Musikwissenschaftliche Tagung in Weimar: Die Adjuvanten als Brennspiegel des italienisch-deutschen Musiktransfers

Musizierende Adjuvanten. Tuschezeichnung aus dem 19. Jh. | Foto: Joachim Stade

Musikwissenschaftliche Tagung in Weimar: Die Adjuvanten als Brennspiegel des italienisch-deutschen Musiktransfers

Zu einer internationalen Tagung lädt das gemeinsame Institut für Musikwissenschaft der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar und der Friedrich-Schiller-Universität Jena ein. „Die Adjuvanten als Brennspiegel des italienisch-deutschen Musiktransfers“ lautet das Thema, das in Kooperation mit der Academia Musicalis Thuringiae unter der Leitung von Prof. Dr. Helen Geyer und Dr. Michael Chizzali beleuchtet wird.

Im Rahmen der Tagung von Donnerstag, 30. November bis Samstag, 2. Dezember in der Petersen-Bibliothek des Goethe- und Schiller-Archivs in Weimar werden Vorträge von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Deutschland, Polen, Italien und den USA zu hören sein. Der Eintritt zur Tagung ist frei, Interessierte sind herzlich willkommen!

Die Adjuvanten stellen den Inbegriff des kirchlichen Laienmusikwesens im mitteldeutschen Raum vom 16. bis weit in das 20. Jahrhundert dar. Eindrucksvoll bezeugen dies die reichen Musikalienbestände zahlreicher thüringischer Pfarrgemeinden, welche das THÜRINGISCHE LANDESMUSIKARCHIV seit 2001 akkumuliert und erschließt. Als Rezipienten des internationalen Repertoireaustausches bilden die Adjuvanten wichtige musikalische Tendenzen der Zeit ab, wobei im Zuge des Stilumbruches um 1600 der Achse Italien-Deutschland eine prominente Rolle zukommt.

Von diesem Moment ausgehend, möchte die Tagung die Adjuvantenkultur aus einer vermehrt transfergeschichtlichen Perspektive unter die Lupe nehmen: Zur Sprache kommen sollen nicht nur die Adjuvanten selbst sowie ästhetische, aufführungspraktische und konfessionell-liturgische Implikationen ihres Repertoires, sondern auch vergleichbare Phänomene des kirchlichen Laienmusizierens im gesamtdeutschen, italienischen und osteuropäischen Raum.

Über die zeitdynamische Relevanz italienischer Musikimporte hinaus avancieren somit die Distribution von Musik abseits etablierter Tradierungslinien, die Aktionsfelder kirchlicher Laienmusik sowie die Musikpraxis in Spannungsfeldern sozialer wie professioneller Diversifizierung zu zentralen Diskussionsgegenständen der Tagung.

Pressesprecher

Jan Kreyßig
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