Gregor Bühl | Foto: Guido Werner

Wagner bis Wolschina

Prof. Gregor Bühl dirigiert Antrittskonzert in der Weimarhalle

Ein mit Weimar und seiner Musikgeschichte eng verknüpftes Sinfoniekonzert gestaltet die Musikhochschule zum Ausklang des Wintersemesters. In seinem von romantischer Musik geprägten Antrittskonzert ist der neue Weimarer Dirigierprofessor Gregor Bühl am Donnerstag, 29. Januar 2026 um 19:30 Uhr in der Weimarhalle erstmals öffentlich am Pult des Hochschulorchesters zu erleben.

Eintrittskarten zu 20 Euro, ermäßigt 15 Euro, gibt es bei der Tourist-Information Weimar sowie an der Abendkasse.

Mit Iuliana Ioana (Sopran), Tiankai Yu (Klavier), Christoph Haaß (Kontrabass) und Luge Zhang (Marimbaphon) stehen gleich vier Solist*innen auf der Bühne – und absolvieren mit ihren Auftritten einen wichtigen Teil ihrer Abschlussprüfungen. Nach dem berühmten Vorspiel zum 1. Aufzug aus Richard Wagners Oper „Lohengrin“ singt Iuliana Ioana noch Elsas Traum „Einsam in trüben Tagen“ aus demselben, 1850 in Weimar uraufgeführten Musiktheaterwerk.

Ein Jahr zuvor hatte Franz Liszt seinem Komponistenkollegen Richard Wagner in Weimar Zuflucht vor politischer Verfolgung gewährt. Liszt als Namenspatron der Weimarer Musikhochschule ist mit seinem kraftvollen ersten Klavierkonzert in Es-Dur im Programm vertreten. 

Ein weiteres Konzert für gleich zwei Solisten entführt das Publikum anschließend in die Moderne: Erstmals erklingt in Weimar Reinhard Wolschinas Doppelkonzert für Kontrabass, Marimbaphon, 18 Bläser und 2 Harfen. Wolschina (1952–2025) wirkte als Pianist, Musiktheoretiker – und langjähriger Kompositionsprofessor an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT.

Zum Abschluss des sinfonischen Abends schlägt das Konzert den Bogen zurück zur Romantik: Aus der Feder von Richard Strauss werden „Till Eulenspiegels lustige Streiche“ op. 28 zu hören sein. Strauss war von 1889 bis 1894 als 2. Kapellmeister der Weimarer Hofkapelle verpflichtet. 

Seine im Jahr darauf – 1895 – in Köln uraufgeführte Tondichtung besticht durch ihre Ironie, Energie und orchestrale Raffinesse. „Ich freue mich sehr, mich mit lauter Werken ‚Made in Weimar‘ präsentieren zu dürfen“, sagt Dirigent Gregor Bühl.

Gregor Bühl ist ein international gefragter Opern- und Konzertdirigent. Mit seiner Neueinstudierung des „Der Ring des Nibelungen“-Zyklus an der Königlichen Oper Stockholm gewann er internationale Aufmerksamkeit. In den letzten Spielzeiten war er regelmäßig am Theater Basel, der Königlichen Oper Kopenhagen, der Hamburgischen Staatsoper und der Stuttgarter Staatsoper mit verschiedenen Operndirigaten zu erleben. Eine regelmäßige Zusammenarbeit verbindet ihn ferner mit dem Staatstheater Hannover, wo er in den vergangenen Spielzeiten mehrere Neuproduktionen leitete.

2021 dirigierte er die vielbeachtete Uraufführung der Oper „Electric Saint“ von Steward Copeland am Deutschen Nationaltheater Weimar. Bühl gab sein Nordamerika-Debüt an der Canadian Opera Company in Toronto mit „Fidelio“ und sein Südamerika-Debüt am Teatro Colón in Buenos Aires mit einer Produktion von Lehárs „Lustiger Witwe’. Gastdirigate führten ihn u.a. an die Opéra National de Montpellier, an die Semperoper Dresden, wo er die selten aufgeführte Strauss-Bearbeitung von Mozarts „Idomeneo“ dirigierte, sowie auch an die Deutsche Oper Berlin und die Oper Leipzig.

Bei Konzertreisen durch Deutschland, Skandinavien, Osteuropa und Israel arbeitete Gregor Bühl u.a. mit den Radiosinfonieorchestern von Wien, Berlin, Hamburg, Saarbrücken, Hilversum und Hannover sowie mit den finnischen und dänischen Rundfunkorchestern. Weitere Dirigate führten ihn zum Israel Philharmonic Orchestra, der Staatskapelle Weimar, dem Trondheim Symphony Orchestra, den Düsseldorfer Symphonikern und der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz.

Seine erste Dirigierverpflichtung hatte er als Assistent von Gerd Albrecht an der Hamburgischen Staatsoper, bevor er 1995 als Erster Kapellmeister an das Staatstheater Hannover wechselte. Während der sechs Jahre, die er diesem Haus verbunden blieb, dirigierte er ein breitgefächertes Repertoire, das nicht nur die großen deutschen und italienischen Opern, sondern auch wichtige zeitgenössische Werke umfasste.

Nachdem Gregor Bühl bereits an der Musikakademie in Oslo unterrichtet hatte, folgte er zum Sommersemester 2025 in der Nachfolge von Prof. Nicolás Pasquet dem Ruf auf die Professur für Orchesterdirigieren an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar.

[11.12.2025]