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„Mozart singen lassen“: Drei Fragen an Florian Glemser, Solist im Hochschulsinfoniekonzert in der Weimarhalle

Pianist Florian Glemser | Foto: Mathis Leicht

„Mozart singen lassen“: Drei Fragen an Florian Glemser, Solist im Hochschulsinfoniekonzert in der Weimarhalle

Im Rahmen des Jubiläumsjahr-Programms spielt das Orchester der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar am Donnerstag, 11. November um 19:30 Uhr in der Weimarhalle ein abwechslungsreiches Programm von Mozart bis Messiaen unter der Leitung von Prof. Nicolás Pasquet.

Solist in Mozarts zwölftem Klavierkonzert in A-Dur KV 414 ist der Pianist Florian Glemser, der mit seinem Auftritt sein Aufbaustudium zum Konzertexamen in der Klasse von Prof. Grigory Gruzman abschließt.

Eintrittskarten zu 19 Euro, ermäßigt 15 Euro, gibt es bei der Tourist-Information Weimar sowie an der Abendkasse. Für das Konzert gilt die 3G-plus-Regel.

Herr Glemser, was ist das Schöne und was ist das Schwere an Mozarts zwölftem Klavierkonzert?

Florian Glemser: Mozarts Musik lebt davon, dass jede Phrase eine eigene individuelle, menschliche Gestalt hat. Er arbeitet weniger mit scharfen Kontrasten als mit subtilen Mitteln, um jedes Motiv fast schon psychologisch auszudeuten. Dadurch ist seine Musik natürlich und zugleich hoch differenziert. Dies mühelos zum Klingen zu bringen, Mozart sprechen und singen zu lassen, das ist das Schöne und Schwere an seiner Musik und auch an seinem zwölften Klavierkonzert.

In welcher Form konnte Prof. Gruzman Sie künstlerisch voranbringen?
           
Glemser: Prof. Grigory Gruzman verdanke ich sehr viel in pianistischer und künstlerischer Hinsicht. Er sucht in seinem Unterricht immer nach der Antwort auf die Frage „Wie geht das?“, anstatt nur das „So soll es sein“ einzufordern. Zugleich verbinde ich mit den Stunden bei ihm viele Momente künstlerischer Inspiration, Fantasie und klanglicher Erlebnisse, die bis heute bei mir nachklingen.

Wofür schlägt Ihr Herz in der Musik am schnellsten?

Glemser: Es klingt ketzerisch, aber nicht so sehr für die Klaviermusik… Ich liebe großartige Sängerinnen und Sänger wie Richard Tauber oder Maria Callas. Besonders intensive Momente des Musikerlebens konnte ich auch in der Jazzmusik finden. Mich interessiert das Klavier vor allem als Medium der unbegrenzten Möglichkeiten, es nicht wie ein Klavier klingen zu lassen. Die Inspiration finde ich dafür meist außerhalb der Klaviermusik. Dennoch: Unvergesslich sind auch die Konzerte mit dem Pianisten Grigory Sokolov, die ich erleben durfte!

Das Interview führte Jan Kreyßig.

[09.11.2021]