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Weimarer „Offenbarung“: Neues Projekt des Instituts für Gesang und Musiktheater wird im Studiotheater Belvedere gezeigt

Grafik: Malgorzata Oleszkiewicz

Weimarer „Offenbarung“: Neues Projekt des Instituts für Gesang und Musiktheater wird im Studiotheater Belvedere gezeigt

Nach dem großen Erfolg der Mozart-Oper „Così fan tutte“ bringt die Opernschule der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar ein neues Projekt auf die Bretter: Mit der szenischen Arbeit „Offenbarung“ präsentieren sich Solistinnen und Solisten des Instituts für Gesang und Musiktheater am Freitag, 30. September um 19:30 Uhr im Studiotheater Belvedere.

Außerdem wird am Donnerstag, 29. September um 19:30 Uhr im Studiotheater zu einer öffentlichen Generalprobe eingeladen. Eintrittskarten für beide Veranstaltungen zu je 8 Euro, ermäßigt 5 Euro, gibt es bei der Tourist-Information Weimar sowie an der Abendkasse.

Regie führt der europaweit aktive Regisseur, Dramaturg und Autor Michael Sturm. Für die Ausstattung sorgt die Malerin und Künstlerin Małgorzata Oleszkiewicz. Die musikalische Leitung übernimmt Márton Terts, Lehrkraft für besondere Aufgaben an der Weimarer Musikhochschule.

Die Gesangsstudierenden Cristina Holstein, Kim Jolin, Thora Müller, Janis Gutierrez, Lovisa Bartov, Farida Tamer und Maria Shuliakowskaia   schlüpfen in die Rollen der sieben Engel, außerdem singt Denis Stepanov den Johannes, Judas und Abraham – und Felix Stöppler steht als Dichter, Soldat und Lamm Gottes auf der Bühne. 

In der Weimarer „Offenbarung“ erklingen Werke von Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn Bartholdy, Ludwig van Beethoven und Giuseppe Verdi, unter anderem aus der Johannes-Passion, dem Oratorium „Elias“ sowie den Opern „Fidelio“ und „Otello“.

Hinzu kommen drei Lieder von Aleksander Nowak auf Texte von Krzysztof Kamil Baczyński: Der polnische Dichter ist der textliche Dialogpartner zu den biblischen Worten der „Offenbarung“. „Seine eindringliche Lyrik spiegelt die nicht lange zurückliegende Zeit, in der er lebte und in der er starb – den Warschauer Aufstand 1944 – mit tiefgründigen und sehr persönlichen Worten“, erklärt Regisseur Michael Sturm. 

Inhaltlicher Leitfaden der Aufführung ist das letzte Buch der Bibel, die „Offenbarung des Johannes“. „Die Menschheit dort steht am Abgrund, die Schöpfung kollabiert, weil sich der Mensch selbst zu Gott erhob - und nun vor dem ewigen Richter steht. Die Offenbarung ist die Apokalypse und die Freiheit danach. Die Hoffnung ist eine Utopie, die sich ‚Himmlisches Jerusalem‘ nennt – wie wir sie gestalten, liegt an uns und die Zukunft wird es zeigen“, sagt Michael Sturm.

In der Weimarer Fassung der „Offenbarung“ reflektieren die jungen Sängerinnen und Sänger die biblische Prophezeiung, den Zweiten Weltkrieg als letzte Apokalypse Europas und die Zeitenwende unserer Gegenwart. „Weimar zwischen Goethe und Buchenwald – die ‚Offenbarung‘ als Mysterienspiel auf Wegen“, beschreibt Michael Sturm seinen inszenatorischen Ansatz.

„Die Gegenwart fordert uns alle heraus, wir suchen nach Antworten, versuchen Fragen zu formulieren, wollen Wege finden die Erfahrungen in unsere Kunst einfließen zu lassen – als Spiegel unserer Ängste und Hoffnungen, unserer Nöte und Gedanken.“

[16.09.2022]