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Musikobjekte der populären Kultur: Neues Forschungsprojekt am Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena untersucht die Geschichte der Tonträger

Foto: Daniel Eckenfelder

Musikobjekte der populären Kultur: Neues Forschungsprojekt am Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena untersucht die Geschichte der Tonträger

Von der Schlagerplatte im Tanzsaal über die liebevoll für die Freundin zusammengestellte Musikkassette bis zum Rare-Groove-Archiv eines Hip-Hop-DJs: Musik ist überall, und sie hat viele Gestalten. Wir hören und sammeln sie, wir kaufen und verkaufen sie, sie prägt wesentlich unsere Alltagskultur. Ein Grund für den Siegeszug der populären Musik als zentrales Kulturgut des 20. und 21. Jahrhunderts ist ihre Materialisierung in Objekten wie der Schallplatte, der Musikkassette oder der MP3-Datei, durch die sie gespeichert und in ganz unterschiedlichen Kontexten reproduziert und gehört werden kann.

Diesen bisher kaum erforschten Aspekten der deutschen Kulturgeschichte widmet sich das durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Verbundprojekt „Musikobjekte der populären Kultur: Funktion und Bedeutung von Instrumententechnologie und Audiomedien im gesellschaftlichen Wandel“, dessen Teilprojekt „Speichern und Sammeln. Tonträger als Musikspeicher und Sammelobjekte“ im September 2018 am Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena gestartet ist.

Der Weimarer Professor für die Geschichte des Jazz und der populären Musik, Prof. Dr. Martin Pfleiderer, arbeitet in diesem Projekt eng mit dem Lippmann+Rau-Musikarchiv in Eisenach, dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik an der Universität Freiburg (ehemals: Deutsches Volksliedarchiv) und dem rock’n’pop-Museum im westfälischen Gronau zusammen.

An den drei Standorten soll in den nächsten drei Jahren erforscht werden, wie populäre Musik seit 1945 mit neuartigen Musikinstrumenten und Tonstudiotechnik produziert, als Tonträger gespeichert und gesammelt sowie auf verschiedenen Geräten abgespielt und so wieder hör- und erlebbar gemacht wurde.

Dahinter steht die kulturgeschichtliche Fragestellung, wie populäre Musik den Lebensstil und Alltag in Ost und West geprägt hat und in welcher Wechselwirkung dabei Technik, Warenästhetik und gesellschaftliche Entwicklungen gestanden haben. Der Fokus des Teilprojektes in Weimar, das Prof. Pfleiderer zusammen mit der Medienwissenschaftlerin Dr. Laura Niebling durchführt, liegt auf der Geschichte der Tonträger und Audiospeichermedien.

Hierzu sollen nicht nur die Sammlungen des international bedeutenden Lippmann+Rau-Musikarchivs in Eisenach aufgearbeitet werden, sondern auch wichtige Zeitzeugen der Popmusik-Geschichte zu Wort kommen. Neben wissenschaftlichen Publikationen sind zwei Tagungen, eine umfängliche Web-Präsentation sowie schließlich eine Ausstellung geplant.

[13.09.2018]