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Prof. Dr. Dr. Alexander  Grychtolik

Prof. Dr. Dr. Alexander Grychtolik

Honorarprofessor für Improvisation auf historischen Tasteninstrumenten

Fach/Instrument: Improvisation

alexander.grychtolik(at)hfm-weimar.de

http://www.grychtolik.com

Alexander Grychtolik ist Cembalist, Improvisator und Bachforscher. Zusammen mit seiner Partnerin Aleksandra Grychtolik blickt er auf eine über 15-jährige, weltweite Konzerttätigkeit im Bereich der historischen Improvisation sowie der Interpretation von Cembalowerken zurück: Ihre Debüt-CD „Fantasia baroque“ mit Cembalo-Improvisationen über Bach, Bertali und Pasquini (COVIELLO) wurde vom Early Music Review als „excellent recording“ ausgezeichnet. Als Dirigent trat Alexander Grychtolik auf vielen der bedeutendsten Bach-Festivals auf, darunter beim Bachfest Leipzig, beim Musikfest Stuttgart, beim Festival Bach de Lausanne, bei den Frankfurter Bachkonzerten sowie als Artis in Residence beim Internationalen Bachfest Schaffhausen.

2008 gründete Alexander Grychtolik das Ensemble „Deutsche Hofmusik“, mit dem er international beachtete Ersteinspielungen von rekonstruierten Vokalwerken J. S. Bachs bei Sony/DHM vorlegte: So wurde die 2015 erschienene CD-Aufnahme der „Köthener Trauermusik“ BWV 244a beim Preis der Deutschen Schallplattenkritik nominiert und als „wichtiger Beitrag zur Bach-Gesamtrezeption“ gewürdigt. Die Huldigungskantate „Erwählte Pleißenstadt“ BWV 216a wurde in die Bach-Gesamteinspielung der Deutschen Grammophon („Bach 333“) aufgenommen. 2019 erfolgte die Wiedereinspielung der „Schäferkantate“ BWV 249a (weltliche Urfassung des Osteroratoriums) und die Ersteinspielung der „Krönungskantate“ BWV 205a für August III. von Polen.
Seine Bach-Rekonstruktionen sind u. a. beim Musikverlag Edition Peters veröffentlicht und werden von namhaften Interpreten wie Jordi Savall und Ensembles wie der Niederländischen Bach-Vereinigung aufgeführt, darunter die 2009 nachgewiesene Spätfassung der Markus-Passion BWV 247 aus dem Jahre 1744.

Als Musikforscher verbindet er künstlerische und wissenschaftliche Fragestellungen, die von Veröffentlichungen u. a. im Bach-Jahrbuch begleitet werden und Themen wie die virtuelle Rekonstruktion historisch bedeutender Konzertsäle sowie szenische Aufführungspraxis umfassen. Jüngstes Vorhaben in diesem Bereich ist die Erforschung und Aufführung des unvollendeten Passionsoratoriums BWV Anh. 169 von 1725, das er als Fragment rekonstruierte und vervollständigte. Lehrtätigkeit und Gastvorträge führten in u. a. auch an die Hochschule für Musik und darstellende Kunst Frankfurt am Main. Er war Stipendiat der Alfred Toepfer Stiftung.

Alexander Grychtolik studierte Cembalo bei Bernhard Klapprott an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT in Weimar sowie bei Frédérick Haas am Königlichen Konservatorium in Brüssel. Parallel dazu studierte er Architektur an der Bauhaus-Universität Weimar, wo er im Bereich des musikalischen Kulturgüterschutzes promovierte. Eine zweite, musikwissenschaftliche Promotion legte er an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg ab.

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