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„Eine echte Symbiose“: Drei Fragen an den Studenten Martijn Dendievel zu seinem Dirigat des MDR Sinfonieorchesters

Martijn Dendievel | Foto: Wouter Maeckelberge

„Eine echte Symbiose“: Drei Fragen an den Studenten Martijn Dendievel zu seinem Dirigat des MDR Sinfonieorchesters

Drei Weimarer Preisträger dirigieren das MDR Sinfonieorchester am Donnerstag, 16. Mai um 19:30 Uhr in der Weimarhalle: Neben den Weimarer Studenten Martijn Dendievel, Harry Ogg und Vitali Alekseenok wird auch die Dresdner Studentin Soo Hyun Park am Pult stehen. Der abwechslungsreiche Abend mit Werken von Beethoven, Dvořák und Britten gipfelt in Kurt Weills 2. Sinfonie, am Pult geleitet vom belgischen Bachelorstudenten Martijn Dendievel. 

Herr Dendievel, Sie haben das MDR Sinfonieorchester schon im Dirigierwettbewerb in Leipzig dirigiert. Wie war das?

Martijn Dendievel: Das MDR-Sinfonieorchester hat ein vielseitiges Profil und ist in jedem Repertoire von der Klassik bis zr Moderne zuhause. In der zweiten Runde des Dirigierwettbewerbs der mitteldeutschen Musikhochschulen dirigierte ich die 5. Sinfonie von Schostakowitsch, welche dieses Orchester damals in Deutschland uraufgeführt hat. Trotz dieser Erfahrung und Tradition waren die Musikerinnen und Musiker unglaublich offen und nahmen sehr interessiert meine Vorstellungen an. Das Gefühl, dass zwischen Orchester und Dirigent eine echte Symbiose entsteht, war unglaublich schön und wertvoll.

Worauf kann sich das Publikum in Kurt Weills 2. Sinfonie freuen?

Dendievel: In diesem Stück kombiniert Kurt Weill seine typische Tonsprache und Orchestration mit der klassischen Form einer Sinfonie. Ich finde die Mischung sehr interessant. Er war 1934 bereits im Pariser Exil, als er das Werk vollendete, und man hört ganz deutlich, dass seine Laune nicht unbedingt die beste war. Sowohl im ersten als auch im zweiten Satz verbindet er bittere Harmonien mit melancholischen Melodien, die einem sehr sehnsüchtig erscheinen können. Im Finale erklingt zuerst eine Art „Toccata“, die dann in einen Marsch übergeht. Für mich ist der Verweis auf die aufkommende Diktatur unüberhörbar …

Und was bringt das Jahr 2019 für Sie noch an Herausforderungen?

Dendievel: 2019 ist für mich ein Jahr mit wahnsinnig vielen unterschiedlichen Projekten, und ich bin so glücklich, dass ich mich auf alle auch freuen kann! Es ist nämlich nichts dabei, was ich machen „muss“. Über das Dirigentenforum des Deutschen Musikrats darf ich mit den Orchestern in Baden-Baden und Bremen arbeiten. Im Sommer assistiere ich meinem Professor Nicolás Pasquet beim Landesjugendorchester Hessen und leite einen Meisterkurs Komposition. Im Herbst kommt dann eine Opern-Uraufführung in Brüssel und vier Familienkonzerte mit Belgiens Nationalorchester.

Eintrittskarten zu 15 Euro, ermäßigt 10 Euro, gibt es bei der Tourist-Information Weimar sowie an der Abendkasse.

[13.05.2019]