Prof. Dr. Jascha Nemtsov | Foto: Igor Ryabov

HfM im Nationalsozialismus: Zweite Podiumsdiskussion im Festsaal Fürstenhaus zu 150 Jahren Hochschulgeschichte

An der zweiten Podiumsdiskussion zur Hochschulgeschichte - die Jahre 1933-1945 - nimmt auch Prof. Dr. Jascha Nemtsov teil

In ihr 150. Jubiläumsjahr startete die Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar am vergangenen Sonntag mit der ersten einer Reihe von Podiumsdiskussionen zur eigenen, wechselvollen Geschichte. Unter dem Motto „Eine Geschichte in vier Akten“ wird nun zur zweiten Gesprächsrunde am Sonntag, 30. Januar 2022 um 11:00 Uhr in den Festsaal Fürstenhaus eingeladen.

Im Fokus steht der Zeitraum 1933 bis 1945 – also die Zeit des Nationalsozialismus, des 2. Weltkriegs und des Holocaust. Der Eintritt zur Podiumsdiskussion ist frei, es gilt die 2G-Regel. Die Zahl der Plätze ist begrenzt. 

Auf dem Podium diskutieren am Sonntag der Pianist und Musikwissenschaftler Prof. Dr. Jascha Nemtsov, der die Geschichte der jüdischen Musik in Weimar erforscht und lehrt, sowie der Musikwissenschaftler und Musikpublizist Dr. Albrecht Dümling. Dümling war Kurator der weltweit gezeigten Ausstellung „Entartete Musik“ und ist seit 1990 Vorsitzender von „musica reanimata“, einem Förderverein für NS-verfolgte Komponisten und ihre Werke.

Komplettiert wird das Trio auf der Bühne durch Prof. Dr. Hanns-Werner Heister, emeritierter Musikwissenschaftsprofessor, der u.a. zu Musik im Faschismus, im Widerstand und im Exil veröffentlicht hat. Die Moderation übernimmt die Journalistin Blanka Weber.

Diskutant und Pianist Jascha Nemtsov, der am heutigen 27. Januar anlässlich des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus im Deutschen Bundestag spielt, wird auch am Sonntag künstlerisch aktiv: Zwischen den Gesprächsblöcken interpretiert er Juliusz Wolfsohns „Jüdische Rhapsodie“ sowie Franz Liszts „Ungarische Rhapsodie Nr. 13“ am Konzertflügel. 

Binnen 150 Jahren erfolgte die Ausbildung professioneller Musikerinnen und Musiker an der Weimarer Musikhochschule in fünf grundverschiedenen politischen Systemen: der Monarchie, der Weimarer Republik, dem Nationalsozialismus, dem DDR-Sozialismus und schließlich der Demokratie bundesrepublikanischer Prägung.

Aus der verhältnismäßig kleinen Keimzelle der großherzoglichen Orchesterschule erwuchs im Laufe von anderthalb Jahrhunderten eine international renommierte Ausbildungsstätte für die Musikpraxis, die Pädagogik und die Wissenschaft, tief verwurzelt in der europäischen Musiktradition. 

Aufgeteilt auf vier große Blöcke lässt die Hochschule in Podiumsdiskussionen die historischen Schlüsselereignisse Revue passieren, reflektiert ihr Handeln und ihre Lehre unter den jeweiligen Vorzeichen und versucht, Antworten auf gegebenenfalls offene Fragen zu finden.

Die nächsten Termine sind jeweils um 11:00 Uhr an folgenden Sonntagen: 6. Februar (Akt III: 1945 – 1989) sowie 13. Februar (Akt IV: 1989 – heute). 

Nähere Informationen:www.hfm-weimar.de/150 

[27.01.2022]