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Wagner – Weimar – Eisenach: Internationale musikwissenschaftliche Tagung im Festsaal des Goethe-Nationalmuseums

Oesterlein-Sammlung in der Eisenacher Reuter-Villa | Foto: Kiril Georgiev

Wagner – Weimar – Eisenach: Internationale musikwissenschaftliche Tagung im Festsaal des Goethe-Nationalmuseums

Seit 2012 erforscht ein Weimarer Projektteam um Prof. Dr. Helen Geyer die zweitgrößte Richard-Wagner-Sammlung der Welt, die sogenannte Oesterlein-Sammlung, die sich in der Eisenacher Reuter-Villa befindet. Nun veranstaltet das Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena der HfM Weimar eine internationale Tagung zum Thema „Wagner – Weimar – Eisenach: Wechselwirkungen und Spannungsfelder zwischen Kultur und Politik“.

Bei freiem Eintritt findet die musikwissenschaftliche Tagung am Donnerstag, 14. und Freitag, 15. Juni im Festsaal des Goethe-Nationalmuseums in Weimar statt. Interessierte sind herzlich willkommen!

Die wissenschaftliche Leitung der Tagung haben Prof. Dr. Helen Geyer, Dr. des. Kiril Georgiev sowie Stefan Alschner inne. Es gibt Vorträge und Podiumsdiskussionen mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Frankreich, der Schweiz, Deutschland und den USA.

So wird u.a. Prof. Nicholas Vazsonyi von der University of South Carolina in Columbia (USA) über „Die Weimarer Idee: Moderne und Antimoderne im Denken und Schaffen Richard Wagners“ sprechen. Für die musikalische Umrahmung sorgt der emeritierte Weimarer Musiktheorie-Professor Wolf-Günter Leidel.  

Der rezeptionsgeschichtliche „Urknall“ von Richard Wagners Werk fand bezeichnenderweise im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach statt. Also an einem Ort, der sich selbst zwischen den Gegenpolen Provinz und Residenz, Tradition und Fortschritt, Idee und Verwirklichung zerrieb und in der eigenen – mit Wagner gesprochen – „schönen Einöde“ erstickte.

Hier verbanden sich Franz Liszts auf die Zukunft ausgerichtetes Wirken und das Erbe der Weimarer Klassik unter der Regentschaft eines ambitionierten Weimarer Hofes zu einer nicht unproblematischen Synthese, von deren Folgen auch Wagner nicht unberührt blieb.

Die eigenwillige Kulturpolitik Weimars trug um 1850 zum vieldiskutierten Durchbruch des Komponisten bei, wofür Liszts vermittelnde Rolle und insbesondere die von ihm geleiteten Erst- bzw. Uraufführungen des „Tannhäuser“ und „Lohengrin“ entscheidend waren.

Die Tagung wird der verklärten Sehnsucht nach klassischen und romantischen Idealen die tatsächlich gepflegte Kulturpolitik des Weimarer Hofes gegenüberstellen und vor diesem Hintergrund Richard Wagners kunstinnovative Ideen diskutieren. Darüber hinaus werden die Ursachen bzw. Anfänge der Rezeption und deren Auswirkungen beleuchtet.

17.05.2018