Verleihung des Würth-Preis der Jeunesses Musicales Deutschland an Prof. Nicolás Pasquet (v.l.n.r.): Johannes Schmalzl, Vorsitzender des Vorstands der Stiftung Würth, Preisträger Nicolás Pasquet und Johannes Freyer, Präsident der Jeunesses Musicales Deutschland | Foto: Würth / Ufuk Arslan

Ehrung für Nicolás Pasquet

Ehemaliger Dirigierprofessor erhält Würth-Preis der Jeunesses Musicales Deutschland

Mit Nicolás Pasquet ist am 6. August einer der einflussreichsten Dirigent*innen-Ausbilder der Gegenwart mit dem Würth-Preis der Jeunesses Musicales Deutschland (JMD) ausgezeichnet worden. Der von der Stiftung Würth geförderte Preis ist mit 25.000 Euro dotiert. Gewürdigt wurde Pasquets vorbildliche Dirigierhaltung „fern von jeglicher Maestro-Attitüde“ sowie seine Überzeugung, dass die Arbeit mit Jugendorchestern die beste Schule für gute Dirigent*innen ist, so die Begründung der Jeunesses Musicales Deutschland, die in diesem Jahr ihr 75-jähriges Bestehen feiert.

„Nicolás Pasquet hat junge Musikerinnen und Musiker begeistert und zugleich – mit den Jugendorchestern als idealem Lernort und Resonanzraum – eine neue Generation von Dirigentinnen und Dirigenten angeleitet, wie sich dieser Funke musikalischer Inspiration von ihrem Pult aus entfachen lässt“, würdigte JMD-Präsident Johannes Freyer den Preisträger. Die Laudatio hielt Martijn Dendievel, Chefdirigent des Symfonieorkest Vlaanderen – hörbar auch persönlich begeistert: „Nicolás Pasquet verdient diesen Preis, weil er sein Leben nicht nur der Musik gewidmet hat, sondern vor allem den Menschen, die durch Musik wachsen, ihren eigenen Weg finden und ihre Persönlichkeit entfalten konnten.“ 

Den Preis überreichten Johannes Freyer und der Vorsitzende des Vorstands der Stiftung Würth Johannes Schmalzl. An der Preisverleihung im Carmen Würth Forum am Stammsitz der Würth-Gruppe in Künzelsau in Baden-Württemberg nahmen rund 950 Gäste teil. Im anschließenden Konzert mit dem Landesjugendsinfonieorchester Hessen wurde Pasquets künstlerisches Credo eines „Let them shine“ eindrucksvoll erlebbar: Unter der Leitung des Dirigierassistenten Leonard Wacker und des Preisträgers spielten und begeisterten die jungen Musiker*innen mit der Akademischen Festouvertüre op. 80 von Johannes Brahms und dem Konzert für Orchester BB 123 von Béla Bartók.

Nicolás Pasquet, geboren 1958 in Montevideo, Uruguay, lehrte von 1994 bis 2024 als Professor für Orchesterdirigieren an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar. Dass Weimar heute als eine der bedeutendsten Dirigentenschmieden Europas gilt, ist untrennbar mit seinem Wirken verbunden. Seine Laufbahn begann in den 1980er Jahren mit Auszeichnungen in bedeutenden Dirigierwettbewerben. Es folgten zehn Jahre an der Spitze professioneller Orchester sowie – getragen von derselben künstlerischen Überzeugung – Engagements als Jugendorchester-Dirigent. Heute lehrt Pasquet an der Escuela Superior de Música Reina Sofía in Madrid sowie als International Chair of Conducting am Royal Northern College of Music in Manchester.

Der Würth-Preis der Jeunesses Musicales Deutschland wird seit 1991 jährlich an Künstlerinnen und Künstler oder Ensembles verliehen, die sich um die musikalische Nachwuchsförderung und die JMD-Ideale Wahrhaftigkeit, Verantwortung und Verbundenheit verdient machen. Der von der Stiftung Würth geförderte Preis findet die besondere Anerkennung durch den Deutschen Musikrat und ist eine der exklusiven Auszeichnungen in der deutschen Musiklandschaft. Ihn erhielten Persönlichkeiten wie die Dirigentin Mirga Gražinytė-Tyla (2024) oder die Geigerin Patricia Kopatchinskaja (2019), Ensembles wie das Notos Quartett (2022) oder Projekte wie das Education Programm der Berliner Philharmoniker (2004). 

Die gemeinnützige Stiftung Würth wurde 1987 von Prof. Dr. h. c. mult. Reinhold und Carmen Würth in Künzelsau gegründet und fördert Projekte in den Bereichen Bildung und Wissenschaft, Integration und Soziales sowie Kunst und Kultur. JMD ist die deutsche Sektion der Jeunesses Musicales International (JMI). Sie wurde während des Zweiten Weltkriegs gegründet, um Begegnungen junger Musikerinnen und Musiker zu fördern. 

[Pressemitteilung der Stiftung Würth, 6. August 2026]