
Electronic Thinking
Symposium für elektronische Ästhetiken im Oktober an der Weimarer Musikhochschule
Elektronische Ästhetiken stehen im Zentrum eines Symposiums am 2. und 3. Oktober an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar. Die Tagung „Electronic Thinking – Plattform für Musik und Diskurs" widmet sich Fragen zu elektronisch informierter Musik und bringt Vorträge, Konzerte und eine Podiumsdiskussion zusammen. Die Leitung des Symposiums übernimmt der Weimarer Professor für Elektroakustische Komposition und Klangkunst, Maximilian Marcoll. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.
Im Zentrum des Symposiums steht die Beobachtung, dass elektronische Musik seit jeher Medienmusik ist: Sie war und ist an Übertragungs-, Aufzeichnungs- und Wiedergabemedien gekoppelt – vom Rundfunk bis zum Browser. Die Veranstalter sehen es als eine der zentralen Aufgaben der Gegenwart, den Einfluss von Medien und Produktionswerkzeugen kritisch zu beleuchten und zugleich die etablierten Kategorien und Denkmuster der elektronischen Musik zu hinterfragen.
Bewusst rückt das Symposium dabei nicht die Technologie selbst in den Vordergrund, sondern die Wege, auf denen sie sich in Ästhetik und künstlerisches Handeln einschreibt – sowie die Möglichkeit eines neuen Denkens über Musik, das sich erst durch Technologie eröffnet. Ziel ist es, unterschiedliche Standpunkte und Perspektiven zu bündeln und Begriffe jenseits von Technikfetisch und Genregrenzen zu schärfen.
Das Programm beginnt am Freitag, 2. Oktober um 16:00 Uhr mit Vorträgen von Prof. Dr. Nina Noeske und Prof. Kerstin Ergenzinger im SeaM Hörsaal (Coudraystraße 13A). Am Abend folgen zwei Konzerte im Festsaal Fürstenhaus: Um 18:30 Uhr präsentiert Malte Giesen, Leiter des Studios für elektroakustische Musik der Akademie der Künste Berlin, unter dem Titel „Nullstrahler" Werke auf einem um mehrere Achsen rotierenden Lautsprecher.
Um 20:00 Uhr schließt sich das Konzert „Electronic Thinking International" an, das Arbeiten von W. Choi, A. Laville, D. Mayer, G. Mora, S. Nikos, V. Procino, D. Rossato und L. Zielinska zeigt, kuratiert aus dem „International Call for Works“ des Weimarer Studios für elektroakustische Musik (SeaM).
Am Samstag, den 3. Oktober, setzt sich das Vortragsprogramm im SeaM Hörsaal fort: Um 11:30 Uhr spricht Dr. Monika Voithofer, um 12:15 Uhr Prof. Dr. Christian Grüny. Am Nachmittag folgt um 14:30 Uhr ein Vortrag von Prof. Dr. Sabine Sanio, ehe um 15:30 Uhr eine Podiumsdiskussion die Vortragsreihe abschließt.
Der Abend bietet erneut zwei Konzerte im Festsaal des HfM Fürstenhaus: Um 17:30 Uhr zeigt „Electronic Thinking Audiovisuell" audiovisuelle Arbeiten von A. Bartetzki, Glitschen, M. Ha, S. Khismatov, J. Oliveira und A. Viramontes Nunura. Den Abschluss bildet um 19:30 Uhr ein Konzert der Deutschen Gesellschaft für elektroakustische Musik (DEGEM) mit Arbeiten von Y. Cho, K. F. Gerber, J. Gille, W. Jentzsch, C. V. Reusner, H. Son und A. Wellmer.
[15.09.2026]
