Historische Improvisation: Alexander Grychtolik ist ab Oktober neuer Honorarprofessor am Institut für Musikpädagogik und Kirchenmusik

Prof. Dr. Christoph Stölzl und Dr. Alexander Grychtolik | Foto: Maik Schuck

Historische Improvisation: Alexander Grychtolik ist ab Oktober neuer Honorarprofessor am Institut für Musikpädagogik und Kirchenmusik

Auf Vorschlag des Senats der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar hat Präsident Prof. Dr. Christoph Stölzl den Cembalisten, Improvisator und Bachforscher Dr. Alexander Grychtolik zum neuen Honorarprofessor am Institut für Musikpädagogik und Kirchenmusik bestellt.

Ab Oktober 2021 wird er in seiner neuen Funktion – wie schon im Lehrauftrag der vergangenen sieben Jahre – die Grundlagen der Improvisation als Teil des kirchenmusikalischen Hauptfachkomplexes unterrichten. Ein inhaltlicher Schwerpunkt ist dabei die Improvisation auf historischen Tasteninstrumenten mit dem besonderen Fokus auf Johann Sebastian Bach.

„Alexander Grychtoliks multiperpektivische Arbeiten, die sowohl Improvisation, Interpretation und Komposition einschließen, setzen sich umfassend mit dem zur damaligen Zeit geradezu revolutionären Mitteldeutschen Barock auseinander“, erklärt Orgelprofessor Martin Sturm.

„In Musik und Forschung vertritt und verlebendigt er so die enorme innovative künstlerische Kraft, die insbesondere durch Johann Sebastian Bach von Weimar ausging. Ich freue mich einerseits sehr, dass unsere internationalen Studierenden in der Kirchenmusik- wie Orgelausbildung nun noch stärker von diesen Inhalten profitieren können – und andererseits auf eine noch intensivere Zusammenarbeit in den kommenden Jahren.“

„Ich freue mich über die Ernennung durch die Hochschule, wo ich seit sieben Jahren an der Kirchenmusikerausbildung beteiligt bin“, sagt Alexander Grychtolik.

„Als gut ausgebildete Improvisatoren haben unsere Absolventinnen und Absolventen stets Erfolg bei Bewerbungen um Kantoren- oder Organistenstellen und können das im Studium Erlernte dann in der beruflichen Praxis ganz konkret anwenden. Die gemeinsame Unterrichtsarbeit hat also einen hohen Wirkungsgrad und ist besonders nachhaltig“, so der vielfältig aktive Musiker.

Alexander Grychtolik studierte Cembalo und Clavichord an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar sowie am Königlichen Konservatorium in Brüssel. Parallel dazu studierte er Architektur an der Bauhaus-Universität Weimar, wo er anschließend im Bereich des musikalischen Kulturgüterschutzes promovierte.

Im Zentrum seiner Tätigkeit stehen die künstlerisch-wissenschaftliche Erforschung von Bachs Musik sowie die barocke Improvisation.  Zusammen mit seiner Partnerin Aleksandra Grychtolik tritt er weltweit als Interpret von Cembalowerken vor allem Johann Sebastian Bachs, der Bach-Söhne und Johann Jakob Frobergers sowie als Improvisator auf.

Mit Aleksandra Grychtolik gründete er auch das Ensemble „Deutsche Hofmusik“, das zuletzt 2021 „Artist in Residence“ beim Bachfest Schaffhausen (Schweiz) war. Das Ensemble ist regelmäßig u. a. auf den führenden europäischen Bach-Festivals zu hören und veröffentlichte seine CD-Einspielungen bei Sony (DHM) sowie bei der Deutschen Grammophon, die allesamt höchste Anerkennung erhielten.

Dazu gehören Aufnahmen von Bachs „Köthener Trauermusik“, der „Schäferkantate“ (weltliche Urfassung von Bachs Osteroratorium) sowie andere weltlicher Bachkantaten in fragmentarischer Überlieferung.

Alexander Grychtolik veröffentlicht seine Bach-Rekonstruktionen u.a. beim Musikverlag Edition Peters, die auch in Israel und Japan aufgeführt werden, unter anderem von der Niederländischen Bachvereinigung, der Knabenkantorei Basel sowie Jordi Savall.

Als Musikforscher widmete er sich darüber hinaus der virtuellen Rekonstruktion historisch bedeutender Konzertsäle sowie der szenischen Aufführungspraxis bei J. S. Bach. Lehrtätigkeit und Gastvorträge führten in u. a. auch an die Hochschule für Musik und darstellende Kunst Frankfurt am Main.

[15.09.2021]

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