Den Bogen raus: Der 8. Internationale LOUIS SPOHR Wettbewerb für Junge Geiger lockt im Herbst 2016 nach Weimar

Nathan Mierdl, Gewinner des Spohr-Wettbewerbs 2013 in der Kategorie II | Foto: Maik Schuck

Den Bogen raus: Der 8. Internationale LOUIS SPOHR Wettbewerb für Junge Geiger lockt im Herbst 2016 nach Weimar

Auf seinen Wettbewerbserfolg folgte direkt der berufliche Erfolg: Der Geiger David Castro-Balbi gewann als 19-Jähriger einen 1. Preis beim Spohr-Wettbewerb 2013, ein Jahr später schon wurde er Konzertmeister im Philharmonischen Orchester Altenburg-Gera. Parallel studiert er noch in Weimar bei Prof. Dr. Friedemann Eichhorn.

Ob es wieder zu einem solchen Karriere-Schnellstart kommt, wird sich beim 8. Internationalen LOUIS SPOHR Wettbewerb für Junge Geiger vom 28. Oktober bis 8. November 2016 erweisen. Die Hochschule für Musik FRANZ LISZT lädt wieder die besten Geigerinnen und Geiger aus der ganzen Welt nach Weimar ein, um in drei Alterskategorien – bis 14, bis 17 und bis 20 Jahre – in einen spannenden Leistungsvergleich zu treten.

Verlangt werden je nach Alter unter anderem Telemann-Phantasien, Bach-Partiten, Mozart-Sonaten, Paganini-Capricen, eine Spohr-Barcarole sowie auch einzelne Sätze aus verschiedenen Violinkonzerten. Wie schon beim letzten Wettbewerb 2013 spielen die Teilnehmer der Kategorien II und III in der finalen dritten Runde die Violinkonzerte von Max Bruch und Felix Mendelssohn Bartholdy mit dem Hochschulsinfonieorchester unter der Leitung von Prof. Nicolás Pasquet.

Zu gewinnen sind Preise und Sonderpreise im Gesamtwert von mehr als 17.000 Euro sowie Anschlusskonzerte. Über die Preisvergabe entscheidet eine zehnköpfige, internationale Jury unter Vorsitz von Prof. Dr. Friedemann Eichhorn. Beim Preisträgerkonzert am 8. November in der Weimarhalle spielen die preisgekrönten Teilnehmer solistisch mit der Staatskapelle Weimar. Anmeldeschluss für den Spohr-Wettbewerb ist der 10. Juni 2016.

Seit seiner Gründung in den 1990er Jahren hat sich der Spohr-Wettbewerb zu einer der international renommiertesten Adressen für den Streicher-Nachwuchs entwickelt. Jedes Mal vergleichen mehr als 100 Violinisten aus mehr als 20 Ländern rund um den Globus ihre Fertigkeiten, treffen Gleichgesinnte, knüpfen Kontakte und Freundschaften.

Der Wettbewerb ist ein wichtiges Sprungbrett, dessen ehemalige Preisträger im Nachklang auch beim ARD-Musikwettbewerb, beim "Leopold Mozart"- oder beim Tschaikowsky-Wettbewerb erfolgreich antraten. Viele von ihnen bekleiden heute zudem wichtige Orchesterpositionen z. B. als Konzertmeister der Staatskapelle Dresden, der Deutschen Oper am Rhein, des Tonhalle-Orchesters Zürich oder des Philharmonia Orchestra London.  

Louis Spohr war der deutsche Paganini, ein wahrer Teufelsgeiger. Und nicht nur das: Spohr (1784–1859) komponierte auch schnell wie der Wind. Zwar sind seine annähernd 300 Werke selten öffentlich zu hören, umso häufiger stehen Spohr-Noten aber auf den privaten Pulten der internationalen Geiger-Welt.

Denn hier gehören die fünfzehn Violinkonzerte, zehn Sinfonien, sechsunddreißig Streichquartette sowie zahlreichen Opern und Oratorien des vielseitigen Konzertmeisters, Dirigenten, Musikfestorganisators und Pädagogen zum unverzichtbaren täglich Brot. In Gotha, Erfurt und Nordhausen wirkte Spohr als Musiker und Kapellmeister, schrieb damit ein wichtiges Kapitel zur Thüringer Musikgeschichte.

Als jüngster Leiter einer Hofkapelle wechselte er 1805 nach Gotha, schmiedete dort binnen kürzester Zeit ein "Elite-Orchester". Ab 1822 wirkte er als Hofkapellmeister in Kassel, genoss dort dank seiner "Violinschule" und den Erfolgen seiner vielen Schüler auch einen hervorragenden Ruf als Musikpädagoge.

All dies ist Grund genug für die Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar, den gebürtigen Braunschweiger als künstlerisch-pädagogische Leitfigur ihres internationalen Violinwettbewerbs auszuwählen.

Nähere Informationen: www.hfm-weimar.de/spohr

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Jan Kreyßig
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