
Elementar und komplex
Die 19. Mitteldeutsche Musiktheorie-Tagung im März im Goethe-Nationalmuseum
Das Elementare und das Komplexe bilden ein Spannungsfeld, in dem sich Kunst und Pädagogik treffen. Diese Verknüpfung wird bei der 19. Mitteldeutschen Musiktheorie-Tagung am Freitag, 20. und Samstag, 21. März im Goethe-Nationalmuseum in Weimar thematisiert. Überdies sollen die Disziplinen Musiktheorie und Hörerziehung bei der Tagung in gewohnter Weise zusammengeführt werden, zu der in diesem Jahr auch niederländische Gäste vom Konservatorium Maastricht anreisen.
„Schwieriges einfach zu erklären – das ist eine Grundidee von Unterricht“, sagt Tagungsleiter Jörn Arnecke. „Hintergründiges gut verständlich musikalisch zu formulieren – dieser Anspruch gilt beim Komponieren“, ergänzt der Professor für Musiktheorie, Gehörbildung und Historische Satzlehre an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar, der selbst als Komponist bundesweit Erfolge feiert – zuletzt mit der Neuinszenierung von „Der Eisblumenwald“ am Theater Vorpommern sowie der Wiederaufnahme seiner Familienoper „Ronja Räubertochter“ am Aalto-Theater Essen.
Die Tagungsthemen erhalten eine lokale Verwurzelung durch Untersuchungen zum Komponisten Johann Nepomuk Hummel, der ab 1819 in Weimar als Hofkapellmeister wirkte. Unter anderem spricht Jens Marggraf (Halle) über „Spannungsfelder im dritten Klavierkonzert“ Hummels, und Marcus Aydintan (Weimar) beleuchtet Hummels Stil in seinem Vortrag „Figuration und Improvisation“. Im Themenfeld Pädagogik gestaltet die „Arbeitsgemeinschaft Musikunterricht" der Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH) ein
themenbezogenes Panel.
Für eine „Concert-Lecture“ zum Thema „Komplexismus" ist die Preisträgerin des internationalen Wettbewerbs für zeitgenössische Musik Karlsruhe, Yuri Matsuzaki (Flöte), zu Gast. Des Weiteren werden zeitgenössische Solokonzerte und verschiedene popularmusikalische Tendenzen wissenschaftlich betrachtet. In diesem Kontext referiert Franz Kaern-Biederstedt (Leipzig) zum Thema „Erscheinungsformen von Anti-Virtuosität“ und Johanna Koerrenz (Weimar/Jena) untersucht die „Rhythmusgestaltung in Popmusik“.
Kooperationspartner der Tagung sind das Zentrum für Musiktheorie der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar, die Fachrichtung Komposition / Tonsatz der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy" Leipzig sowie das Institut für Musik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in Zusammenarbeit mit der GMTH.
„Wir wollen damit ein Forum anbieten, auf dem sich viele Musikbegeisterte treffen und Studierende verschiedener Hochschulen sowie Mitglieder der Gesellschaft für Musiktheorie zusammenkommen“, erklärt Prof. Jörn Arnecke.
Eine Anmeldung für die Tagung ist bis zum 15. März möglich unter: institutmuwi(at)hfm-weimar.de
[23.02.2026]
