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Kreativer Diskurs: Achim Kaufmann ist neuer Professor für Jazzpiano an der HfM Weimar

Prof. Achim Kaufmann | Foto: Lothar Fietzek

Kreativer Diskurs: Achim Kaufmann ist neuer Professor für Jazzpiano an der HfM Weimar

Das Institut für Neue Musik und Jazz wächst auf elf Professuren an und erschließt sich weitere kreative Potentiale. Der Berliner Pianist und Komponist Achim Kaufmann verstärkt das Institut ab dem Wintersemester 2018/19 als neuer Professor für Jazzpiano.

„Ich glaube, es gibt nirgendwo sonst in Deutschland eine vergleichbare Situation, bei der Neue Musik und Jazz in einem Institut miteinander verknüpft sind“, sagt Achim Kaufmann. Dadurch würden auch innerhalb der Hochschule Wechselwirkungen und Bezüge zwischen diesen Gebieten möglich, so der neue Professor.

„Jazz ist für mich kein abgeschlossener Bereich“, ergänzt Kaufmann, „und auch in meiner eigenen Arbeit gibt es jede Menge Überschneidungen mit anderen Musikformen, speziell auch mit Klängen und Gestalten der zeitgenössischen Musik, so dass diese Kombination mich sehr anspricht.“

Der Jazz ist für ihn eine Musik des individuellen künstlerischen Ausdrucks sowie auch des kreativen Diskurses im Ensemble. Zu seinen pädagogischen Zielen sagt der Jazzpianist: „Ich sehe mich als Teil eines Kontinuums, bei dem Wissen weitergegeben wird an die nächste Generation. Wie wird sich die Musik weiterentwickeln? Über einen längeren Zeitraum Lernprozesse und künstlerische Entwicklungen begleiten zu können, ist eine einzigartige Chance.“

Achim Kaufmann begann sich ab seinem 15. Lebensjahr autodidaktisch mit dem Klavierspiel zu beschäftigen und zu komponieren. In den 1980er Jahren studierte er Musik in Köln; in dieser Zeit begann die bis heute andauernde Zusammenarbeit mit Musikern wie Thomas Heberer, Frank Gratkowski und Matthias Schubert.

Von 1996 bis 2009 lebte er in Amsterdam, wo er u.a. mit dem Klarinettisten und Altsaxophonisten Michael Moore in verschiedenen eigenen Formationen zusammenzuspielen begann. Dort wurde auch das Trio Kaufmann/ Gratkowski/ de Joode ins Leben gerufen, welches bis heute seinen eigenen Weg einer kammermusikalisch improvisierten Klangsprache verfolgt, dokumentiert auf bislang fünf CDs.

2001 hielt er sich mit einem Stipendium des Landes NRW sechs Monate an der Cité Internationale des Arts in Paris auf und nahm Privatunterricht bei Steve Lacy. Im selben Jahr erhielt er den SWR-Jazzpreis.

Seit Ende 2009 lebt Achim Kaufmann in Berlin. Dort wurde eine Reihe neuer Projekte ins Leben gerufen: „Precipitates“ mit Axel Dörner und Okkyung Lee, SKEIN (aktuelle Besetzung mit Frank Gratkowski, Wilbert de Joode, Richard Barrett, Liz Allbee, Kazuhisa Uchihashi und Tony Buck) sowie „grünen“ mit Christian Lillinger und Robert Landfermann.

Daneben ist er als viel gefragter Ensemblemusiker mit einer Reihe von Gruppen regelmäßig im In- und Ausland zu hören. Mit der Lyrikerin und bildenden Künstlerin Gabriele D.R. Guenther arbeitet er seit ca. 20 Jahren in verschiedenen Text-und-Musik-Projekten zusammen.

Des Weiteren spielte er mit Paul Lovens, George Lewis, Mark Dresser, Jim Black, Chris Speed, Mark Helias, Tristan Honsinger, Tobias Delius, Fay Victor, Gerry Hemingway, John Hollenbeck, Thomas Lehn, Andrea Parkins, Tom Rainey, Ingrid Laubrock, Tomász Stanko, Shelley Hirsch, Johannes Bauer, Ernst Ludwig Petrowsky, Steve Swallow, Charles McPherson, Al Foster und vielen anderen.

Tourneen und Festivals führten Achim Kaufmann u.a. nach Kanada, die USA, Chile, Japan, Russland und ganz Europa. Unter seinem eigenen Namen sind bislang über 30 Tonträger erschienen. 2015 wurde ihm im Rahmen des Jazzfests Berlin der Albert-Mangelsdorff-Preis verliehen.

Am Klavier befasst sich Kaufmann seit über zwanzig Jahren mit instrumentalen Erweiterungen und Präparationstechniken, die den Klang seines Instrumentes transformieren und zu neuen Ensembletexturen beitragen. In seiner Soloarbeit nimmt die Beschäftigung mit polyrhythmischen Strukturen und rhythmischer Unabhängigkeit eine zentrale Stellung ein.

Nähere Informationen: www.achimkaufmann.com

11.10.2018