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Aspekte des Judentums: Zentrum Jüdische Studien Berlin-Brandenburg wird weiter gefördert

Prof. Dr. Jascha Nemtsov | Foto: Rut Sigurdardóttir

Aspekte des Judentums: Zentrum Jüdische Studien Berlin-Brandenburg wird weiter gefördert

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat eine zweite Förderphase für das Zentrum Jüdische Studien Berlin-Brandenburg (ZJS) bewilligt. In den nächsten fünf Jahren erhält das Zentrum rund 6,2 Millionen Euro. 2012 gegründet, vernetzt das ZJS Forschende und Lehrende und stärkt die Forschung auf dem Gebiet der Jüdischen Studien in der Region. Ziel der zweiten Förderphase von 2017 bis 2022 ist es, das Zentrum als Forschungsbasis weiter auszubauen. Das ZJS ist ein gemeinsames Projekt der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin, der Technischen Universität Berlin, der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), der Universität Potsdam, des Abraham Geiger Kollegs und des Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien in Kooperation mit der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar.

"Zum ersten Mal in der deutschen Geschichte ist mit dem Zentrum Jüdische Studien Berlin-Brandenburg eine Einrichtung entstanden, in der fünf große Universitäten mit ihren verschiedenen Forschungseinrichtungen das Thema Judentum gemeinsam zu einem integralen Bestandteil ihrer akademischen Forschung und Lehre machen", sagt Prof. Dr. Kerstin Schoor, derzeitige Sprecherin des Zentrums Jüdische Studien Berlin-Brandenburg und Inhaberin der Axel Springer-Stiftungsprofessur für deutsch-jüdische Literatur- und Kulturgeschichte, Exil und Migration an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder).

Auch an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar wird die Forschung fortgesetzt. Zu den geplanten Vorhaben des Lehrstuhls von Prof. Dr. Jascha Nemtsov am Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena zählt unter anderem das Projekt "Aspekte des Judentums und der jüdischen Identität in den musikalischen Kulturen der christlichen und islamischen Kulturräume" gemeinsam mit der Universität in Haifa (Israel). Es entstehen zudem wissenschaftliche Monografien, Quellen-, Noten- und CD-Editionen jüdischer Komponisten und Musiker. "Geplant ist außerdem die internationale Tagung 'Musik in den Konzentrationslagern Buchenwald und Ferramonti-Tarsia' im Mai 2018 in Kooperation mit dem Conservatorium Mailand und der Stiftung Ettersberg", so Prof. Nemtsov, zu dessen vielen weiteren Aufgaben die akademische Leitung der Ausbildung jüdischer Kantorinnen und Kantoren zählt.

Das Zentrum Jüdische Studien Berlin-Brandenburg widmet sich insgesamt der Erforschung des Judentums im europäischen und globalen Kontext von der Spätantike bis in die Gegenwart. Schwerpunkte sind der Austausch zwischen Judentum, Christentum und Islam, die Erinnerungskulturen (nach) der Shoah, Sefardische Perspektiven sowie Diaspora, Migration und Transnationalität. Auf der Agenda des Zentrums stehen die Intensivierung von Forschung und Lehre, die Internationalisierung und die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Auch die akademische Ausbildung von RabbinerInnen und Kantoren an der "School of Jewish Theology" wird durch die fortgesetzte BMBF-Förderung unterstützt. Mit Ringvorlesungen, Konferenzen, Workshops und Ausstellungen will das ZJS weiterhin die Forschungen im Feld der Jüdischen Studien bündeln und sichtbar machen. Schließlich wird in Form einer PostDoc-Akademie die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in den Jüdischen Studien fortgesetzt und vertieft: Fünf Gruppen aus Post-DoktorandInnen und DoktorandInnen werden über jeweils vier Jahre an spezifischen Fragestellungen zu den Forschungsschwerpunkten des ZJS arbeiten.