Adventliche Reise nach Bethlehem: Weimarer Musikgymnasiasten, Studierende und Professoren sowie drei israelische Chöre führen Bachs Weihnachtsoratorium auf

Foto: Jan Kreyßig

Adventliche Reise nach Bethlehem: Weimarer Musikgymnasiasten, Studierende und Professoren sowie drei israelische Chöre führen Bachs Weihnachtsoratorium auf

Das Hochbegabtenzentrum der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar reist zum zweiten Mal binnen zwei Jahren nach Israel: Nach dem Mendelssohn-Oktett in Jerusalem 2015 führt nun erneut ein besonderes Konzertprojekt eine musikalische Delegation aus Weimar in der Adventszeit ins Heilige Land. Federführend organisiert von der Weimarer Violinprofessorin Anne-Kathrin Lindig, werden die ersten drei Kantaten des Weihnachtsoratoriums BWV 248 von Johann Sebastian Bach am 8. Dezember in der Erlöserkirche sowie am 9. Dezember in der Dormitio-Abtei in Jerusalem aufgeführt. Es folgt ein Konzert am 10. Dezember in der Universitätskirche in Bethlehem.

Nach Israel fliegen dazu am Samstag, 3. Dezember insgesamt 19 Schülerinnen und Schüler des Hochbegabtenzentrums am Musikgymnasium Schloss Belvedere, hinzu kommen vier Studierende der Weimarer Musikhochschule sowie die ViolinprofessorInnen Andreas Lehmann und Anne-Kathrin Lindig. Die Gesangssolisten und Choristen von israelischer Seite entstammen drei verschiedenen Chören: Es singt zum einen der Chor der deutschen "Schmidtschule" aus Ost-Jerusalem mit 15 bis 20 Mädchen zwischen 13 und 18 Jahren, ausnahmslos Palästinenserinnen, teils muslimischer, teils christlicher Religion.

Auf der Bühne steht außerdem der "Olive Branches"-Chor aus Bethlehem, ein gemischter Chor und der einzige Chor in Bethlehem mit "klassischem" Programm. Die Mitglieder sind überwiegend palästinensische Christen. Als drittes singt noch der Chor der deutschen Gemeinde in Jerusalem. "Dass ein Austausch von Jugendlichen stattfindet, die aus ganz unterschiedlichen Kulturen und Religionen kommen, soll auch dem Gedanken von Frieden, Verständnis und Toleranz dienen", sagt die Weimarer Geigenprofessorin und Organisatorin, Prof. Anne-Kathrin Lindig.

Zum Begleitprogramm der Reise gehören u. a. Besuche von Jesu‘ Geburtskirche in Bethlehem, der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, des Tempel- und Ölbergs in Jerusalem sowie des Hafens von Old Jaffa bei Tel Aviv.

Die Initiative zu dieser Konzertreise war von der Leipziger Kulturstiftung ausgegangen: Anlässlich 50-jähriger diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Israel im Jahr 2015 hatten die Kulturstiftung und die Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar gemeinsame Konzerte in Jerusalem veranstaltet: "Dass damals 17- und 18-Jährige auf so hohem instrumentalen Niveau zusammen mit Professoren Kammermusik spielten, hatte zu dieser Einladung nach Israel geführt", erklärt Anne-Kathrin Lindig.

Veranstalter der Konzertreise sind die Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar sowie die Erlöserkirche in Jerusalem. Maßgeblich finanziell unterstützt wird das Projekt von der Thüringer Staatskanzlei.