Bildmotiv: Ernst Freiberger-Stiftung

Von Barock bis Tango Nuevo

Weimarer Deutschland-Stipendiat*innen gestalten Kammermusikabend in Berlin 

Junge Ausnahmekünstler*innen gestalten einen Kammermusikabend in Berlin. Die Studierenden der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar wurden im laufenden Studienjahr mit einem Christoph-Stölzl-Deutschlandstipendium der Ernst Freiberger-Stiftung ausgezeichnet. Auf Einladung der Stiftung geben Sie am Samstag, 19. September um 18:00 Uhr im Kutscherhof des Telegraphenamtes nun ein stiftungsinternes Konzert für ausgewählte, geladene Gäste mit Werken aus fünf Jahrhunderten europäischer und amerikanischer Musikgeschichte.

Nach einer Begrüßung durch Sabine Kamrath, Geschäftsführung Ernst Freiberger-Stiftung, und Hochschulpräsidentin Prof. Anne-Kathrin Lindig spannen elf aufstrebende Musiker*innen in wechselnden Besetzungen einen Bogen vom italienischen Barock über die Romantik, die Wiener Operette und das amerikanische Musical bis zum argentinischen Tango Nuevo des 20. Jahrhunderts. Durch den Abend führt Arild Hansen mit einführenden Moderationen, die Werke und Komponisten in ihren jeweiligen historischen und stilistischen Kontext einordnen.

Musikalisch eröffnet wird das Konzert mit einem Schlüsselwerk der Frühromantik – dem ersten Satz aus Felix Mendelssohn Bartholdys Klaviertrio Nr. 1 d-Moll, op. 49, gespielt von Erika Cherkez (Violine), Ben Lepetit (Klavier) und Victoria Ohnimus (Violoncello). Es folgt ein Ausflug in die italienische Belcanto-Oper: Alrun Sawallisch (Sopran) und Emily Hoppe (Harfe) interpretieren die Arie „Cari giorni“ aus Giuseppe Persianis „Ines de Castro“.

Flötistin Tatevik Meliksetyan schlägt mit Jindřich Felds „Erinnerung an Mozart“ eine klangliche Brücke ins 20. Jahrhundert. Anschließend führt Elina Serebriakova am Klavier mit Domenico Scarlattis Sonate e-Moll zu den Wurzeln der Tastenmusik im Barock. Einen stilistischen Kontrast setzt Frank Wildhorns Musical-Nummer „Je länger ich lebe“ aus „Dracula“. Es folgen Théodore Dubois' kammermusikalisches „Terzettino“ für Viola, Harfe und Flöte, das „Prélude op. 7 Nr. 1“ des ukrainischen Komponisten Levko Revutsky und Rachmaninows tänzerische „Danse Hongroise“.

Den festlichen Abschluss bilden zwei Höhepunkte der Unterhaltungsmusik: das Duett „Lippen schweigen“ aus Franz Lehárs Operette „Die lustige Witwe“, gesungen von Mikhail Verkhoglyadov und Alrun Sawallisch, sowie „Primavera Porteña“ aus Astor Piazzollas „Vier Jahreszeiten“ – ein mitreißender Ausklang im Geist des argentinischen Tango Nuevo.

Dank der tatkräftigen Unterstützung von Stiftungen, Unternehmen und privaten Förderern können für das laufende Studienjahr an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar insgesamt 42 Deutschlandstipendien vergeben werden. Eine der größten Stipendiengeberinnen ist erneut die Ernst Freiberger-Stiftung. Sie vergibt insgesamt zehn „Christoph-Stölzl-Deutschlandstipendien“.

Die Stipendiat*innen werden mit monatlich 300 Euro im Zeitraum vom Oktober 2025 bis September 2026 unterstützt. Gewährt werden die Stipendien, die jeweils zur Hälfte von privaten Spender*innen und vom Bund finanziert werden, für nachgewiesene herausragende künstlerische, pädagogische oder wissenschaftliche Leistungen vor oder während des Studiums, oder für besondere Erfolge. Berücksichtigt werden bei der Auswahl zudem gesellschaftliches Engagement sowie besondere persönliche und familiäre Umstände.

Die Ernst Freiberger-Stiftung engagiert sich in der Tradition ihres Gründers Ernst Freiberger. Sie wurde 1994 ins Leben gerufen und unterstreicht die soziale Verantwortung des Unternehmers für die Gesellschaft und die Verpflichtung des Staatsbürgers für das Gemeinwohl. Sie ist eine unabhängige, parteipolitisch neutrale, eigenständig konzeptionell orientierte Stiftung. Fokus ihrer Aktivitäten ist die Förderung der Erinnerungskultur, der Kunst und Kultur, Bildung und Erziehung, aber auch die Unterstützung von pflegenden Angehörigen sowie die Behandlung wissenschaftlicher Themen, die entscheidenden Einfluss auf die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft haben.

[14.09.2026]