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„Vorbild Liszt“: Die Deutsche Liszt-Gesellschaft feiert im Oktober ihr 30-jähriges Bestehen – mit einer Jubiläumsschrift

Die Deutsche Liszt-Gesellschaft im Park an der Ilm 2017 | Foto: Michael Straeter

„Vorbild Liszt“: Die Deutsche Liszt-Gesellschaft feiert im Oktober ihr 30-jähriges Bestehen – mit einer Jubiläumsschrift

Der Namenspatron der Weimarer Musikhochschule rückt einmal wieder in den Fokus: Vor 30 Jahren, am 21. Oktober 1990, wurde die „Franz-Liszt-Gesellschaft Weimar“ gegründet. Die Gründungsversammlung der heutigen „Deutschen Liszt-Gesellschaft“ fand damals auf Initiative des „Arbeitskreises Franz Liszt im Kulturbund der DDR“ statt.

Zu ihren Gründungsmitgliedern zählten neben den Mitgliedern des Arbeitskreises auch namhafte Institutionen, Künstler und Wissenschaftler aus dem deutschsprachigen Raum, darunter auch Vertreter zweier weiterer deutscher Liszt-Gesellschaften.

Anlässlich ihres 30-jährigen Bestehens veröffentlicht die Deutsche Liszt-Gesellschaft nun eine Jubiläumsschrift, die unter dem Titel „‚Vorbild Liszt‘ – ‚Die Deutsche Liszt-Gesellschaft 1990-2020“ eine kritische Zwischenbilanz ihres Wirkens zieht.

Der Jubiläumsband wird am 24. Oktober 2020 auf der Mitgliederversammlung der Deutschen Liszt-Gesellschaft vorgestellt, die im Rahmen der 38. Weimarer Liszt-Tage (22. bis 25. Oktober 2020) geplant ist.  

Zu den Zielen und Aufgaben der Deutschen Liszt-Gesellschaft zählen seit ihrer Gründung die Pflege und Verbreitung des Lisztschen Werkes, die Förderung der künstlerischen und wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Werk und Wirken Liszts, die Unterstützung der Weimarer Liszt-Sammlungen und die Unterstützung der Nutzung der Weimarer Altenburg als Zentrum kultureller Begegnung im Sinne Liszts.

Im Laufe der drei Jahrzehnte ihres Bestehens konnte die Deutsche Liszt-Gesellschaft eine Entwicklung hin zu einem zunehmend differenzierteren Liszt-Bild und einer breiteren Anerkennung des umfangreichen Lisztschen Werkes feststellen.

Doch noch immer sind wesentliche Fragen der Liszt-Forschung unbeantwortet, noch immer werden bedeutende Werke Liszts selten oder gar nicht aufgeführt und auch die Zukunft seines Weimarer Domizils, der Altenburg, ist ungewiss.

Unter diesen Bedingungen stellt sich die Frage nach den Aufgaben der Zukunft rund um das Leben und Schaffen Franz Liszts, dessen vielgestaltige Persönlichkeit, dessen faszinierende Werke und dessen Bedeutung als einer der zentralen Impulsgeber für die Kunst des 19. und 20 Jahrhunderts noch immer — und immer wieder neu — zu entdecken sind.

Alfred Brendel beschloss seine Festrede zur Eröffnung des Liszt-Jahres 2011 in Weimar mit dem Satz: „Im Gedenken an seinen Geburtstag vor 200 Jahren sei dieser Liszt unser Vorbild.“ Zuvor hatte er sich auf das Urteil Alexander Borodins von 1877 bezogen, Franz Liszt sei „ein Feind aller Konventionen, Gewohnheit und Routine; er ist frei von jeder Voreingenommenheit, von allen Vorurteilen und Traditionen, mögen es nationale, konservative oder sonstige sein.“

Nähere Informationen: www.deutsche-liszt-gesellschaft.de

[06.10.2020]