Öffentliche Vorträge und Vorlesungen

Wintersemester 2015/16

Musik und Alter(n) – Musikalische Reflexionen der späten Lebensphase

donnerstags, 18:30 bis 20:00 Uhr
Hörsaal im hochschulzentrum am horn
Beginn: 8. Oktober 2015

Die Ringvorlesung befasst sich in insgesamt 14 Vorträgen mit unterschiedlichen Phänomenen des Themenfelds Musik und Alter(n). Neben historisch ausgerichteten Beiträgen, die kompositorischen Darstellungsformen der späten Lebensphase von der Frühen Neuzeit bis zur Moderne nachgehen, werden auch Vorträge aus dem Bereich der systematischen Musikforschung präsentiert. Hier geraten musikalische Altersbilder in der populären Musik und außereuropäischen Kulturkreisen in den Vordergrund. Eine interdisziplinäre Ausrichtung erfährt die Vorlesung durch Beiträge aus der Literaturwissenschaft, Gerontologie und Pädagogik. Die Ringvorlesung möchte damit einen Versuch unternehmen, das vielfältige Thema Musik und Alter(n) erstmals multiperspektivisch in den Blick zu nehmen.

::: Flyer zur Ringvorlesung (PDF) :::

Rückblick

Wintersemester 2014/15

Die Kunst des Aufhörens in der Musik

Warum braucht Beethoven am Ende seiner Fünften Sinfonie so viele bekräftigende Akkordschläge, warum enden langsame Sätze oft so still, dass man kaum weiß, ob da noch etwas klingt? Ist bei jenen der prasselnde Beifall schon einkomponiert, bei diesen die meditative Stille, in der keiner sich rühren mag? Musik hört so wenig einfach auf, wie sie einfach anfängt, immer kommt sie irgendwo her und führt irgendwo hin. Insofern hängen Ende und Anfang bei ihr direkt zusammen, und wenn wir nach denen fragen, fragen wir mitten in die Musik hinein: was sie sagt, was sie ist.

Dass Musik die Vergänglichkeit erleben lässt, dass sie zugleich erklingt und verklingt, ist oft gesagt worden. Davon soll in den Vorlesungen anhand unterschiedlichster Werke – mittelalterlicher, klassischer, romantischer, moderner– die Rede sein. Trauer- und Gedenkmusiken werden dabei eine besondere Rolle spielen.

In Zusammenarbeit mit der Klassik Stiftung Weimar

Sommersemester 2014

Kulturpolitik in Thüringen: Potentiale, Chancen und Perspektiven

Das verstärkte politische Interesse für Kultur in Thüringen, was sowohl das Kulturkonzept des Freistaats Thüringen (2012) als auch der Bericht zur Kreativwirtschaft in Thüringen. Lage, Ansatzpunkte, Empfehlungen (2011) eindrucksvoll unter Beweis stellen, möchte das Studienfach Kulturmanagement an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT in Weimar zum Anlass einer kritischen Bestandsaufnahme nehmen. Im Rahmen einer Ringvorlesung sollen die spezifischen kulturhistorischen-, politischen und -ökonomischen Traditionen, aber auch Potentiale und Perspektiven im Kulturfeld Thüringen vorgestellt werden. Neben übergreifenden Entwicklungen der Kulturpolitik wird auch ein Blick auf die Kulturinstitutionen sowie auf die Akteure und deren Erwartungen und Perspektiven geworfen.

::: Flyer zum Download (PDF) :::

Wintersemester 2013/14

Musik - Kultur - Ritual

Im Zentrum der Vorlesung stehen die unterschiedlichen Beziehungen zwischen den musikalischen, kulturellen und rituellen Aktivitäten des Menschen. Zur Diskussion steht die Interaktion von konkreten gesellschaftlichen, politischen, religiösen und kulturellen Konstellationen, welche sich aus kultureller Identitätsbildung ergeben. Dies bedeutet einerseits bewusst angelegte Inszenierungen, aber auch Transformationen soziokultureller Identitäten, die Beobachtung ritueller Zusammenhänge, Manifestationen kultureller Traditionen, ritueller Performativität, Spannungen zwischen Hoch-und Volkstraditionen, wobei Musik immer eine maßgebliche Rolle gespielt hat und spielt.

::: Flyer zur Ringvorlesung (PDF) :::


Wintersemester 2012/2013

Frauengestalten – Mythos: Seismographische Exempla

"Persönlichkeiten, nicht Prinzipien bewegen die Welt", so Oscar Wilde, und halten sie in Bewegung, könnte man den Satz des Dichters fortführen. Real- und ideengeschichtliche Ereignisse, zentrale Topoi der materiellen und geistigen Kultur werden im kollektiven Gedächtnis von Gemeinschaften, Nationen und Kulturen meist in personifizierter Form erinnert: Sei es Adenauers Wirtschaftswunder, die kopernikanische Wende oder das prometheische Feuer, mythische und mythisierte Persönlichkeiten werden uns zum Inbegriff, zur Verkörperung großer Ideen und Ereignisse. "Verkörperte", "fleischgewordene" Erinnerungen aber, gewinnen etwas hinzu: ein Geschlecht. Die Vorlesungsreihe widmet sich insbesondere jenen "Verkörperungen" weiblichen Geschlechts, geht der Geschlechterfrage und Prozessen der Mythenbildung aber auch in anderen Zusammenhängen nach.

Viele der Beiträge erörtern bestimmte Mythen und deren Verkörperungen als Sujet von Musik, Literatur und Kunst und rücken die Teilhabe jener Medien an Mythenbildung und -erinnerung ins Blickfeld. Dabei wird nicht vergessen, dass Mythen selbst allen Arten von gesellschaftlichen, politischen und religiösen Diskurse als Medium dienen. Mit diesen beschäftigen sich die Beiträge im Rahmen einer gezielten "Seismographie", die aufzeigen soll, welchen diskursiven "Schwingungen" folgend Mythen erschaffen und erinnert werden, welche "Resonanzen" sie einst und heute hervorriefen und -rufen und, nicht zuletzt, welche Rolle dem Geschlecht ihrer Verkörperungen in diesen Zusammenhängen zukommt.