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„Die Asche von Buchenwald“ – Gedenkkonzert auf dem Weimarer Friedhof für über 3500 Buchenwald-Tote

Ensemble für Alte Musik unter der Leitung von Olaf Reimers und Midori Seiler | Foto: Guido Werner

„Die Asche von Buchenwald“ – Gedenkkonzert auf dem Weimarer Friedhof für über 3500 Buchenwald-Tote

Es war ein ganz besonderes Ereignis, zu dem sich viele Protagonisten zusammengefunden haben: Das erstmalige Gedenken nach 80 Jahren an über 3500 Buchenwald-Tote, die in den Jahren 1937 bis 1939 in und von der Stadt Weimar gegen eine Gebühr von je 20 Reichsmark eingeäschert wurden. JEDEM DAS SEINE – der zynische Spruch am Lagertor von Buchenwald in Gegenüberstellung mit "Nur jedem das Seine", der anno 1715 in Weimar entstandenen Bach-Kantate, bildeten den spannungsreichen Kern dieses Projektes am 19. April unter dem Titel "Die Asche von Buchenwald".

Anregung hierfür war eine Ausstellung von Neil McGregor in London unter dem Titel "Germany-Memories of a Nation" in London, wo eine Replik des Buchenwald-Lagertors neben der Partitur der (fast) gleichnamigen Partitur von Bachs Kantate präsentiert wurde – begleitet von der Frage "wie lassen sich diese unterschiedlichen Komponenten der deutschen Geschichte zusammenbringen?"

Prof. Olaf Reimers unternahm zusammen mit Prof. Myriam Eichberger als Intendantin der BACH BIENNALE WEIMAR eine Art "Vertonung" dieses Gedankens in einem Konzert mit gewichtigen Wortbeiträgen und einem zentralen Totengedenken. Studierende der HfM wirkten sowohl im Ensemble des Instituts für Alte Musik (Leitung Prof. Olaf Reimers und Prof. Midori Seiler) als auch als Gesangssolist*innen im Rahmen der Bach-Kantate mit.

Außerdem waren sie an zwei für das Konzert entstandenen Uraufführungen nach Texten aus Buchenwald beteiligt (Karl Schnog: DER HÄFTLING, sowie VISION von Giordano Bruno do Nascimento und Romeo Wecks. Markus Stockhausen umrahmte mit "Phoenix", intuitiver Musik für Flügelhorn, das Totengedenken von Landesrabbiner Alexander Nachama und Superintendent Henrich Herbst, bevor die Staatskapelle Weimar unter der Leitung von Kirill Karabits das Konzert brillant mit der Streicherpartita von Gideon Klein (komponiert in Theresienstadt) und der "Ouvertüre über hebräische Themen" von Sergej Prokofjew abschloss.

Die Schirmherrschaft und das Grußwort übernahm Bodo Ramelow als Ministerpräsident des Freistaates Thüringen. Das Gedenkkonzert erhielt deutschlandweite Presseberichte, diverse Rundfunk- und TV-Beiträge und wurde durch die Thüringer Staatskanzlei mitgeschnitten. Den Film der Staatskanzlei zum Konzert (Autorin Blanka Weber) sehen Sie hier: www.youtube.com/watch?v=ej10L69ELNI

[30.04.2019]