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Prof. Dr. Jascha  Nemtsov

Prof. Dr. Jascha Nemtsov

Professor für Musikwissenschaft, Lehrstuhl für die Geschichte der jüdischen Musik, Ausländerbeauftragter

Fach/Instrument: Musikwissenschaft, Geschichte der jüdischen Musik

Altenburg

03643 | 555 275

jascha.nemtsov(at)hfm-weimar.de

Sprechzeit: mittwochs 12:00–13:00 Uhr, telefonisch unter 03643 | 555 275
zusätzliche Sprechzeit nach vorheriger Absprache per E-Mail

Der Pianist und Musikwissenschaftler Jascha Nemtsov wurde 1963 im sibirischen Magadan geboren, er wuchs in St. Petersburg auf und absolvierte dort die Spezialmusikschule (mit Goldmedaille). Danach setzte er seine musikalische Ausbildung am St. Petersburger Staatlichen Konservatorium fort (Konzertdiplom mit Auszeichnung). Seit 1992 lebt er in der Bundesrepublik Deutschland.

Er promovierte 2004 und habilitierte sich 2007. Nemtsov ist Mitglied des Instituts für Jüdische Theologie an der Universität Potsdam und des Instituts für Musikwissenschaft Weimar-Jena, Akademischer Direktor der Kantorenausbildung des Abraham Geiger Kollegs und Assoziiertes Mitglied des Max-Weber-Kollegs für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien an der Universität Erfurt. 2011 übernahm er eine Gastprofessur für jüdische Musik und Kultur an der Universität Lüneburg. Im Sommersemester 2018 war er als DAAD-Gastdozent an der Universität Haifa (Israel) tätig. 2013 wurde er als Professor für Geschichte der jüdischen Musik an die Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar berufen. Nemtsov ist Herausgeber der Schriftenreihe „Jüdische Musik. Studien und Quellen zur jüdischen Musikkultur“ im Harrassowitz Verlag Wiesbaden. Seine wissenschaftlichen Arbeiten konzentrieren sich auf jüdische Musik und jüdische Komponisten im 19. und 20. Jahrhundert sowie Themen wie „Nationalismus und Musik“, „Religion und Musik“ oder „Totalitarismus und Musik“. Er hielt zahlreiche Gastvorlesungen an verschiedenen deutschen Universitäten, in vielen europäischen Ländern, Israel, Kanada und in den USA. Er ist Mitglied verschiedener internationaler wissenschaftlicher Gremien, darunter die Editorial Board des Milken Archive of Jewish Music (Santa Monica/New York) und die Editorial Board der Zeitschrift “Music and Contemporary Culture” (Haifa, Israel).

Als Pianist nahm Jascha Nemtsov insgesamt rund 40 CDs mit zahlreichen Weltersteinspielungen auf. „Jascha Nemtsov zeigt sich als Pianist der Liszt’schen Ahnenreihe würdig“, urteilte die Zeitschrift „Fono Forum“ anlässlich seiner Einspielung der Ungarischen Rhapsodien von Franz Liszt. Viele seiner CDs wurden international ausgezeichnet. Die CD mit Sonaten für Violine und Klavier von Shostakovich und Weinberg mit dem Geiger Kolja Blacher erhielt 2007 den Preis der deutschen Schallplattenkritik. Für seine Anthologie aus fünf CDs mit Klavierwerken des russischen, im Stalinismus verfolgten Komponisten Vsevolod Zaderatsky wurde Nemtsov 2018 mit dem „OPUS KLASSIK – dem deutschen Klassikpreis“ ausgezeichnet. Zuletzt erschien von ihm 2020 die weltweit erste Einspielung der Originalfassung der Coplas Sefardies von Alberto Hemsi auf drei CDs (zusammen mit der Sopranistin Tehila Nini Goldstein), die Edition ist eine Kooperation von rbb Kultur, Deutschlandfunk Kultur und Hänssler Classic. Die nächsten CD-Projekte schließen Weltpremieren von Werken bedeutender deutsch-jüdischer Komponisten Hans Heller und Bernhard Sekles ein. Jascha Nemtsov gibt Konzerte als Solist und in verschiedenen Kammermusikformationen in Europa, Israel, den USA, Canada und Russland. Zu seinen Kammermusikpartnern zählen u.a. David Geringas, Tabea Zimmermann, Kolja Blacher, Ingolf Turban, Dmitri Sitkovetsky, Chen Halevi, das Vogler Quartett, das Klenke Quartett und das Atrium Quartett. Am 27. Januar 2012 spielte er anlässlich des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus im Deutschen Bundestag. Er ist nebenbei ein begnadeter Erzähler und begleitet seine Konzerte oft mit lebendigen Kommentaren.

2015 hat Jascha Nemtsov zusammen mit Martin Kranz die ACHAVA Festspiele Thüringen ins Leben gerufen – ein Festival für interreligiösen und interkulturellen Dialog, dessen wissenschaftlicher Leiter er wurde.

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