Die Tonkunst. Magazin für Klassische Musik und Musikwissenschaft

Herausgeber: DIE TONKUNST e.V., Vorsitz: Christiane Wiesenfeldt und Panja Mücke

DIE TONKUNST erscheint vier Mal jährlich als Mitgliederzeitschrift des gleichnamigen Vereins DIE TONKUNST e.V. Gegründet im Januar 2003 als monatliches Online-Magazin, ging das Projekt im Januar 2010 in den Ende 2009 gegründeten Verein über.

Eine Besonderheit der TONKUNST sind die exklusiven Themen-Bereiche, die jedes Heft eröffnen und zahlreiche Essays renommierter Autorinnen und Autoren enthalten. Jede Ausgabe bietet der Leserschaft zudem weitere wissenschaftliche Aufsätze und Portraits, Buch-, Noten und CD-Rezensionen, Nachrichten aus den musikwissenschaftlichen Instituten sowie Kongress- und Premierenberichte.

Die hochwertige Beschaffenheit, die Sorgfalt im Satz und Druck und der hervorragende Leser- und Autorenservice rahmen den inhaltlichen Anspruch dieses derzeit wohl attraktivsten musikwissenschaftlichen Fachmagazins im deutschsprachigen Raum.

Seit Oktober 2012 befindet sich die Redaktion im Hause des Instituts für Musikwissenschaft Weimar-Jena, was einen stetigen Kontakt zum aktuellen universitären Geschehen ermöglicht.

Heft IV / 2019: MUSIKVERLAGE

Musikverlage waren und sind mehr als nur Schnittstellen zwischen Komponisten und Musikern. Als ökonomisch, musikpolitisch und medial wirkmächtige Institutionen haben sie von Beginn des Notendrucks an die Musikgeschichte maßgeblich geprägt. Bedeutende Verlegerpersönlichkeiten waren dabei ebenso internationale Netzwerker wie Musikfachleute, ihre Nachlässe und Archive sind heute – so vorhanden – dokumentarische Fundgruben bedeutender musikhistorischer Ereignisse. Dieses Themenfeld rückt in der Musikforschung seit einigen Jahren – nicht nur durch die aktuellen Debatten um Urheberrecht und Digitalisierung – zunehmend in den Fokus, und so widmet DIE TONKUNST ihr viertes Jahrgangsheft 2019 dem Thema »Musikverlage«. Im Fokus stehen bedeutende Verleger ebenso wie ihre Verlags-Archive, ihre Drucktechniken, ausgewählte Musikdruck-Typen oder auch ihre Netzwerke und Strategien. Das Heft möchte ebenso einen Beitrag zur Erschließung des Forschungsgegenstandes leisten wie auf Desiderate aufmerksam machen.

Heft III / 2019: FELIX DRAESEKE UND DAS FIN DE SIÈCLE

Das Juli-Themenheft beleuchtet Felix Draeseke (1835–1913) und sein Spätwerk im Kontext des Fin de Siècle. Der in Coburg geborene Komponist hatte sich nach einem längeren Aufenthalt in der Schweiz 1876 in Dresden niedergelassen, wurde dort 1884 zum Konservatoriums-Professor berufen und etablierte sich endgültig als Komponist. In dieser für ihn künstlerisch entscheidenden Phase wandte er sich vielfach der Kammermusik zu, komponierte seine »Symphonia tragica«, die ihn schlagartig berühmt machte, und ließ 1899 schließlich sein groß angelegtes Oratorium »Christus« folgen. Zudem setzte er sich des Öfteren publizistisch mit aktuellen musikästhetischen Fragestellungen auseinander. Die schaffensintensiven Dekaden Draesekes der 1880er- und 1890er-Jahre befragt das Themenheft auf ihre neuen Werkkonzeptionen, Gattungsexperimente und Rezeptionsmechanismen. Die besonders im Fin de Siècle spürbare Spannung zwischen Moderne-Skepsis, Bewahrungstendenzen und kühnem Experiment scheint Draesekes facettenreiches Spätwerk dabei besonders geprägt zu haben.

Heft II / 2019: SPEICHER MUSIKALISCHEN WISSENS

Wie manifestiert sich musikalisches Wissen? Wie kann es abgerufen werden? Und auf welche Art und Weise wird dieses Wissen im Speicherungsprozess transformiert? Das April-Heft der TONKUNST rückt musikalische Wissensspeicher in den Fokus, die neben Musikhandschriften, -drucken oder Partituren im Verlauf der Musikgeschichte zur Festigung, Speicherung und Vermittlung von musikbezogenem Wissen Bedeutung erlangten: Archive und Sammlungen, Musikinstrumente und die verkörperten Erfahrungen der Aufführenden, das Klangereignis selbst oder auch Operninhalte können Mittler historischen Wissens über Musik sein. Auch der architektonische Raum ist als Speichermedium erforderlicher Spielpraktiken, -positionen und akustischer Bedingungen zu verstehen. Schließlich ermöglicht und befördert auch das Schreiben über Musik nicht nur das Wissen über Musik, sondern speichert und bildet es ab. Ein besonderes Anliegen des Themenheftes ist es, den wissenschaftlichen Diskurs eng mit der in der Praxis gemachten Erfahrung und dem dort umgesetzten Wissen zu verzahnen.

Heft I / 2019: MUSIK UND FRIEDEN IN DER FRÜHEN NEUZEIT

Wir starten das Jahr 2019 mit dem bedeutungsschweren und historisch passenden Thema »Frieden«. Wie klingt er? Dieser Frage widmet sich unser Januar-Heft. In ihm werden musikalische Gattungen barocker Musikpatronage wie Kantate, Serenata, Oratorium und Oper sowie geistlich-liturgische Musik auf Friedenskontexte, Äußerungen von Friedenssehnsucht und Friedensfreude untersucht. Dabei richtet sich der Fokus auch auf die politischen Friedensschlüsse, die für die Festgestaltung prägend waren. Die transregionale Wirkung musikalischer Friedensrepräsentationen zeigt sich durch eine Gegenüberstellung italienischer Kompositionen mit Friedensmusik aus anderen Ländern Europas.

Heft IV / 2018: ROSSINI. RÜCKKEHR EINER LEGENDE

Das vierte Heft der TONKUNST ist Gioachino Rossini gewidmet, dessen Musik in den vergangenen Jahrzehnten eine bemerkenswerte Renaissance erfahren hat: Seine Opern werden inzwischen weltweit häufiger aufgeführt als jene Richard Wagners, und auch seine Kirchen-, Kammer- und Klavierwerke haben im Konzertleben wieder ihren Platz gefunden. Der 150. Todestag Rossinis am 13. November 2018 gibt Anlass, die erheblichen Schwankungsbreiten seiner Darstellung in der Musikgeschichtsschreibung und Musikwissenschaft kritisch zu bilanzieren und wesentlichen Aspekten des Rossini-Mythos auf den Grund zu gehen. Der erste Komponist der Geschichte, über den schon zu Lebzeiten zahllose Biographien in unterschiedlichen Sprachen erschienen, war besonders in Deutschland umstritten: Während sich Philosophen wie Hegel, Schopenhauer und Nietzsche vorbehaltlos zu Rossini bekannten, avancierte er zum Feindbild einflussreicher Musikforscher. Das Heft versammelt Beiträge internationaler Rossini-Experten.

Heft III / 2018: HEIMAT UND KUNSTMUSIK. HEUTE

Nicht zuletzt durch die Debatten über die Flüchtlingsproblematik gewinnt »Heimat« in der öffentlichen wie wissenschaftlichen Diskussion zunehmend an Bedeutung. Wurde die widerspruchsvolle, zumeist zwischen räumlicher, sozialer und emotionaler Identität vagierende Wertekategorie »Heimat« in der jüngeren Musikforschung vor allem in ethnomusikologischen und populärmusikalischen Zusammenhängen untersucht, so blieb die Kunstmusik hiervon meist ausgeklammert. Dies ist umso bedauerlicher, als die kompositorische und musikkulturelle Dimension von »Heimat« auch im Bereich der Ernsten Musik seit 1989 lebhaften Widerhall gefunden hat und immer noch findet.

Die TONKUNST widmet diesem spannenden Komplex ein Themenheft, das sowohl wissenschaftliche Beiträge als auch Äußerungen zeitgenössischer Komponisten enthält. Dabei wird nach Medialisierungsmodellen von »Heimat«, nach modernen Strategien der musikalischen Fruchtbarmachung von »Heimat« und der Relevanz von »Heimat« auf kulturinstitutioneller Ebene gefragt.

Heft II / 2018: KULTUREN DES FRÜHEN SAMMELNS

Ziel des zweiten Heftes des TONKUNST-Jahrganges 2018 ist es, das Spektrum musikalischer Sammlungstätigkeit in der Frühen Neuzeit in den Blick zu nehmen. Im Mittelpunkt der Beiträge stehen dabei folgende Fragen: Welchen Stellenwert nahm die Aufbewahrung von Noten innerhalb von Bibliotheken ein? Wie war der Zugang zu den Musikalien geregelt, und wie wurden sie vor fremder Verwertung geschützt? Wo befanden sich die Sammlungen räumlich (in Prunksälen, Archivräumen oder in einem Lesesaal)? Welche unterschiedlichen Ordnungssysteme für die Handschriften wurden angewendet? Gab es eine Ausleihe, oder war die Nutzung der Sammlung ausschließlich vor Ort möglich? Welches Repertoire wurde archiviert und zu welchem Zweck? Anhand exemplarischer Sammlungen, angefangen von Klöstern über private Bibliotheken in Rom und Frankfurt bis hin zu den Hofkapellarchiven in München und Wien, soll ihre Funktion als – im Sinne Peter Burkes – große frühneuzeitliche Wissenszentren erhellt werden.

Heft I / 2018: EXILIERTE KOMPONISTINNEN

Im Januar-Heft der TONKUNST werden bislang unbeachtete kulturelle Leistungen von Frauen gewürdigt. Vorgestellt werden Komponistinnen, die zwischen 1933 und 1945 vor den Nationalsozialisten aus Deutschland, Frankreich oder Österreich fliehen mussten, und deren unterschiedliche Exilwege sie jeweils zwangen, sich stets neu auszurichten. Exil ist im diesem Zusammenhang – mit Lion Feuchtwanger – nicht nur als »zufälliger Umstand«, sondern vielmehr als »Quelle der Kunst« zu verstehen. Die Komponistinnen setzten ihre Erfahrungen aus dem Exil künstlerisch produktiv um. Ihr Interesse an künstlerischen Symbiosen ist dabei oft vielseitig und lohnt eine nähere Untersuchung.

Insgesamt zeigt das Themenheft mit vier Exil-Komponistinnen und einer rahmenden wissenschaftlichen Einführung in das Thema neue Perspektiven für das Verstehen von Musik und Musikkultur im Kontext einer Exilsituation unter Genderaspekten auf. Es setzt sich damit insgesamt zum Ziel, neue Erkenntnisse über das kulturelle Handeln von Frauen in der Gesellschaft zutage zu fördern.

Heft IV / 2017: TELEMANN UND DIE GESCHICHTE DER KIRCHENMUSIK

Der 250. Todestag von Georg Philipp Telemann (1681-1767) im Jahr 2017 gibt Anlass, auf der Grundlage des heutigen Kenntnisstandes erneut über die musikgeschichtliche Bedeutung dieses Komponisten nachzudenken. Das Oktober-Heft der TONKUNST richtet den Blick auf den zentralen Schaffensbereich Telemanns, die evangelische Kirchenmusik für die Sonn- und Feiertage des Kirchenjahres.

Über sechzig Jahre hinweg – von seiner Studienzeit in Leipzig bis in sein Hamburger Spätwerk hinein – hat sich Telemann intensiv mit der Komposition von Kirchenstücken beschäftigt, hat die Resultate in Jahrgängen vereint und einzelne davon in den 1720 bis 1740er Jahren als Drucke publiziert. Damit hat Telemann wie kein Zweiter die Geschichte der evangelischen Kirchenmusik in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts geprägt.

Die Artikelfolge schreitet chronologisch wichtige Stationen des Weges, den Telemann als Kirchenmusiker gegangen ist, ab und berücksichtigt dabei auch die Aufführungsbedingungen, Publikationsformen und Verbreitungswege.

Heft III / 2017: KOMPONISTEN DIRIGIEREN

Wie verhalten sich Komponisten am Dirigierpult? Wie gehen sie mit fremden und wie mit eigenen Werken um? Mit welchen Mitteln und Vorstellungen prägen sie den Orchesterklang? Und wirkt diese Erfahrung auf das eigene Komponieren? Viele Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts waren zeitlebens fasziniert vom Dirigieren; sie dirigierten eigene wie auch fremde Werke und prägten ihren Orchestern einen ganz unverwechselbaren Klang auf. Oft war es nicht zuletzt auch diese Mehrfachbegabung von Musiker, Komponist und Dirigent, die nachhaltig auf das eigene Schaffen nachwirkte.

Das Juli-Heft der TONKUNST geht zurück auf eine internationale Tagung des Max Reger-Jahres 2016, in dem Regers Dirigieren und dessen Auswirkungen auf sein Komponieren anderen Zeitgenossen gegenübergestellt wurden: Johannes Brahms, Richard Wagner, Gustav Mahler, Richard Strauss, Anton Bruckner, Ethel Smyth, Arnold Schönberg und natürlich Max Reger werden in diesem Themenheft einmal weniger als Komponisten, denn als Dirigenten vorgestellt und gewürdigt.

Heft II / 2017: TOD, TRAUER UND TROST IN DER MUSIK UM 1600

Das zweite Heft des TONKUNST-Jahrgangs 2017 widmet sich der Frage nach Tod, Trauer und Trost in der Musik um 1600, ein Thema, das in der Forschung bisher kaum systematisch in den Blick genommen wurde: Wer ›macht‹ Trauermusik, welche Gesellschaftsschichten beteiligen sich an ihr, was sind leitende kultur- und geistesgeschichtliche Vorstellungen? Welche religiösen, philosophischen und im weitesten Sinn medialen Funktionen werden der Musik zugetraut? Inwiefern garantiert vertonte Trauer gar Unsterblichkeit im Sinne eines fortwährenden Akts von Memoria?

Die Spannweite der Betrachtungen reicht von Margarete von Österreichs Chansonnier Brüssel 228 bis zu Johann Jacob Frobergers intimer Auseinandersetzung mit dem Tod in seinen Cembalomeditationen. Dabei werden neue und bisher marginalisierte Quellen gewürdigt, so z. B. die 1550 in Wittenberg erschienenen »Epitaphia Rhaworum«, ein als humanistisch-musikalisches  Gemeinschaftsprojekt realisierter Memorialdruck für den berühmten Wittenberger Musikdrucker Georg Rhau.

Heft I / 2017: ERSTE WERKE. MUSIKTHEATER IM 21. JAHRHUNDERT

Im Zentrum des Januar-Heftes der TONKUNST stehen kompositorische, ästhetische und inszenatorische Praktiken im Musiktheater der Gegenwart, dargestellt an Erstlingswerken im 21. Jahrhundert. Anhand der Beziehungen von Geste, Form und Klang lassen sich hier besonders vielfältig und variationsreich reflektierte Beziehungen von Wort und Musik dokumentieren.

Laut des 1975 geborenen Komponisten Oscar Bianchi enthalten musikalische Dramaturgie und Form sowohl Tanz und Ritus, als auch ontologische und materielle Komponenten der Existenz, des Alltags und des Unbewussten. Intuitives und uranfängliche Einfälle bedingen die Zeit, aber auch die Form und die klanglichen Dimensionen. Neben »Thanks to my eyes« von Oscar Bianchi (Regie: Joël Pommerat, Aix-en-Provence 2011) werden Erstlingswerke Juliane Kleins, Gordon Kampes und Oliver Kortes von Musik- und TheaterwissenschaftlerInnen und Musiktheoretikern aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln thematisiert.

Außerdem stellen zwei der Komponisten in Werkstattberichten ihre Erfahrungen mit dem Opernbetrieb und der Arbeit am Libretto vor. Ein Interview mit der Komponistin Juliane Klein schließt das Heft ab.

Heft IV / 2016: MUSIK ALS IMMATERIELLES KULTURERBE

Mit der UNESCO Konvention zum Schutz und Erhalt von immateriellem Kulturerbe von 2003 erhielt die Kulturerbe-Karte der Welt eine erhebliche Umgewichtung, indem sie nun Länder außerhalb Europas verzeichnet, die vorher mangels repräsentativen Kulturbauwerken nicht oder nur spärlich vertreten waren. Fast 70 Prozent des erfassten immateriellen Kulturerbes der UNESCO ist musikbezogen: Neben Gattungen sind dies Musikinstrumente, Tänze oder darstellerische Formen.

Deutschland ist dieser Konvention 2013 beigetreten, das Thema gewinnt also auch hierzulande an Aktualität. Der Musikbegriff erfährt damit eine substanzielle Erweiterung und stellt auch die Musikwissenschaft vor neue Herausforderungen. Formen immateriellen Kulturerbes sind entscheidend von menschlichem Wissen und Können getragen. Sie sind Ausdruck von Kreativität und Erfindergeist, vermitteln Identität und Kontinuität und sind daher auch losgelöst von einer strikten Dichotomie zwischen Kunst- und Volksmusik.

Im Oktober-Heft der TONKUNST kommen Stimmen aus den Musik- und Kulturwissenschaften zu Wort, die einen Einblick in aktuelle Fragen zum Thema geben.

Heft III / 2016: GRENZGÄNGE(R) UM 1800

Johann Wilhelm Wilms (1772–1847) kann als deutsch-niederländischer Komponist stellvertretend für zahlreiche Künstlerbiographien in der Sattelzeit und ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stehen, die von den Folgen des Wiener Kongresses beeinflusst und durch verschiedentliche »Wanderbewegungen« geprägt waren. Der Blick auf Wilms, sein soziales wie künstlerisches Umfeld im Amsterdamer Musikleben ist ebenso überfällig wie lohnenswert.

Exemplarisch sind an seinem Wirken Kulturtransferprozesse nachzuvollziehen, wie sich zahlreich in der Phase der Neuordnung Europas nach 1815 und vor der Konsolidierung nationaler Grenzen ereigneten. Das Juli-Heft der TONKUNST versammelt die Beiträge der ersten Wilms-Tagung vom November 2015. Neben der Analyse der Wilms-Werke u. a. zu Aspekten der Militärmusik im frühen 19. Jahrhundert rücken Fragen zum kulturellen wie ideellen »Grenzgang« im Zuge der Ausbildung von Nationalmusiken sowie die Mechanismen von Kanonisierung und Isolierung in der musikalischen Historiographie in den Fokus.

Heft II / 2016: MIECZYSŁAW WEINBERG IN DER ÄRA BREŽNEV

Mieczysław Weinberg (1919–1996) wird gegenwärtig weltweit als einer der interessantesten osteuropäischen Komponisten des 20. Jahrhunderts entdeckt.

Als polnischer Jude floh er vor den Nazis in die Sowjetunion, wo er von Dmitrij Šostakovič gefördert wurde. Unter dem Diktator Stalin erlitt er antisemitischen Terror. Erst während der Regierungszeit Leonid Brežnevs zwischen 1964 und 1982 fand er zunehmend Anerkennung und Erfolg, oh- ne dass er jemals zu den affirmativen Staatskomponisten gezählt hätte. Vielmehr arrangierte er sich offenbar ohne kreative Verluste mit der herrschenden Kunstdoktrin des Sozialistischen Realismus. Doch wie diese Kunstdoktrin in der Ära Brežnev konkret aussah, ist keineswegs klar.

Welche Wirkungsmacht besaß sie in diesen Jahren (noch) für die Musik, welche Postulate erhob und welchen ideologischen Schwankungen unterlag sie? Und wie lässt sich das Œuvre Weinbergs aus dieser Zeit kontextualisieren und interpretieren?

Diesen Fragen widmen sich die Beiträge des April-Heftes der TONKUNST, die auf ein internationales Symposium an der Universität Hamburg zurückgehen.

Heft I / 2016: GEISTLICHE MUSIK VON ALESSANDRO SCARLATTI

Im Zentrum des Januar-Heftes der TONKUNST zur geistlichen Musik von Alessandro Scarlatti (1660–1725) stehen seine Offiziumsvertonungen in ihren kultur-, kompositions- und liturgiehistorischen Kontexten. Das Stundengebet (lat. officium) dient der liturgischen Strukturierung des Tagesablaufs. Der lange in Rom tätige Scarlatti hat mit mehr als zwanzig Psalmvertonungen, Hymnen und Magnificats zu seiner musikalischen Ausgestaltung beigetragen. Dabei treten Tradition und Innovation, Kunstanspruch und Zweckgebundenheit in ein spannungsvolles Verhältnis. Auch wenn sie ihren liturgischen Ursprungsort heute weitgehend verloren hat, stößt diese Musik nicht nur bei einem Fachpublikum für Alte Musik auf großes Interesse. Die Beiträge des Hefts widmen sich dem Werkcharakter und der Angemessenheit der Aufführung von geistlicher, gar liturgischer Musik im Konzertsaal, der liturgischen Praxis des mittelalterlichen Stundengebets im barocken Rom, und der Frage nach der Stellung Scarlattis als Komponist geistlicher Musik in Rom. Zudem wird ein Blick auf Scarlatti als Oratorienkomponist geworfen.

Heft IV / 2015: MUSIKARCHÄOLOGIE

Heft IV/2015 der TONKUNST fokussiert mit dem Thema »Musikarchäologie« erstmals ein Fachgebiet, das sich vorwiegend mit musikbezogenen Objekten befasst. Dies können Musik- und Tanzdarstellungen in Felszeichnungen, auf Vasen, Reliefs und anderen Gegenständen ebenso sein wie die Instrumente selbst. Ihre Musik als klingendes Phänomen ist weitgehend verloren und kann nur ansatzweise rekonstruiert werden.

Historisch weist die Musikarchäologie in die Antike und darüber hinaus bis in die Frühgeschichte der Menschheit zurück, geographisch in alle Regionen der Erde und thematisch auf die Funktionen von Musik als Ritual, zur Machtdemonstration, als charakteristischer Bestandteil von Feierlichkeiten oder zu Kommunikationszwecken. In dem Heft geben Spezialisten Einblicke in unterschiedliche historische Räume. Ebenfalls werden verschiedene laufende Forschungsvorhaben zum Thema vorgestellt.

Heft III / 2015: INSTRUMENTARIUM IN DER NEUEN MUSIK

Mit dem Heft »Instrumentarium in der neuen Musik« widmet sich DIE TONKUNST einem hochaktuellen Thema. Galt die Klangfarbe früher als musikalischer Sekundärparameter, wurde der Klang in der neuen Musik seit der Einbeziehung von Geräuschen und Elektronik im frühen 20. Jahrhundert massiv erweitert.

Heute zeigt sich, dass das kreative Potenzial dieses Prozesses zwar immens ist, doch gleichzeitig traditionelle Orientierungspunkte durch das »Anything goes« an Bedeutung verlieren. In dem Heft wird ein Überblick über den vielfältigen Umgang von Komponisten mit dem Thema Instrumentation und Klang gegeben, der traditionelle und ungewöhnliche Zugangsweisen ebenso einbezieht wie historisches, außereuropäisches, elektronisches, virtuelles und sensorgestütztes Instrumentarium.

Dabei werden die ästhetischen Prämissen und Konsequenzen der jeweiligen Instrumentenbehandlung reflektiert, insbesondere auch im Hinblick auf den Einsatz des Computers. Neben den Beiträgen von ausgewiesenen Fachwissenschaftlern werden zeitgenössische Komponisten nach der Bedeutung der Instrumentation für ihre Unterrichtspraxis befragt.

Heft II / 2015: PHÄNOMEN SKIZZE

Mit dem Themenheft »Phänomen Skizze« fokussiert DIE TONKUNST erstmals Quellen, die die tiefsten Erkenntnisse in den persönlichen Schaffensprozess von Komponisten ermöglichen, darüber hinaus aber auch Einblicke in ihre Werkstatt geben. Das Thema hat in jüngster Zeit neue Aktualität erhalten, da die derzeit sich etablierenden digitalen Möglichkeiten neue Zugänge zu Prozessen der Werkentstehung und ihrer Darstellung eröffnen. Nach einem einführenden Beitrag zum Phänomen literarischer Fragmentedition nähern sich die Beiträge dem Schaffensprozess ausgewählter Komponisten auf neue Weise. Perspektiven einer digitalen Skizzenedition werden am Beispiel Ludwig van Beethovens erörtert, dessen zahlreiche schwer entzifferbare Skizzen nicht wenig zu der Mystifizierung eines impulsiv aus sich heraus schaffenden Künstlers beigetragen haben. Darüber hinaus werden unter anderem Wolfgang Amadé Mozarts, Max Regers und Klaus Hubers Schaffensweise im Spiegel ihrer Skizzen beleuchtet und die eminente Bedeutung von Entwürfen für das Werk Arnold Schönbergs diskutiert.

HEFT I / 2015: JOHANN ADAM HILLER

Das Ende 2011 vor dem Reißwolf gerettete Singspiel »Das Orakel« von Johann Adam Hiller (1728–1804) wurde im November 2013 erstmals in Weimar zur Aufführung gebracht. Das zweiaktige Stück nach einem Libretto von niemand geringerem als Christian Fürchtegott Gellert gehört zu Hillers Frühwerken und galt lange als verschollen. Zur »Weimarer Erstaufführung« fanden eine Ausstellung zum Komponisten und eine Arbeitstagung statt, um Hiller als einflussreichen mitteldeutschen Biograph, Schriftsteller und Komponisten angemessen zu würdigen.

Die Ergebnisse der Tagung sind nun Gegenstand des ersten Themenheftes der TONKUNST im Jahrgang 2015. In zwei Beiträgen aus Literatur- und Musikwissenschaft wird das »Orakel« erstmals ausführlich untersucht, die weiteren vier Beiträge befassen sich mit Hillers Wirkungskreisen in Mitteldeutschland (Leipzig und Dresden), seinen Spuren in Weimar sowie seinen Tätigkeiten als Biograph und Journalist.

Das Heft möchte die Figur Hiller in ihren facettenreichen Ausprägungen präsentieren und insgesamt zum Verständnis des durch kommunikative Akteure und Netzwerke wesentlich geprägten musikalischen 18. Jahrhunderts beitragen.

Heft IV / 2014: KOMPONISTENWITWEN

Seit im späten 18. Jahrhundert das historische Erinnern an große Gestalten der Musik und zugleich die Vorstellung von zeitenthoben autonomen Künstlergestalten einsetzten, gewann die Sorge um künstlerische Nachlässe durch hinterbliebene Ehefrauen über den rein juristischen Akt des Erbens hinaus zunehmend an Bedeutung. Zu den Obliegenheiten von Komponistenwitwen gehörte es nun nicht nur, Material zu verwahren und/oder an geeignete Personen und Institutionen zu übergeben, sondern auch, eine nachhaltige Gedächtniskultur zu begründen.

Entsprechend unterschiedlich wie die verstorbenen Komponisten waren freilich die Ambitionen und Initiativen der Witwen - sie reichen von Werkeditionen über "authentische" Interpretationen (mit der Kanonisierung eines Kernrepertoires) bis hin zu Denkmal-Stiftungen. Die Leistungen der Nachlassverwalterinnen und deren Bedeutung für die Rezeptionsgeschichte sind allerdings bislang in der Musikwissenschaft nur ansatzweise in den Blick genommen worden.

Das Themenheft möchte das Handeln von Komponistenwitwen aus systematischer wie aus historischer Perspektive betrachten und angemessen würdigen.

Heft III / 2014: BLAUBART-OPERN

Der Blaubart-Stoff steht seit seiner ersten literarischen Formung im Märchenbuch von Charles Perrault (1697) im Spannungsfeld zwischen Märchen und Mythos. Vor allem das Spektrum der Interpretationsmöglichkeiten zwischen klar polarisiertem Gut-Böse-Schema des Märchens, psychologisch  differenzierender Ausdeutung und Kulturkritik im Allgemeinen ist die Basis dafür, dass dieses Sujet seither immer wieder als Thema für Märchen, Erzählungen, Dramen, Opern, bildende Kunst und Film gewählt wurde.

Die Faszination des Blaubart-Themas gründet sich auf seine Eigenschaften als Schauergeschichte, auf die stete Aktualität von Geschlechterkonflikten und auf seine Wandelbarkeit im Blick auf den jeweiligen gesellschaftlichen und historischen Kontext. Das Themenheft, an dem verschiedene Opern-Spezialisten ausgewählte Werke diskutieren, aber auch Literatur- und Kunsthistoriker mitwirken, stellt die facettenreiche Ausgestaltung des Blaubart-Stoffes in Oper, Literatur und Kunst ins Zentrum. Mit einem sujetorientierten Zugriff auf verschiedene künstlerische Blaubart-Deutungen wird die Modellierung des Mythos in seiner Ausgestaltung und in Bezug auf das jeweilige künstlerische Genre erhellt.

Heft II / 2014: MEDIENWECHSEL. BEARBEITUNGEN IN DER MUSIK

Heft 2 des Jahrganges 2014 beleuchtet mit dem Schwerpunkt »Medienwechsel« das Thema der musikalischen Bearbeitung neu. Wird traditionell unter der Perspektive »Original und Bearbeitung« eine hierarchische Beziehung vorausgesetzt, wobei das Original als das »eigentliche« Werk gilt, demgegenüber die Bearbeitung als nachrangig erscheint, fokussiert unser Heft die Übergänge zwischen zwei prinzipiell als gleichwertig angenommenen Ausformungen eines Werks, die üblicherweise mit medialen Veränderungen einhergehen: Dabei kann es sich unmittelbar um Eingriffe in bereits vorhandenes Notenmaterial (der Nachtrag neuer Texte oder das Einfügen fremder Einlagen) handeln; ebenso findet sich ein Wechsel der Quellentypen (zum Beispiel von der Partitur zum Klavierauszug).

Das Thema ist so alt wie die Musikgeschichte selbst; die sieben geplanten Beiträge lassen sich drei historischen Schwerpunkten zuordnen: der »Alten Musik« bis zum 16. Jahrhundert, die unter den Blickwinkeln »Rätsel-Überlieferung«, »Repertoiretransfer« und »Kontrafaktur« (Neutextierung) untersucht wird, der Oper des 18. Jahrhunderts mit einem lokalen Schwerpunkt in Wien und dem 20. Jahrhundert (am Beispiel Arnold Schönbergs).

Heft I / 2014: CARL PHILIPP EMANUEL BACH

Zu Ehren des 300. Geburtstages von Carl Philipp Emanuel Bach am 8. März 2014 widmet DIE TONKUNST ihr erstes Heft dem zweiten Sohn Johann Sebastian Bachs. Mozarts berühmter Ausspruch über ihn »Er ist der Vater, wir sind die Bub’n« zeigt seine zentrale Bedeutung für die Musik in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

In sechs Beiträgen aus der internationalen Bach-Forschung, eingeleitet von einem Vorwort des Direktors des Leipziger Bach-Archivs, Peter Wollny, wird Carl Philipp Emanuel Bachs Schaffen und Wirken zum Jubiläum näher beleuchtet. So wird unter anderem ein Fokus auf die Entwicklung und den Wandel in der Rezeption seines OEuvres gelegt, die aktuell in Arbeit befindliche Gesamtausgabe seiner Werke vorgestellt, ein Überblick der derzeit existierenden Verzeichnisse bzw. Kataloge der Bach’schen Werke von 1772 bis heute geboten, die Genese und Bedeutung seiner Porträtsammlung hervorgehoben und auf für Bach zentrale Gattungen wie die Klaviermusik näher eingegangen.

Das Themenheft möchte so einen facettenreichen Auftakt zu den zahlreichen Bach-Feierlichkeiten des Jubiläumsjahres bieten und auf den Komponisten wie sein Werk und seine Zeit neugierig machen.

Heft IV / 2013: MUSIKSTADT LÜBECK

Lübeck als Musikstadt wird gemeinhin und zuallererst mit protestantischer Kirchenmusik assoziiert, vor allem mit dem Marienorganisten Dieterich Buxtehude und selbstverständlich mit Johann Sebastian Bach, der einst eigens zu Fuß nach Lübeck pilgerte, um »Buxtehude zu behorchen«.

Indes existierte schon vor der Reformation der Stadt im Jahre 1531 eine reiche, heute im Wesentlichen vergessene Musikpflege in den Hauptkirchen seit dem späten 12. Jahrhundert. Auch bietet die Musikgeschichte der Ära nach Buxtehude einiges auf, sei es die umfassende bürgerliche Musikkultur in der durch Kaufmannschaften und Handel reich gewordenen nördlichen Metropole, sei es die Geschichte der Chorvereinigungen, Theater- und Orchester-Ensembles, oder sei es schließlich auch die wechselvolle Geschichte der noch heute existierenden renommierten Musikhochschule.

Die reichen Quellenbestände der Lübecker Stadtbibliothek und des Archivs der Hansestadt Lübeck lassen dabei ein vielseitiges Bild der hansestädtischen Musikgeschichte von den Anfängen bis heute entstehen und dabei zugleich nachhaltige kulturelle Verbindungen im borealischen Raum wie im Rahmen des Hanse-Netzwerkes erkennen, die partiell noch heute existieren (wie die in Lübeck begründete Tradition der Abendmusiken).

Heft III / 2013: SALVATORE SCIARRINO

SALVATORE SCIARRINO (*1947) gehört fraglos zu den bedeutendsten Komponisten der Gegenwart. Insbesondere seine kammermusikalischen Werke zählen mittlerweile zum modernen Konzertrepertoire, aber auch seine mystischen Musiktheaterstücke haben den Weg auf die großen Bühnen genommen.

Diesem Komponisten ein TONKUNST-Heft zu widmen, ist nicht nur angesichts seines letztjährigen 65-jährigen Geburtstages mehr als angemessen. Überdies soll sich das Heft mit jenen Aspekten seines kompositorischen Schaffens befassen, die bislang noch relativ wenig erschlossen sind. Dabei stehen einerseits Aspekte der Personalstilistik im Mittelpunkt, der sich Sciarrinos Sonderstellung unter den zeitgenössischen Komponisten verdankt, andererseits wird aber auch der Blick auf ästhetische Implikationen seiner Arbeit gelenkt.

Im Zentrum stehen dabei Sciarrinos Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, seine Arbeit im Spannungsfeld zeitgenössischer kompositorischer Tendenzen, seine Vokalmusik sowie die Frage nach dem Umgang mit traditionellen, auch zyklischen Gattungen und Formen, etwa in den Flötenkompositionen oder Klavier-Notturni.

Heft II / 2013: 1913

Mit ihrem Heft 2 widmet sich DIE TONKUNST dem musik-historischen »Wendejahr« 1913, einem geradezu heroischen Datum der Moderne, das in verschiedenen Beiträgen zum Ausgangspunkt für weitere, auch schrägere Blicke auf dieses letzte Jahr vor dem Großen Krieg gewählt werden soll.

Nicht nur Luigi Russolo notierte in seinem berühmten Geräuschmanifest von 1913: »We must break out of this narrow circle of pure musical sounds, and conquer the infinite variety of noise-sounds«; auch in anderen musikalischen Gebieten wurden in dem Jahr neue Wege beschritten, Endpunkte erreicht oder auch publikumswirksame Skandale gefeiert, wie jene um Arnold Schönberg in Wien oder Igor Strawinsky in Paris.

Die Ereignisse des Jahres werden aus gesellschafts- und kulturhistorischer sowie musikologischer Perspektive in den Blick genommen; dabei werden verschiedene regionale bzw. städtische Zugänge zum »Phänomen 1913« gewählt. So soll unter internationaler Beteiligung mit dem Themenheft gleichsam ein europäisches Panorama dieses wirkmächtigen »Wendejahres« entfaltet werden, an dem zahlreiche und zudem nachhaltige Ereignisse der Musikkultur ihren Anteil hatten.

Heft I / 2013: MUSIKKULTUR AM HOF KATHARINAS DER GROSSEN

Die kulturellen Leistungen Katharinas der Großen sind von der Musikwissenschaft bislang kaum gewürdigt worden. Sowohl ihre eigene Inszenierung als »unmusikalisch« als auch die fehlende wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Quellenmaterial haben vielmehr ein verzerrtes Bild der Zarin entstehen lassen.

Katharinas Herrschaftszeit (1762–1796) scheint indes ganz unter dem Primat literarischer Aufklärung gestanden zu haben, interessierte sie sich doch auf das Lebhafteste für Philosophie und Literatur und hinterließ zahlreiche Schriftdokumente vom Gesetz über den Brief bis zum Theaterstück. Die unter Peter I. etablierte und unter Zarin Anna florierende Hofmusik führte sie nicht nur fort, sondern baute sie mit Nachdruck aus.

Die Beiträge des TONKUNST-Themenheftes knüpfen an den aktuellen Forschungsstand zur Hofoper an, beziehen aber auch neuere Aspekte zur Hofkulturforschung ein. Zu erhoffen ist dadurch nicht nur ein vertiefter Blick auf die Zusammenhänge von Macht, Politik und (Musik-)Kultur während der Regierung von Katharina II., sondern auch die Differenzierung gängiger Auffassungen von absolutistisch-aufgeklärter Hofkultur im Allgemeinen.

Heft IV / 2012: MUSIK UND SPIRITUALITÄT

Zeitlosigkeit, Mystik, Religiosität – all das sind nur wahllos benannte spirituelle Aspekte, die mit Musik gemeinhin assoziiert werden, ganz zu schweigen von ihrem eigenen Tonmaterial, dessen Kombinatorik schon im Mittelalter zu kosmologischen Deutungen Anlass gab.

Hinzu treten grundlegende Dinge wie die Rezeptionsperspektive oder auch kommunikative bzw. performative Aspekte, die das Verhältnis von Musik und Spiritualität prägen. Mit Beiträgen verschiedenster Couleur und in internationaler Zusammensetzung nimmt DIE TONKUNST in ihrem Heft 4 daher das Thema »Musik und Spiritualität« in den Blick: Gefragt wird ebenso nach einzelnen musikalischen Gattungen bzw. Epochen und ihrem spirituellen Hintergrund wie nach musiktherapeutischen, -pädagogischen oder -philosophischen Interpretationen und Erfahrungen.

Ebenso sollen neuere Perspektiven der Theorie der Bewusstseinsevolution und Theologie diskutiert sowie auf ihre Relevanz geprüft werden. In musikologischer Hinsicht ist hier vielfach Neuland zu betreten, so  dass die Zusammenstellung im deutschen Sprachgebiet neue Fach- und Forschungsperspektiven eröffnet.

Heft III / 2012: MUSIK AM PRAGER HOF RUDOLFS II.

Mit dem faszinierenden Musenhof des Kaisers Rudolf II.  (1552−1612), der von 1576 bis zu seinem Tode zahlreiche Künstler, Komponisten und Literaten, aber auch Wissenschaftler aus aller Herren Länder, anzog, befasst sich DIE TONKUNST in Heft 3 des Jahrgangs.

Erst durch den weitgehenden Rückzug aus der Politik, der für sein Land fatale Folgen haben sollte, konnte der ebenso eigenwillige wie sonderbare Kaiser in der Abgeschiedenheit seiner Burg namhafte Vertreter aus allen Gebieten der Künste und Wissenschaften um sich versammeln. Dazu zählten etwa die Astronomen Tycho Brahe oder Johannes Kepler mit seiner Konzeption einer »Sphärenmusik« der Planetenbahnen, aber auch der als Schöpfer des Golems verehrte Rabbi Löw. Maler wie Arcimboldo und Bartholomäus Spranger sowie Komponisten wie Philipp de Monte, Jacob Regnart und Lambertus de Sayve gehörten ebenfalls zum engeren Kreis.

Das Themenheft nimmt in seiner Zusammenstellung historischer, liturgiewissenschaftlicher und musikologischer Beiträge diese spannende Zeit in den Blick und versucht, das eine oder andere Geheimnis der höfischen Musikkultur und ihrer Inspirationen durch Alchemie, Magie und Astrologie zu lüften.

Heft II / 2012: WOLFGANG RIHM

Mit ihrem Heft 2 ehrt DIE TONKUNST mit Wolfgang Rihm einen der bedeutendsten lebenden Komponisten anlässlich seines 60. Geburtstages am 13. März 2012. Die Rihm-Forschung hat sich in den vergangenen Jahren bereits mit ausgewählten Gattungen (etwa den Streichquartetten) und Prinzipien (Kompositionsprinzip der »Übermalung«) auseinandergesetzt. Immer noch aber fehlen Arbeiten etwa zu den Musiktheaterkonzeptionen (was angesichts der jüngsten Salzburger Oper umso dringlicher erscheint) sowie einzelnen Werkgruppen wie der geistlichen Musik oder den konzertanten Werken (hier etwa mit Blick darauf, was als Konstante aller bisherigen Kompositionen dieser Art beschrieben werden könnte).

Angesichts des Jubiläums soll eine solche aktuelle Zusammenschau nachhaltige Impulse zur musikologischen Beschäftigung mit Rihms Musik liefern. Der Themenbereich des Heftes wird sich neben einzelnen Gattungen in Rihms Schaffen, die bisher eher wenig oder keine Aufmerksamkeit fanden, auch philologischen, ästhetischen und rezeptionshistorischen Fragestellungen widmen. Ebenso wird sich der Jubilar in einem umfangreichen Interview äußern.

Heft I / 2012: VOKALMUSIK 1910-1940

In Heft 1 des Jahrgangs 2012 versammelt DIE TONKUNST Beiträge einer internationalen musikwissenschaftlichen Tagung »Rezeption klassischer Vokalgattungen der 1910er bis 1930er Jahre«, die im September 2010 im Institut für Musikforschung der Universität Würzburg stattfand.

Ziel der Arbeitstagung war die systematische Fokussierung ausgewählter Vokalgattungen und ihrer Rezeption in den ersten Dekaden des 20. Jahrhunderts. Begann sich dort vor allem eine Ausdifferenzierung kompositorischer Schulen und Stile abzuzeichnen, so blieb die Frage nach Bedeutung und Struktur ihrer Vergangenheitsbezogenheit bislang weitgehend unbeachtet. Dabei ermöglicht die Konzentration auf »klassische« Gattungen zugleich, die Tauglichkeit von vorherrschenden musikhistoriographischen Vorstellungen von Historizität zu hinterfragen.

In einer Zeit, in der die Auseinandersetzung der historischen Musikwissenschaft mit der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts kaum hinreichende methodische Konzepte vorweisen kann, erscheint dies umso notwendiger. Renommierte Fachvertreter aus Gattungs- und Rezeptionsforschung aus der Schweiz, Großbritannien und Deutschland widmen sich ausgewählten Gattungen und deren Rezeption.

Heft IV / 2011: LISZT UND DIE FRAUEN

Mit dem Themenheft LISZT UND DIE FRAUEN widmet sich DIE TONKUNST dem wichtigen Bereich der musikwissenschaftlichen Frauen- und Genderstudien. Der Jubilar Liszt (1811–1886), der selbst Projektionsfläche verschiedenster Gender-Konstruktionen war, eignet sich hierfür in besonderer Weise. Zugleich schließt das Themenheft eine empfindliche Lücke in der Liszt-Forschung, zumal das Thema durch die übrigen Publikationen und Tagungen zum diesjährigen Jubiläum sonst kaum abgedeckt wird.

Heft III / 2011: PERSPEKTIVEN DIGITALER MUSIKEDITION

Mit dem Themenheft PERSPEKTIVEN DIGITALER MUSIKEDITION wendet sich DIE TONKUNST einem gleichermaßen zeitlosen wie hochaktuellen Thema zu. Das Heft richtet sich nicht nur an ein Expertenpublikum, sondern möchte das allgemeine Bewusstsein für die Bedeutung des verwendeten Notentextes beim Musizieren schärfen und einer breiteren Öffentlichkeit einen umfassenden Überblick über die sich durch die neuen Techniken eröffnenden Möglichkeiten digitaler Editionsformen vermitteln.

Organisatoren und Initiatoren des Heftes sind Prof. Dr. Christine Siegert (Berlin) und Prof. Dr. Joachim Veit (Detmold).

Heft II / 2011: MAHLER UND DIE MODERNE

DIE TONKUNST feiert das Gustav Mahler-Jubiläum 2011 mit einer ebenso spannenden wie zeitgemäßen Zusammenstellung: MAHLER UND DIE MODERNE titelt das April-Heft 2011. Die Themenwahl ist nicht nur dem Umstand geschuldet, dass Mahlers Musik mit ihrer ›Wiederentdeckung‹ in den 1960er Jahren bekanntermaßen in einen modernen Zeitrahmen fällt, der rezeptionsästhetisch kontroverse Stellungnahmen provoziert hat, ja provozieren musste – von strikter Ablehnung bis zur emphatischen Identifikation. Zeitgleich haben kompositorische Bezugnahmen begonnen, Wirkung zu entfalten und den erst spät Entdeckten nachträglich musikhistorisch zu positionieren.

Der Titel der Ausgabe zeigt eine Kreidezeichnung von Meike Malassa nach einer Fotografie Mahlers. Das Original der Zeichnung hängt gerahmt in den Räumen der Redaktion.

Heft I / 2011: DIE MOTETTEN PIERRE DE LA RUES

Das bedeutende und weitgehend unerforschte Motettenschaffen des Habsburgisch-burgundischen Hofkomponisten PIERRE DE LA RUE (um 1460–1518) wird erstmals von der internationalen Renaissanceforschung hinsichtlich Werkbestand, Quellen, Stilistik und Authentizität diskutiert. Das zweisprachige Heft (englisch/deutsch), das mehrere Vorträge der renommierten »Medieval & Renaissance Music Conference 2010« (London) bündelt, enthält unter anderem Beiträge von Prof. Dr. Honey Meconi und Prof. Dr. David Fallows.

Organisatoren und Initiatoren des Heftes sind Dr. Christiane Wiesenfeldt (Münster/Lübeck) und PD Dr. Wolfgang Fuhrmann (Wien).

Heft IV / 2010: CARL REINECKE

Heft 4 (4. Oktober) publiziert ausgewählte Vorträge eines Jubiläums-Symposions zu CARL REINECKE (1824–1910) im April 2010 in Leipzig. Beteiligt sind zahlreiche ForscherInnen aus dem In- und Ausland, die Werke als auch Rezeption des heute eher unbekannten Leipziger Komponisten und Schumann-Zeitgenossen auf den Prüfstand stellen und diskutieren.

Weiterhin stehen Reineckes Beziehungen zu seinen Zeitgenossen, mitgeteilt in bislang  unbekannten Briefwechseln, und institutionsgeschichtliche Aspekte – wie Reineckes Beziehungen zum Gewandhaus, zu Verlagen oder seine  Programmgestaltung – im Mittelpunkt. Ebenso soll der vorläufige Stand des  Reinecke-Werkverzeichnisses präsentiert werden, das langfristig die Grundlage  für eine nachhaltige Reinecke-Forschung bieten wird.

Mitorganisatoren und Initiatoren des Heftes sind Dr. Ute Schwab (Gettorf) und Stefan Schönknecht (Leipzig).

Heft III / 2010: BLICKE AUF SCHUMANN

Heft 3 (6. Juli) thematisiert im Schumannjahr 2010 die Blicke auf Schumann. Im Gegensatz zur tradierten Fokussierung unternehmen die beteiligten Autoren den Versuch, sich ihrem Protagonisten aus der Perspektive seiner befreundeten Zeitgenossen zu nähern: Gefragt wird also nicht nach Schumanns Blick auf seine Zeit, sondern nach dem Schumann- Bild der Freunde, angefangen von Felix Mendelssohn, Niels Wilhelm Gade und Ferdinand Hiller über Woldemar Bargiel und Theodor Kirchner hin zu Joseph Joachim und Johannes Brahms.

Unter Einbezug bislang kaum ausgewerteter Quellen verspricht diese Blickrichtung ein zugleich vielgestaltiges und facettenreiches, aufgrund der Konzentration auf Schumanns unmittelbares Umfeld umso schärferes Bild des Jubilars in seiner Zeit – eine willkommene und notwendige Ergänzung der Schumann-Forschung im Jahre 2010.

Mitorganisator und Initiator des Heftes ist Prof. Dr. Ulrich Tadday (Bremen).  

Heft II / 2010: MUSIK IN DÄNEMARK

Heft 2 (16. April) spannt einen weiten Bogen zur Musik in Dänemark, von frühen Dokumenten der Kettengesänge auf den Farøer Inseln oder der »Knud-Lavard«-Hymne über Salonkulturen und Kunstliedtraditionen bis hin zu großen Opernwerken, sei es F. L. Ae. Kunzens »Ejegod« oder die aktuell erfolgreiche Kopenhagener Produktion »Livlægens besøg« von Bo Holten.

Überlegungen zu Dänemarks Kulturradikalismus sowie Einblicke in aktuelle Editionsprojekte runden das Panorama ab. Das Heft erscheint pünktlich zum 70. Geburtstag der dänischen Königin Margarethe am 16. April 2010 und ist ein eindrucksvolles Dokument der fruchtbaren Zusammenarbeit führender dänischer und deutscher Musikforscher, Historiker und Kulturwissenschaftler.

Die Texte werden teils in deutsch, teils in englisch vorgelegt. Mitorganisator und Initiator des Heftes ist Prof. Dr. Heinrich W. Schwab (Gettorf / Kopenhagen).  

Heft I / 2010: DER MUSIKSALON

Heft 1 (11. Januar) zum Musiksalon versammelt die Vorträge einer Sektion auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung in Leipzig 2008. Die Publikation zielt auf die regionale, nationale und zeitliche Differenzierung des Musiksalons des Großbürgertums und des Adels im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.

Dieser Raum für Musik privaten und halb-öffentlichen Charakters wird in verschiedenen Städten Europas und Amerikas mitsamt seinen sozialen, politischen und musikalischen Implikationen untersucht. Thematisiert werden u. a. bedeutende und für ihre Zeit einflussreiche Salons in Rom, Paris, Berlin, München und »Little Weimar«.

In dem Zusammenhang wird reichhaltiges, unbekanntes Fotomaterial präsentiert.

Der Themenblock wird mit einer Vorbemerkung der Symposions-Organisatorinnen eingeleitet; Mitorganisatorin und Initiatorin des Heftes ist Prof. Dr. Manuela Schwartz (Magdeburg).

Heft IV / 2009: MUSIK IM NATIONALSOZIALISMUS

Das Heft hat die MUSIK IM NATIONALSOZIALISMUS zum Thema, ein Gebiet, auf dem bereits vieles geleistet worden, aber auch noch vieles zu leisten ist. Die beteiligten Autoren – sämtlich ausgewiesene Experten – akzentuieren entsprechend keine begrenzte Fragestellung, sondern nähern sich aus ganz verschiedenen Richtungen ihrem Generalthema.

Einzelne Komponisten und Kompositionen und ihre Funktion bzw. Position im Dritten Reich – sei es eine "dienende" oder "widerständige" oder beide Tendenzen paradox vereinende – stehen dabei im Mittelpunkt, begleitet von Aspekten aus Musik-Didaktik, -Geschichtsschreibung oder Regionalforschung.

Zudem soll über neu zugängliches Quellenmaterial, gleichsam als Anregung zu weiterer Beschäftigung, Auskunft gegeben werden.

Eingeführt wird in den Themenbereich von Prof. Dr. Bernd Sponheuer (Kiel).

Heft III / 2009: HAYDN - REZEPTION

Zum 200. Todesjahr des Komponisten Joseph Haydn (1732-1809) nehmen wichtige Vertreter der Haydn-Forschung mit dem Thema »Rezeption« einen im Jubiläumsjahr eher weniger beachteten Aspekt in den Blick. Sie zeichnen die Wahrnehmung des ersten großen »Klassikers« aus ganz unterschiedlichen Perspektiven nach: musik- und rezeptionshistorisch aus der Sicht des 19. und 20. Jahrhunderts, transkulturell, historiographisch oder gattungsgeschichtlich.

Eröffnet wird der Themenbereich dieses Heftes mit einem einleitenden Grußwort von Prof. Dr. Elaine Sisman.

Heft II / 2009: FELIX MENDELSSOHN BARTHOLDY

Mit Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) nimmt das April-Heft nicht nur den jüngsten, sondern auch den bislang am wenigsten intensiv erforschten Komponisten der diesjährigen Jubiläums-Trias Händel - Haydn - Mendelssohn in den Blick. Zahlreiche renommierte Forscher konnten für das Heft gewonnen werden, darunter Friedhelm Krummacher, Wulf Konold und Christian Martin Schmidt.

Thematisiert werden ebenso analytische, werkgenetische und rezeptionshistorische Aspekte wie die Geschichte des Mendelssohn-Nachlasses oder die Genese seiner Notenschrift.

Heft I / 2009: MISSA DE BEATA VIRGINE

Das Januar-Heft zur Missa de Beata Virgine publiziert im Themenbereich die Vorträge einer internationalen Tagungs-Sektion der renommierten Medieval & Renaissance Conference, Bangor (Juli 2008), die sich mit einer bislang weitgehend unbeachteten Marienmessen-Gattung befasste. Die Forscher widmen sich unterschiedlichen Komponisten und ihren Gattungsbeiträgen zur Marienverehrung, die für das 16. Jahrhundert eine immense Bedeutung hatte und sich zumal in Form und Struktur der Werke niederschlug, wie in Fallstudien gezeigt werden kann.

Heft IV / 2008: »SPÄTLESE« – KÖPFE UND JUBILÄEN 2008

Thematisiert werden in dieser Ausgabe u.a. Jubilare des frühen 19. Jahrhunderts bis heute, die das Musikleben auf unterschiedlichste Weise geprägt haben oder noch prägen. Dazu zählen etwa bedeutende Lehrer, Dirigenten und Komponisten wie Carl Friedrich Zelter (1758-1832), Siegfried Ochs (1858-1929) oder Albert Dietrich (1829-1908), Interpretinnen wie Henriette Voigt (1808-1839) oder moderne Komponisten wie Oliver Messiaen (1908-1992) und Einojuhani Rautavaara (*1928).

Heft III / 2008: DAS TRECENTO

Mit dieser Ausgabe stellt DIE TONKUNST erstmals die sogenannte "alte" Musik in den Mittelpunkt: Ihr Thema ist die wunderbar farbenreiche, sinnliche und spannende musikgeschichtliche Epoche des TRECENTO. Wissenschaftlich ist hier noch immer viel Neuland zu erobern, und die sechs Trecento-Forscher, die das neue Heft der TONKUNST mit ihren Fachbeiträgen gestalten, widmen sich daher ganz unterschiedlichen Gebieten und Themenkreisen.

Dazu zählen etwa Portraits herausragender Künstler der Zeit, wie Giovanni Mazzuoli, analytische Überlegungen zu bedeutsamen Gattungen wie der "Ballate", überlieferungsgeschichtliche und editorische Fragestellungen zu einzelnen Quellen, die Frage nach der zeitgenössischen "Musik neben der Trecentomusik" und schließlich allgemeine fachgeschichtliche Überlegungen.

Heft II / 2008: JOHANNES BRAHMS

Diese Ausgabe ist anlässlich seines 175. Geburtstages am 7. Mai 2008 dem großen Komponisten Johannes Brahms gewidmet. Im Zentrum stehen sieben wissenschaftliche Beiträge renommierter internationaler Brahms-Forscher zu werkanalytischen, rezeptions- und quellengeschichtlichen Aspekten aus Schaffen und Lebenswelt des Komponisten. In diesem Zusammenhang wird u.a. ein bislang unbekannter Briefwechsel veröffentlicht.

Heft I / 2008: MUSIK UND TANZ

Mit der ersten Ausgabe des Jahrganges 2008 widmet sich DIE TONKUNST erstmals einer interdisziplinären Themenstellung: dem spannenden Zusammenhang von Musik und Tanz. Zahlreiche Beiträge bieten Einblicke in laufende Forschungsprojekte, wie etwa Habilitationen, und geben damit den aktuellen Stand dieses Forschungsgebietes in den Bereichen Musiktheater, Ballett und Hofkultur wieder.

Heft IV / 2007: JEAN SIBELIUS

Diese Ausgabe ist dem großen finnischen Komponisten Jean Sibelius anlässlich dessen 50. Todestages am 20. September 2007 gewidmet. Sie enthält zahlreiche Beiträge von Autorinnen und Autoren aus der Sibelius-Forschung. Auch einige Institutionen um Sibelius präsentieren sich in dieser Ausgabe.

Heft III / 2007: JOSEPH JOACHIM

Mit einem großen Joachim-Spezial widmet sich diese Ausgabe insbesondere dem Violinisten Joseph Joachim, dessen Todestag sich am 15. August 2007 zum 100. Mal jährt. Fünf umfangreiche Themen-Essays führen dieses Heft an, in denen bislang unveröffentlichtes Bildmaterial enthalten ist.

Heft II / 2007 (ohne besonderen Themenbereich)

Mit drei umfangreichen Portraits zur Leipziger Mendelssohn-Gesamtausgabe, zum Klarinettisten Richard Mühlfeld sowie zum »Historisch-kritischen Liederlexikon« des Deutschen Volksliedarchivs und vielem mehr.

Heft I / 2007 (ohne besonderen Themenbereich)

Die erste gedruckte Ausgabe enthält Beiträge zum Buxtehude-Festjahr 2007, einen Essay zu unbekannten Briefen von Max Reger und vieles mehr. Der Abbildung "Die Tonkunst" wurde von Prof. Otto Biba persönlich gescannt und unserer jungen Zeitschrift als "Auftakt-Titel" zur Verfügung gestellt.

Zudem enthält das erste Heft ein Grußwort von Prof. Dr. Siegfried Oechsle, Kiel.