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Musikgeschichte und ihr Kanon: Impulsvortrag und Podiumsdiskussion im Rahmen des 150. Hochschuljubiläums

Prof. Dr. Tiago de Oliveira Pinto | Foto: Maik Schuck

Musikgeschichte und ihr Kanon: Impulsvortrag und Podiumsdiskussion im Rahmen des 150. Hochschuljubiläums

Einhundertfünfzig Jahre Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar bedeutet zugleich einhundertfünfzig Jahre Pflege des Kanons abendländischer Musik. Was diese Konzentration auf die europäische klassische Tonkunst an Fragen aufwirft, erörtert eine prominent besetzte Diskussionsrunde am Montag, 20. Juni um 19:30 Uhr im Saal Am Palais im Rahmen der Festwoche zum 150. Hochschuljubiläum.

Musikalisch gerahmt wird das Podium von einer klassischen Gitarristin sowie den afghanischen Meistern Ustad Ghulam Hussein (Rubab) und Freedun Miazada (Tabla). Der Eintritt ist frei!

„Einhundertfünfzig Jahre Weimarer Musikhochschule ruft die Musikwissenschaft auf den Plan, um ein Plädoyer zur Verteidigung ‚unseres Kanons‘ zu entwerfen“, sagt der Musikwissenschaftsprofessor Tiago de Oliveira Pinto. Die Diskussionsrunde, an der sich Lehrende wie Studierende beteiligen, reflektiert, was es 150 Jahre später heißt, Musikausbildung im klar definierten Rahmen eines musikalischen Kanons zu betreiben.

„Wenn 1877 der Beginn gemacht wurde, Nachwuchs für das kurfürstliche Weimarer Orchester auszubilden, dann werden heute junge Künstlerinnen und Künstler auf eine viel weltläufigere, musikalisch differenziertere Musikkarriere vorbereitet“, so Pinto.

Nach einem Impulsvortrag des Leipziger Kompositionsprofessors Dr. Fabien Lévy wird dieser gemeinsam mit den Studierenden Karima Albrecht, Emir Ilgen und Emilia Kämper in die Diskussion einsteigen. Moderiert wird der Abend von Prof. Tiago de Oliveira Pinto und seinem Weimarer Musikwissenschaftskollegen Prof. Albrecht von Massow.

Die Podiumsdiskussion ist eine Veranstaltung des Instituts für Musikwissenschaft Weimar-Jena. Die Masterstudentin Julia Villarroel interpretiert dazu Stücke aus Mario Castelnuovo-Tedescos „Tre Preludi Mediterranei“ für Gitarre op. 176, und die afghanischen Meister Ustad Ghulam Hussein und Freedun Miazada spielen aus dem traditionellen Repertoire für die Rubab.

Fabien Lévy studierte Komposition bei Gérard Grisey am Pariser Conservatoire National Supérieur de Musique, wo er auch Musikanalyse, Orchestrierung und Musikethnologie studierte. Er erwarb Fachdiplome in Mathematik und theoretischer Wirtschaftswissenschaft. Er promovierte am EHESS mit einer Dissertation über die Diskrepanz zwischen analytischer und Wahrnehmungs-Komplexität in Musik.

Nach Professuren an der Columbia University in New York und der Musikhochschule Detmold ist Lévy seit 2017 Professor für Komposition an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig. Lévys Werkverzeichnis umfasst Solowerke, Kammermusik, Ensemblestücke sowie Werke für Orchester und Computermusik. Er wurde mehrfach ausgezeichnet, darunter 2004 mit dem Ernst-von-Siemens-Förderpreis.

[15.06.20222]