Tradition seit 1872

Aus der Vision Franz Liszts geboren

Die Idee zu einer Musikhochschule in Weimar hatte kein Geringerer als Franz Liszt. Der formulierte bereits 1835 Gedanken zur Gründung von „Fortschrittschulen der Musik“. Als er sich als Hofkapellmeister in Weimar zwischen 1849 und 1853 um solch ein Konservatorium bemühte, scheiterte dies schließlich.

Erst 1872 wurde die Lisztsche Grundidee in ganz anderer, basisbezogener Weise Realität. Unter der Leitung des Kirchenmusikers Carl Müllerhartung entstand mit sehr enger Bindung an die Hofkapelle – alle Lehrkräfte kamen nebenamtlich von da – die erste Orchesterschule Deutschlands, eine Berufsfachschule für 14- bis 18-jährige junge Männer. 1876 kam die Ausbildung von gleichaltrigen jungen Frauen zur Klavier- und Gesangslehrerin hinzu, außerdem eine Vorschule für 10- bis 14-jährige Jungen und Mädchen.

Ansätze zu einer darüber hinausgehenden Virtuosen-Ausbildung ab 1891 erhielten erst in den 1920er Jahren größeres Gewicht, was schließlich 1930 zur Umbenennung der Staatlichen Musikschule in Staatliche Hochschule für Musik führte. In der NS-Zeit stark stagnierend (um 1939 kleinste deutsche Musikhochschule), erreichte sie nach 1946 übliches Profil und übliche Größe. Seit 1956 trägt sie den Namen Franz Liszts. Eine angemessene Personal- und Raumausstattung wurde aber erst in den 1990er Jahren Realität.
 

Historisches Ambiente

In den 1990er Jahren fasste man die über die Stadt verstreuten Hochschulstandorte in vier historisch bedeutsamen Zentren zusammen, die alle von Grund auf saniert und für einen zeitgemäßen Musikunterricht eingerichtet wurden.

So befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Weimarer Marktplatz das Hauptgebäude der Hochschule, das so genannte Fürstenhaus am Platz der Demokratie. In diesem in den 1770er Jahren errichteten repräsentativen Gebäude sind u.a. die Streicher*innen, die Pianist*innen, das Institut für Alte Musik, das Studio für elektroakustische Musik, das Tonstudio, die Bibliothek und die Hochschulleitung untergebracht.

Ebenfalls im Stadtzentrum liegt das Klostergebäude Am Palais, in dem die Schul- und Kirchenmusiker*innen ihre Unterrichtsräume haben. Einen schönen Blick über die Stadt an der Ilm hat man vom imposanten Hochschulzentrum am Horn, das neben dem Jazz, den Holz- und Blechbläser*innen, der Musikpädagogik, der Musikwissenschaft und dem Kulturmanagement auch das Hochschularchiv | Thüringische Landesmusikarchiv mit seinen wertvollen Sammlungen beherbergt.
 

Moderne Ausstattung

Hinter den durchweg altehrwürdigen Mauern verbergen sich moderne Räumlichkeiten, die ganz auf die Bedürfnisse ihrer Nutzer*innen abgestimmt sind: Der moderne Festsaal im Fürstenhaus und die Ensembleprobenräume im Hochschulzentrum am Horn bieten eine flexibel einstellbare Akustik. Die Schallabschirmung besonders der Unterrichtsräume im Hochschulzentrum setzt Maßstäbe.

Der vierte Standort schließlich ist sicherlich der malerischste: Die Sänger*innen, Gitarrist*innen und Akkordeonist*innen üben und lernen in den Kavaliershäusern des Landschaftsparks Schloss Belvedere vor den Toren der Stadt.

In diesem Park befindet sich auch das Musikgymnasium Schloss Belvedere, dessen Schüler*innen ihren ausgiebigen Musikunterricht ausschließlich von Lehrkräften und Professor*innen der Hochschule erhalten: eine optimale Voraussetzung für ein zukünftiges Musikstudium an diesem Hochbegabtenzentrum der HfM. 

Ein wesentlicher Teil der Lehre ist der öffentliche Auftritt: Die Hochschule veranstaltet mehr als 300 Konzerte und Aufführungen pro Jahr, dazu seit mehr als 60 Jahren die traditionsreichen Weimarer Meisterkurse sowie vier internationale Wettbewerbe für Klavier, Violine und Kammermusik.