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Musik und Politik: Erstes gemeinsames Seminar des Instituts für Musikwissenschaft mit dem South African College of Music in Kapstadt

Während des Seminars in Weimar | Foto: HfM Weimar

Musik und Politik: Erstes gemeinsames Seminar des Instituts für Musikwissenschaft mit dem South African College of Music in Kapstadt

Kulturpolitik zählt zu den wesentlichen Determinanten der Produktion und Pflege von Musik. Das vorherrschende politische System bestimmt dabei die Art und Weise, wie Musik politischer Steuerung unterworfen sein kann. Die Grundzüge des Ineinandergreifens von staatlich-institutioneller Politik und Musikpflege hat nun ein Seminar herausgearbeitet, das das Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena gemeinsam mit dem South African College of Music der University of Cape Town erstmals durchgeführt hat.

Studierende und Lehrende beider Institute erarbeiteten während des Sommersemesters die Zusammenwirkung von Musik und Politik in einem globalgeschichtlichen Kontext. Das Seminar gliederte sich in drei Streamingsitzungen und einen Besuch der südafrikanischen Seminarteilnehmer*innen Ende Mai in Weimar.

Neben Gesprächen mit Vertreter*innen des Verbands Deutscher KonzertChöre und der Landesmusikakademie Thüringen erhielten die Studierenden und Lehrenden eine Führung durch das Konzentrationslager Buchenwald. Letztere bildete die Grundlage für den Themenblock, der sich mit Musik in Konzentrationslagern und Musiker*innen in den sowjetischen Gulags befasste.

In den vorangegangenen Streamingsitzungen wurde bereits die politische Einflussnahme von Politik auf die gesellschaftliche Akzeptanz von Neuer Musik in China thematisiert. Untersucht wurden sowohl die Volksrepublik selbst als auch Taiwan und die beiden ehemals unabhängigen wirtschaftlichen Enklaven Hong Kong und Macao. Ein weiteres Themengebiet setzte sich mit der UNESCO und der Pflege von (immateriellem) Kulturgut auseinander, wobei Japan Als Fallstudie herangezogen wurde.

Der dritte inhaltliche Block der Streamingsitzungen befasste sich mit der Musikpolitik in der DDR, Geschichtskittung im Sinne eines sozialistischen Narrativs und der Frage nach der Ausbildung einer eigenen ostdeutschen Identität.

Das Seminar „Music and Politics: Global Perspectives“ bildete den Auftakt einer Reihe von Pilotseminaren, die im Rahmen des DAAD-Projektes „Universitäre Musikausbildung in der Post-Apartheid-Ära“ gestaltet werden. Ziel ist es, zeitgemäße Perspektiven auf die Musik und Musikpflege im Südafrika der Post-Apartheid-Ära zu eröffnen sowie die Potentiale von universitärer Musikausbildung in postkolonialen Kontexten zu erörtern. Seine Fortsetzung mit dem Fokus auf (süd-)afrikanischen Perspektiven soll das Seminar im September/ Oktober 2020 finden.

Nähere Informationen: www.hfm-weimar.de/daad-suedafrika