Fagotte | Foto: Thomas Müller

Harmonie-Music für Maria Pawlowna

Fagottprofessor Frank Forst rekonstruiert Erstausgabe von Franz Seraph Destouches

Anlässlich des 220. Jahrestages des Einzugs von Großherzogin Maria Pawlowna in Weimar veranstaltet die Maria-Pawlowna-Gesellschaft am 9. November eine Jubiläumsfeier. Den musikalischen Rahmen für diese Festveranstaltung um 15:00 Uhr im Studienzentrum der Herzogin Anna Amalia Bibliothek verantwortet der Weimarer Fagottprofessor Frank Forst. 

Studierende und Lehrende der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar spielen zum ersten Mal nach 220 Jahren wieder eine "Harmonie-Music" für 22 Musiker*innen, die anlässlich des Pawlowna-Empfangs vom damaligen Weimarer Konzertmeister Franz Seraph Destouches komponiert und aufgeführt worden war. 

Von diesem Werk für 2 Trompeten, 2 Hörner, 2 Piccoli, 2 Flöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Fagotte, 2 Violen, Violoncello, Kontrabass, Pauken, Triangel, Becken und Große Trommel lag im Archiv der Klassik Stiftung Weimar nur eine handschriftliche Partitur und ein handschriftlicher Stimmensatz vor. 

Prof. Frank Forst übernahm die aufwändige Aufgabe, aus der Handschrift des Werks eine 84-seitige Partitur mit Hilfe des Computerprogramms "Sibelius" zu erstellen. "Bein Erstellen des Materials kam es mir darauf an, so nah wie möglich am originalen Notentext zu bleiben", erklärt der Weimarer Fagottprofessor, der viel Erfahrung mit historischer Aufführungspraxis hat. "Offensichtliche Fehler habe ich versucht zu korrigieren und fehlende Artikulationen in einzelnen Stimmen anzupassen."

Der ausführliche Titel des Werks lautet: „Harmonie-Music: Zur Glücklichen Ankunft Seiner Herzoglichen Durchlaucht des Herrn Erbprinzen zu Sachs.-Weimar Und Eisenach Carl Friedrich mit Ihro Kaiserlichen Hoheit Frau Erbprincessin Maria Paulowna, gebornen Grossfürstin von Russland“

"Die Musik klingt in Teilen sehr festlich, wie für den Anlass vor 220 Jahren zu erwarten ist", so Prof. Frank Forst. "Allerdings gibt es auch spielerische und melancholische Momente wie zum Beispiel die Ariette Russe. Diese ist sicherlich extra für Maria Pawlowna eingefügt und es wäre sehr interessant, ob es sich hier tatsächlich um ein evtl. bekanntes Volkslied aus dem Russland des beginnenden 19. Jahrhunderts handeln könnte."