Rituale im Parkett: Öffentliche Ringvorlesung befasst sich mit Zuschauern und Zuhörern in Theater und Konzert

Mozarts "Così fan tutte" in einer Aufführung mit Gesangstudierenden und dem Hochschulorchester | Foto: Candy Welz

Rituale im Parkett: Öffentliche Ringvorlesung befasst sich mit Zuschauern und Zuhörern in Theater und Konzert

Die bürgerliche Kultur etablierte sich im Verlauf des 18. Jahrhunderts und erfuhr eine Aufwertung. Doch bis heute konzentrieren sich die theater- und konzertästhetischen Debatten vornehmlich auf die Bühnen-Akteure, nicht jedoch auf die Zuschauer, obwohl sich diese in eine hochkulturaffine Gruppe transformierten. Hier setzt der Weimarer Professor für Kulturmanagement, Steffen Höhne, in seinem Vortrag mit dem Titel "Rituale im Parkett. Zur Konstruktion von Zuschauern und Zuhörern in Theater und Konzert" an. Diese zehnte Veranstaltung der Ringvorlesung des Instituts für Musikwissenschaft Weimar-Jena "Musik – Kultur – Ritual" findet am Donnerstag, 23. Januar um 18:00 Uhr im Hörsaal A der Bauhaus-Universität Weimar (Marienstraße 13C) statt. Der Eintritt ist wie immer frei!

Bis heute stehen die künstlerischen Akteure, die Prinzipale, Autoren und Komponisten, Schauspieler, Regisseure und Musiker im Zentrum der theaterwissenschaftlichen Diskussionen, während die Zuschauer zum passiven Objekt degradiert werden. Sie sollten bloß sozial diszipliniert und ästhetisch gebildet werden, eine Mitwirkung jenseits des rein kontemplativen Zuschauens bleibt ihnen verwehrt. In der Vorlesung geht es weniger um historisch verankertes Zuschauerverhalten, sondern vielmehr um sozial erwünschtes und dessen Transformationen und Differenzierungen. Am Beispiel des "normativen" Publikums können somit historische Veränderungen von Wahrnehmungskategorien, Bedeutungskonstruktionen und Identitätsstiftungen rekonstruiert werden.

Prof. Dr. Steffen Höhne studierte Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, wo er von 1987–1992 als wissenschaftlicher Angestellter tätig war. Von 1992–1996 arbeitete er als DAAD-Lektor an der Karlsuniversität Prag (Katedra Germanistiky), danach war er Hochschulassistent an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Lehraufträge führten ihn an die Karlsuniversität Prag, die AMU Prag, die Université d'Evry Val d'Esonne (Paris) und die Universität Witten/Herdecke. Gastprofessuren nahm er in Oxford/Mississippi, Odense/Dänemark und Jyväskilä/Finnland wahr. Seit 2000 ist Steffen Höhne Professor für Kulturmanagement an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar.

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