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Werden und Vergehen: Uraufführung der neuen Oper „Mutter“ von Giordano Bruno do Nascimento in Weimar

Giordano Bruno do Nascimento | Foto: Marina Belikova

Werden und Vergehen: Uraufführung der neuen Oper „Mutter“ von Giordano Bruno do Nascimento in Weimar

Es ist die inzwischen sechste Uraufführung eines neuen Musiktheaterwerks des Weimarer Kompositionsstudenten Giordano Bruno do Nascimento in seiner Studienstadt: Die allegorische Märchenoper „Mutter“ nach dem Libretto von Romina Nikolic verbindet in ihren zwei Akten mehrere Ebenen gesellschaftskritischen Materials mit dem musikalischen Ziel, die klassische Opernästhetik zu verlassen.

Die Oper erlebt nun am Freitag, 1. Oktober um 19:30 Uhr im Jugend- und Kulturzentrum „mon ami“ ihre Uraufführung.

In Szene gesetzt wird das neue Opus von Eszter Johanna Barta, Bühne und Kostüm stammen von Sara Drasdo. Zum Gesangsensemble gehören u.a. Leila Hills (Mutter), Lisa Schmidt (Tochter) und Joel Andreasson (Beamter), die musikalische Leitung übernimmt der Komponist höchstpersönlich.

Folgeaufführungen finden am Samstag, 2. Oktober sowie am Sonntag, 3. Oktober um 19:30 Uhr im „mon ami“ statt. Einführungen in die Genese der Oper beginnen jeweils bereits um 19:00 Uhr.

Eintrittskarten zu 10 Euro, ermäßigt 5 Euro gibt es bei der Tourist-Information Weimar sowie an der Abendkasse. Für Studierende der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar ist der Eintritt kostenlos.

Das Inszenierungsteam fasst die Opernhandlung mit folgenden Worten zusammen: „Am Rande der Gesellschaft wandelt Mutter den feinen Grat zwischen Ablehnung und Akzeptanz. Hier erzieht sie ihre Tochter zu einer heilkundigen Person, ein Dorn im Auge der Regierung. Über Mutters Vergangenheit ist wenig bekannt, allgegenwärtig ist nur ihre Angst davor, dass sie von ihr eingeholt wird – was auch geschieht, als ein Beamter im Auftrag des Präsidenten erscheint und die Mutter zur Zusammenarbeit erpresst. Das Unverständnis der Tochter mündet in eine gescheiterte Revolte, repressive Maßnahmen werden ergriffen. Das alles besingt die Mutter aus der Zukunft, reminiszierend über ihre Kräfte, Werden und Vergehen.“

Giordano Bruno do Nascimento hat an seinen Bachelor- und Masterabschluss im Fach Komposition noch ein Konzertexamen an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar in der Klasse von Prof. Michael Obst angeschlossen. 1981 in Brasilien geboren, konnte sich der mehrfach preisgekrönte Komponist und Dirigent längst einen Namen in der Neue-Musik-Szene machen.

Stipendien, Preise und künstlerische Residenzen führten ihn bereits zur Opera Elect Company in Idaho (USA), zum Künstlerhof Schreyahn, zum „Op Enheim“ in Warschau (Polen) sowie auch zum ISELP in Brüssel (Belgien).

In den letzten sechs Jahren hat er seine Opern „Lucie”, „Die Marmorpuppe”, „Die schöne Wahrheit”, „Global Players” und „Die Wahrheitsschwestern” in Weimar uraufgeführt.

Seine Werke für Kammerensembles und Orchester erklangen bei verschiedenen Festivals, darunter dem Pan Music Festival in Seoul (Südkorea), DCMF in Daegu (Südkorea), Il Suono (Italien), Klangwerkstatt Berlin, Sao Paulo Contemporary Music Festival (Brasilien), B-Classic Festival (Belgien) sowie auch der Berliner „Pyramidale“.

Seit 2019 leitet Giordano Bruno do Nascimento die von ihm gegründete „Camerata Temporalis“ als Ensemble für Alte Musik sowie die Musik der Gegenwart.

[23.09.2021]