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„Nicht hier um zu kritisieren“: HfM-Gesangsstudent Christoph Kurzweil drehte eine Dokumentation über das Theater seiner Heimatstadt Neustrelitz

Christoph Kurzweil | Foto: Candy Welz

„Nicht hier um zu kritisieren“: HfM-Gesangsstudent Christoph Kurzweil drehte eine Dokumentation über das Theater seiner Heimatstadt Neustrelitz

Es ist eine Ode auf das deutsche Stadttheater, wie es die Gesellschaft prägt und welche Auswirkungen Kulturabbau für eine ganze Region haben kann. HfM-Gesangsstudent Christoph Kurzweil hat mit zwei befreundeten Filmemachern eine Dokumentation über das Landestheater Neustrelitz produziert. „Nicht hier um zu kritisieren – Theater unter Druck“ feierte zunächst beim Filmkunstfest Schwerin im Frühjahr 2019 seine Premiere. Im Anschluss sollte der 80-minütige Film deutschlandweit in den Kinos gezeigt werden. Da diese seit mehreren Monaten geschlossen sind, ist er nun auf Amazon Prime verfügbar.

Christoph Kurzweil und seine Freunde Lucas Thiem und Gunnar Rossow begleiteten und sprachen mit den Menschen am Theater ihrer Heimatstadt Neustrelitz und hielten Momente einer sehr fragilen und unsicheren Zukunft fest. Denn im Jahr 2014 wollte die Landesregierung die Theaterlandschaft Mecklenburg-Vorpommerns neu aufstellen.

„Im September 2015 – der Entstehungszeitpunkt unserer Doku – war das Haus in einem Zustand der Ohnmacht zwischen drohender Zwangsfusion oder Insolvenz. Da wir viele persönliche Kontakte ins Theater hatten, wussten wir sehr gut um die Sorgen und Nöte und wollten versuchen, diese Zeit und die Menschen zu dokumentieren“, erzählt der Masterstudent aus der Klasse von Uwe Schenker-Primus.

Dank einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne und durch Sponsorengelder konnte schließlich ein sechswöchiger Dreh finanziert werden.

Am Theater Neustrelitz sammelte der heute 24-Jährige seine ersten Bühnenerfahrungen und war auch in der Dramaturgie und Öffentlichkeitsarbeit tätig. „Als Dauergucker habe ich damals quasi den gesamten Spielplan ,inhaliert‘. Einige der Künstler*innen haben mich auf meinem Weg hin zum Studium begleitet“, erinnert sich Christoph Kurzweil. Bis heute engagiert er sich als Vorstandsmitglied im Förderverein des Theaters.

[22.02.2021]