In der Hosenrolle des Ottone: Die Italienerin Maria Grazia Insam singt ihre erste italienische Oper in Deutschland

Maria Grazia Insam in der Musiktheaterproduktion "Durch einen Spiegel" 2015 im Studiotheater Belvedere; Foto: Maik Schuck

In der Hosenrolle des Ottone: Die Italienerin Maria Grazia Insam singt ihre erste italienische Oper in Deutschland

Die Premiere der Musiktheaterproduktion MACHT.SPIELE ist zugleich auch eine Premiere für Maria Grazia Insam: Die 22-jährige italienische Gesangsstudentin der Weimarer Musikhochschule übernimmt die Rolle des Ottone aus Claudio Monteverdis Oper „Die Krönung der Poppea“ – und damit erstmals eine typisch italienische Partie. Auszüge aus dieser Oper aus den „Geburtsjahren“ des Genres Anfang des 17. Jahrhunderts erklingen am Donnerstag, 28. April 2016 um 19:30 Uhr im Studiotheater Belvedere. Im Gespräch erläutert die junge Mezzosopranistin aus der Klasse von Prof. Dr. Michail Lanskoi, was für sie das Besondere an ihrem Auftritt ist.

Frau Insam, was gefällt Ihnen an ihrer Rolle des Ottone, des Geliebten von Poppea?

Die Musik ist so gut und genial komponiert, dass die Gefühle des Ottone sehr klar transportiert werden. Monteverdi möchte echte, plastische Emotionen darstellen, keine künstlichen. Die Musik ist noch sehr mit dem Text verbunden, und es gibt nicht die ganze Zeit Koloraturen über wenige Worte wie manchmal bei Händel. Die Musik spiegelt genau die Psychologie des Charakters wider und zeigt seine Innerlichkeit.

Worauf kann sich das Publikum in dieser Inszenierung im Studiotheater freuen?

Wir spielen in einer Arena, das heißt das Publikum wird sehr nah an uns dran sitzen. Es wird also auch die Machtspiele Amors hautnah miterleben. Neben den Monteverdi-Arien singen andere Sängerinnen auch eine Ballade von Kurt Weill und bekannte Schlager. Im Zentrum stehen immer die Gefühle der Charaktere.

In welchem Repertoire fühlen Sie sich am wohlsten?

Monteverdi ist für mich eine Entdeckung! Ich fühle mich sehr wohl in dieser Rolle. Ich bin eine Koloratur-Mezzosopranistin, deshalb singe ich vor allem Barockopern und auch Opern von Rossini. Sehr gern mag ich auch Oratorien und andere geistliche Musik. Am meisten reizt es mich, den Gefühlen in den Werken nachzuspüren, also mit meiner Stimme dem Publikum die Emotionen zu übermitteln, die ich in der Musik spüre.
_____________________________

Folgeaufführungen der MACHT.SPIELE gibt es am Samstag, 30. April um 19:30 Uhr sowie am Sonntag, 1. Mai um 16:30 Uhr, ebenfalls im Studiotheater Belvedere. Karten zu 7,50 Euro, ermäßigt 5 Euro, sind bei der Tourist-Information Weimar sowie an der Abendkasse erhältlich.

Pressesprecher

Jan Kreyßig
Verwaltungsgebäude, R 206
Platz der Demokratie 2/3
99423 Weimar
Tel. 03643 | 555 159
Fax 03643 | 555 199
presse(at)hfm-weimar.de