Forschungsprojekt "Verfolgte Musiker im nationalsozialistischen Thüringen. Eine Spurensuche. Zweiter Teil"

Förderer: Thüringer Staatskanzlei und Deutsche Bank Stiftung
Laufzeit: 2019–2021

Das Forschungsprojekt "Verfolgte Musiker im nationalsozialistischen Thüringen. Eine Spurensuche. Zweiter Teil" bildet eine Fortsetzung des gleichnamigen Projektes (I. Teil), das vom April 2018 bis zum Juni 2019 von der Thüringer Staatskanzlei gefördert und vom Verein weim I art e.V. getragen wurde.

Der erste Teil des Projektes hatte das Ziel, einen Überblick über Schicksale jüdischer Persönlichkeiten des musikalischen Lebens Thüringens vor und während der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur zu erforschen und darzustellen. Den Schwerpunkt der Untersuchungen bildete archivalisches Material, das Einblicke in die Aktivitäten von Musikerinnen und Musikern ermöglichte, die an ausgewählten musikalischen Institutionen Thüringens tätig waren. Aufgrund der in den Thüringer Archiven durchgeführten Forschungen ist eine (Wander)-Ausstellung entstanden, in der künstlerische Aktivitäten Thüringer Musiker, ihre Verdienste und ihre Verfolgung durch das nationalsozialistische System komprimiert präsentiert werden. Der zusammengestellte Überblick bildet eine erste Bestandsaufnahme, die durch weitere Forschungsarbeiten vervollständigt und vertieft werden sollte.

Bestimmte Aspekte, die in der Ausstellung nur signalisiert werden konnten, wurden im Rahmen einer wissenschaftlichen Tagung vervollständigt und weiter diskutiert. Für die Beiträge der Tagung und die Inhalte der Ausstellung ist eine Veröffentlichung in der Reihe „KlangZeiten – Musik, Politik und Gesellschaft“ des Verlags Böhlau geplant.

Der zweite Teil des Projekts hat das Ziel, die bereits gewonnenen Forschungsergebnisse zu ergänzen und sie um neue Aspekte zu bereichern. Deswegen sollen weitere Untersuchungen folgende Gruppierungen in den Fokus stellen: a) die im ersten Teil des Projekts behandelten Schicksale wichtiger Persönlichkeiten des Thüringer Musiklebens, soweit die Quellenlage das ermöglicht. b) Lebensläufe und Aktivitäten von Thüringer Kantoren und Rabbinern. c) Biographien ausgewählter Musiker, die im KZ Buchenwald verhaftet waren. Es handelt sich in diesem Zusammenhang nicht nur um jüdische Musiker, sondern auch um Mitglieder verschiedener Oppositionsgruppen, Homosexuelle und anders Verfolgte. Im Zentrum der Untersuchungen sollen Mitglieder der Lagerkapelle des KZ Buchenwald stehen. Die Forschungsergebnisse werden im Rahmen einer wissenschaftlichen Tagung diskutiert, in einer Wanderausstellung und einer Publikation präsentiert.

 

Aktuelles

Wissenschaftliche Tagung "Verfolgte Musiker im nationalsozialistischen Thüringen. Eine Spurensuche II"
12. und 13. November 2020 | Online-Tagung

→ Tagungsprogramm (PDF)

Zwei ausgewählte Veranstaltungen werden unter www.hfm-weimar.de im Livestream übertragen:

  • 13.11. um 17:30 Uhr | Festvortrag "Vor der Katastrophe. Juden und Judenfeinde in der Weimarer Republik" von Prof. Dr. Wolfgang Benz (Berlin)
  • 13.11. um 20 Uhr | Gesprächskonzert mit Tehila Nini Goldstein und Prof. Dr. Jascha Nemtsov
    Konzertprogramm (PDF)

Projektleitung

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Audio-Bericht über die Tagung "Verfolgte Musiker" von Blanka Weber:

Fotodokumentation zur Tagung und Ausstellung im Stadtmuseum Weimar

 
 

Aktuelles zum ersten Teil des Projektes

Die Ausstellung "Verfolgte Musiker im nationalsozialistischen Thüringen. Eine Spurensuche" wurde vom 15. November bis 31. Dezember 2019 an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar präsentiert. → Nähere Informationen

Die Dokumentation der ersten Projektphase "Verfolgte Musiker im nationalsozialistischen Thüringen. Eine Spurensuche“ (hrsg. v. Helen Geyer und Maria Stolarzewicz) ist bereits erschienen. Sie bildet den 16. Band der Reihe Klangzeiten – Musik, Politik und Gesellschaft, die unter der Leitung von Prof. Dr. Albrecht von Massow im Böhlau Verlag veröffentlicht wird. Weitere Informationen über das Buch und das Inhaltsverzeichnis sind auf der Homepage des Verlags zu finden. 
Über das Buch und das Projekt wurde bereits im MDR Thüringer Journal (ein Bericht von Blanka Weber, 13.07.2020), im MDR KULTUR Radio (ein Bericht von Blanka Weber) und in der Thüringer Allgemeinen (eine Rezension von Dr. Wolfgang Hirsch, 08.08.2020) informiert.