►  Hochschule für Musik...  ►  Über uns
„Menschen bewegen“: Claudia Buder ist die neue Professorin für Akkordeon an der HfM Weimar

Prof. Claudia Buder | Foto: PIGINI/ Endrio Figuretti

„Menschen bewegen“: Claudia Buder ist die neue Professorin für Akkordeon an der HfM Weimar

Der HfM Weimar ist Claudia Buder seit vielen Jahren verbunden. Hier studierte sie bei Prof. Ivan Koval und unterrichtete dann später als Lehrbeauftragte junge Akkordeonistinnen und Akkordeonisten. Nun ist sie dem Ruf ihrer Alma Mater gefolgt und wird Professorin für Akkordeon.

„Mit dem Blick in die Vergangenheit ist der Ruf für mich eine Antwort, mit dem Blick in die Zukunft ein Aufruf zur Gestaltung. Dafür bin ich dankbar“, so Claudia Buder, die ihre Lehrtätigkeit am Institut für Neue Musik und Jazz mit Beginn des Wintersemesters 2018/19 aufgenommen hat.

„Es gilt, die Menschen zu bewegen. Deshalb habe ich als Lehrende die Aufgabe, den Weg dahin zu suchen. Gleichzeitig trage ich die Verantwortung für die Kunst und die Kultur, die gepflegt wird. Die Fachrichtung Akkordeon an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT ist die älteste und damit traditionsreichste in Deutschland. Mit einem inneren und einem äußeren Ohr habe ich die ‚Weimarer Schule‘ des Akkordeonspiels schätzen und lieben gelernt. Deshalb nehme ich mit Freude die Herausforderung an, diese Schule in der Kunst der Tonformung weiterzuführen“, erklärt sie weiter.

Claudia Buder wuchs in ihrer Geburtsstadt Leipzig auf. Ihre Studien bei Prof. Ivan Koval an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT in Weimar wurden durch einen Studienaufenthalt bei Prof. Mie Miki an der Folkwang Universität der Künste in Essen ergänzt. Weitreichende Inspirationen erhielt sie außerdem bei Meisterkursen von Mogens Ellegaard, Stefan Hussong, Hugo Noth, Matti Rantanen, Jukka Tiensuu u.a.

Ihre Studien schloss sie mit zwei Diplomen und dem Konzertexamen ab. Die Jugendzeit war auch durch nationale wie internationale Wettbewerbserfolge geprägt – sie war u.a. 1. Preisträgerin beim Internationalen Akkordeonwettbewerb Klingenthal.

Unterschiedliche Bildungsstätten ermöglichten ihr ein facettenreiches Spektrum der Ausbildung. Internationale Lehraufträge führten sie nach Finnland an die Fachhochschule Turku, in die Slowakei an die Universität Prešov und in die Niederlande ans ArtEZ Enschede.

Das Lehren ist für sie kein zweites Standbein, sondern Berufung. Die Ausbildung von Kindern und Jugendlichen – insbesondere am Musikgymnasium Schloss Belvedere – ist ihr dabei ein besonderes Anliegen. So leitet sie neben Meisterkursen auch Förderkurse auf internationaler Ebene. Die bislang 27 ersten Preise ihrer Schüler beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ sind für sie Ansporn: Kontinuität, Qualität und künstlerische Offenheit im pädagogischen Dreiklang.

An der HfM Weimar erhielt Claudia Buder 2007 eine Titularprofessur. Mit dem Wintersemester 2009 eröffnete sie die Fachrichtung Akkordeon an der Hochschule für Musik in Münster. Das Leben lehrt Improvisation: Alan Bern wie auch Markus Stockhausen inspirieren sie zu Inventionen auf dem Weg zur intuitiven Musik.

Claudia Buder ist von der Vielseitigkeit ihres Instruments begeistert. Ihre musikalischen Aktivitäten mit unterschiedlichsten Besetzungen des kammermusikalischen Bereichs sind in verschiedenen CD-Produktionen (academy label, animato, bis, hänssler classic) dokumentiert.

Engagements im In- und Ausland führten Claudia Buder auch mit größeren Ensembles wie dem Ensemble Ascolta, dem Ensemble Modern und dem Ensemble Resonanz zusammen. Sie spielte den Akkordeonpart bei der Uraufführung der Oper „Emilia Galotti“ von Marijn Simons, der deutschen Erstaufführung der neu instrumentierten Fassung von Alban Bergs Oper „Lulu“, der deutschen Erstaufführung der Oper „Les Boulingrins“ von Georges Asperghis sowie der Kammeroper „Powder Her Face“ von Thomas Adès.

Solistisch war sie unter anderem zu Gast bei der Amsterdam Sinfonietta, der Königlichen Philharmonie Stockholm, den Wiener Philharmonikern und arbeitete mit Dirigenten wie George Alexander Albrecht, Kent Nagano, Andris Nelsons und Jonathan Stockhammer zusammen. 2016 spielte sie kammermusikalisch wie auch solistisch bei den BBC Proms mit dem BBC Symphony Orchestra unter der Leitung Sakari Oramo.

In Zusammenarbeit mit vielen Komponisten – u.a. HK Gruber, Georg Katzer, Steffen Schleiermacher sowie den Komponistinnen Rebecca Saunders und Annette Schlünz – brachte sie zahlreiche Kompositionen zur Uraufführung.

Nähere Informationen: www.claudiabuder.com

08.10.2018