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A Musical Herstory: Ein internationales Projektorchester mit Chor und Solist*innen führt erstmals ein Oratorium über Glikl von Hameln in Weimar und Erfurt auf

Mitwirkende des Projekts | Foto: Thomas Müller

A Musical Herstory: Ein internationales Projektorchester mit Chor und Solist*innen führt erstmals ein Oratorium über Glikl von Hameln in Weimar und Erfurt auf

Glikl von Hameln gilt als Powerfrau des 17./18. Jahrhunderts. Ein internationales Projektensemble, initiiert durch den UNESCO-Lehrstuhl für Transcultural Music Studies an der HfM Weimar, bringt das Leben der erfolgreichen jüdischen Geschäftsfrau und Mutter nun als Oratorium auf die Bühne. Studierende aus Weimar sowie aus anderen Städten in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Israel, der Schweiz und Polen kommen ab dem 20. März für eine zweiwöchige Arbeitsphase in Weimar zusammen.

Seine Uraufführung erlebt „Glikl-Oratorye. A Musical Herstory“ am Mittwoch, 30. März um 20:00 Uhr im Festsaal Fürstenhaus der Weimarer Musikhochschule. Die Platzzahl ist begrenzt. Eine Kartenreservierung ist unter https://www.glikl.eu möglich. Unter https://www.hfm-weimar.de wird die Weltpremiere auch im Livestream übertragen.

Erneut zur Aufführung gelangt das Oratorium im Rahmen der Thüringer Tage der jüdisch-israelischen Kultur am Donnerstag, 31. März um 19:30 Uhr im Kaisersaal in Erfurt. Karten zu 15 Euro, ermäßigt 10 Euro, können im Vorverkauf unter https://www.juedische-kulturtage-thueringen.de sowie an der Abendkasse erworben werden. Im Anschluss reist das Ensemble aus Instrumentalist*innen und Sänger*innen weiter nach Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen, wo „Glikl-Oratorye“ in Halle/Saale (2. April) und in Gelsenkirchen (3. April) erneut erklingen wird.

Im Jahr 1689 begann die Hamburger Jüdin Glikl von Hameln (1647-1724), ihre Memoiren in westjiddischer Sprache zu verfassen. Nach dem Tod ihres Mannes schrieb sie, „um die melancholischen Gedanken zu vertreiben“ und hinterließ so ein einmaliges Zeugnis jüdischen Lebens in Deutschland. Wir kennen sie heute als erfolgreiche Geschäftsfrau, als Mutter von 14 Kindern und als eine der ersten nicht-adeligen Frauen überhaupt, die sehr private Aufzeichnungen hinterließ.

Das Oratorium lässt Glikl von Hameln durch das Libretto von Diana Matut (Halle/Oxford) selbst zu Wort kommen, bringt jedoch drei weitere jüdische Frauen verschiedener Epochen mit auf die Bühne, deren Leben auf die eine oder andere Weise mit dem Glikls verwoben ist. Glikls Erfahrungen erhalten durch sie eine Stimme für unsere heutige Zeit.

Der Komponist und Weimar-Preisträger Alan Bern (USA/Berlin) verleiht jeder der vier Frauen durch verschiedene Instrumentalensembles eine eigene musikalische Sprache, die vom Barock, der urbanen Musik der Weimarer Zeit, dem jiddischen Theater und Klezmer sowie dem zeitgenössischen Retro-Swing inspiriert wurden.

Dirigent Marcelo Moguilevsky (Buenos Aires) führt das 35-köpfige internationale studentische Projektorchester mit Chor und Solist*innen durch Berns Partitur und erweitert das Oratorium durch Zwischenspiele mit dirigierter Orchesterimprovisation um einzigartige, epochenverbindende musikalische Dimensionen.

Das Projekt findet in Kooperation mit dem Yiddish Summer Weimar statt und wird vom Verein „321–2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ sowie vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat gefördert.

Nähere Informationen: https://www.glikl.eu


[09.03.2022]