller. Für diese Inszenierung erhielt er den Rolf Mares-Preis der Hamburger Theater in der Kategorie „Herausragende Inszenierung“.

Für seine Regie von Dmitri Schostakowitschs „Lady Macbeth von Mzensk“ am Theater Lübeck im März 2016 wurde er für den deutschen Theaterpreis „Der Faust“ nominiert. Im Mai 2016 folgte das erfolgreiche Debüt an der Dresdner Semperoper mit Hindemiths „Mathis der Maler“. 2018 inszenierte Jochen Biganzoli seine erste Händel-Oper „Berenice“ bei den Händelfestspielen Halle. 

2019 folgte am Theater Hagen mit sehr großem Erfolg Wagners „Tristan und Isolde“. Auch für diese Inszenierung wurde er für den deutschen Theaterpreis „Der Faust“ in der Kategorie „Regie Musiktheater“ nominiert. Weitere Regiearbeiten folgten 2020 und 2021 am Theater Hagen („Cardillac“ und „The Turn of the Screw“) und am Staatstheater Kassel („Weihnachtsoratorium“). 2022 feierten seine Inszenierungen von „Tristan und Isolde“ an der Oper Halle, „Faust – Margarethe“ am Staatstheater Augsburg sowie „Die tote Stadt“ am Staatstheater Meinigen Premiere. 

Jochen Biganzoli blickt auf umfangreiche Lehrerfahrungen an der Hochschule für Künste Bremen, an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg sowie der Hochschule für Musik und Tanz Köln zurück. 

[14.12.2023]