Getrennte Liebe: Gesprächskonzerte in Weimar und Coburg gelten der Wiederentdeckung des Komponisten Eduard Lassen

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Getrennte Liebe: Gesprächskonzerte in Weimar und Coburg gelten der Wiederentdeckung des Komponisten Eduard Lassen

Stand das musikalische Jahr 2013 im Zeichen Verdis und Wagners, soll 2014 der 150. Geburtstag von Richard Strauss Anlass für Hommagen sein. Doch Weimarer Musikwissenschaftsstudierende treibt noch eine andere Mission um: Als Strauss 1889 als zweiter Kapellmeister nach Weimar kam, war Eduard Lassen dort bereits seit beinahe 30 Jahren Hofkapellmeister. Der 110. Todestag Lassens ist nun Anlass für zwei Gesprächskonzerte am Freitag, 17. Januar 2014 um 19:30 Uhr im Festsaal des Goethe-Nationalmuseums Weimar sowie am Samstag, 18. Januar um 19:30 Uhr im Andromeda-Saal des Coburger Schlosses Ehrenburg. Der Eintritt zu den Konzerten ist frei!

In Kooperation mit dem Goethe-Nationalmuseum Weimar und der Landesbibliothek Coburg verstehen die Studentinnen Hannah Lütkenhöner und Veronica Wagner vom Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar diese Konzerte als "Wiederentdeckung". Sie sorgen bei den Eduard Lassen (1830-1904) gewidmeten Abenden mit ausgewählten Kunstliedern, Kammermusik sowie Liedeinlagen aus der Schauspielmusik zu Goethes "Faust" für die Moderation. Lassens Werke, darunter der Liederzyklus "Getrennte Liebe" op. 80 und zwei Fantasiestücke für Bassposaune und Klavier, werden von den Studierenden Johannes Leuschner (Bariton), Michaela Schneider (Mezzosopran), Chanmin Chung und Evgeniya Kleyn (Klavier), Juliette Blum (Tenorposaune), Eva Schall (Violine) und Zusanna Sosnowska (Violoncello) interpretiert.

Während Lassens Kompositionen heutzutage kaum mehr bekannt sind, wurden ihm zu Lebzeiten zahlreiche Ehrungen zuteil. So erhielt er den "Prix de Rome" und die Ehrendoktorwürde der Universität Jena. Neben seinen Erfolgen als Kapellmeister in der Nachfolge von Franz Liszt und als hochvirtuoser Konzertpianist erfuhr Lassen als Komponist internationale Anerkennung. Kritiker der damaligen Zeit stellten seine Kompositionen auf eine Stufe mit Werken heute weit bekannterer Komponisten. Auch die Weimarer Goethe-Gesellschaft zollte Eduard Lassen in ihrem Nachruf an den Komponisten große Anerkennung: "Eduard Lassens Name [steht] wie in der Geschichte der deutschen Tonkunst, so auch in den Annalen der Goethe-Gesellschaft unvergänglich eingetragen." In den 1930er Jahren brach die Rezeption seiner Werke – nicht zuletzt aufgrund seiner jüdischen Herkunft – ab, und der Komponist geriet in Vergessenheit.

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